Titelaufnahme

Titel
Zwang und Schutz in der psychiatrischen Alltagspraxis - eine Gratwanderung
Weitere Titel
Bridging the gap between coercion and protection in psychiatric care
VerfasserTraub, Marion
Betreuer / BetreuerinZenta, Marianne
Erschienen2012
Datum der AbgabeApril 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Sozialpsychiatrische Praxis / Gratwanderung / Zwang und Schutz / Hilfe und Kontrolle / Soziale Arbeit / Ethik
Schlagwörter (EN)Social psychiatry in practice / Tightrope walk / Coercion and protection / Support and control / Social Work / Ethics
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Menschen mit psychischen Erkrankungen sind oft nicht nur symptomatisch in ihrer Alltagsgestaltung eingeschränkt, sondern können zusätzlich Beschränkungen in ihrer Lebensführung durch Psychiatrie und Soziale Arbeit erfahren. Besteht bei psychisch Kranken die Möglichkeit der Selbst- beziehungsweise Fremdgefährdung, antwortet die Psychiatrie mit Zwangsmaßnahmen, welche häufig einen erheblichen Eingriff in die persönliche Freiheit der PatientInnen bedeuten und auch traumatisierende Folgen haben können. Zwangsmaßnahmen als Notwendigkeit der Prävention von und Intervention bei Selbst- beziehungsweise Fremdgefährdung sind aus der psychiatrischen Alltagspraxis allerdings nicht wegzudenken. Das Spannungsfeld zwischen Zwang und Schutz, in welchem sich die Psychiatrie im Allgemeinen befindet, ähnelt dem der Sozialen Arbeit zwischen Hilfe und Kontrolle. SozialarbeiterInnen müssen Auflagen, die der Anpassung an die Gesellschaft und deren Normen dienen sollen, durchsetzen und kontrollieren, mit dem Ziel psychisch kranken Menschen darin zu unterstützen, ein wieder „funktionierendes“ Mitglied der Gesellschaft zu werden.

Diese beiden Spannungsfelder und die damit einhergehende Gratwanderung werden dargestellt sowie handlungsleitende Prinzipien angeführt, die helfen sollen, ethisch gerechtfertigte Entscheidungen zu treffen.

Zusammenfassung (Englisch)

Apart from the strain mental illness itself puts on patients‘ lives, psychiatric care and social work might entail additional restrictions. On the one hand, coercive measures or coercive treatment upon endangerment to self or to others substantially curtail patients‘ rights of personal freedom. Whereas its omission, on the other hand, would be negligent. Therefore, coercive interventions are state of the art in psychiatric treatment. There is a thin line between coercion and protection in psychiatric practice which is comparable to the poles between support and control in social work. Mentioned pairs of polar opposites are explored in this study (work, bachelor thesis) and guiding principles are described in order to enable ethical decision-making.