Titelaufnahme

Titel
Müttersterblichkeit in Tansania - Welche Rolle spielt der Geburtsort und welche Faktoren beeinflussen die Wahl des Geburtsortes?
Weitere Titel
Maternal Mortality in Tanzania - What does the place of delivery matter and which factors influence the decision of the place of delivery?
VerfasserHofreither, Barbara
GutachterSitter-Trollmann, Pamela
Erschienen2015
Datum der AbgabeJanuar 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Müttersterblichkeit / Müttersterblichkeitsrate / Tansania / Geburtsort / Professionelle Geburtsbegleitung
Schlagwörter (EN)maternal mortality / maternal mortality rate / Tanzania / place of delivery / skilled birth attendance
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Die Müttersterblichkeit konnte in Tansania trotz jahrzehntelanger Bemühungen nicht signifikant gesenkt werden. Ein Faktor für die hohe Müttersterblichkeit ist die niedrige Rate an professioneller Geburtsbegleitung in ländlichen Gebieten. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Geburtsortes im Zusammenhang mit der Müttersterblichkeit und den Faktoren, die die Wahl des Geburtsortes beeinflussen.

Methode: Die Datenbanken Cochrane, MiDIRS, Cinahl und PubMed wurden nach Studien durchsucht, diese anschließend gesichtet und zusammengefasst. Da sich die Autorin zum Zeitpunkt des Verfassens in Tansania befindet, werden die gewonnen Information aus den Studien mit persönlichen Berichten ergänzt.

Ergebnis: Eine hohe Hausgeburtsrate und somit der Geburtsort, spielt eine große Rolle im Zusammenhang mit der Müttersterblichkeit. Als wichtige Einflussfaktoren für eine Entscheidung zu einer Hausgeburt zeigen sich hohe finanzielle Ausgaben in Geburtseinrichtungen, eine lange Distanz zur nächsten Gesundheitseinrichtung und ein starker Bezug zur Religion und Stammestraditionen. Zum Vorhandensein von Transportmöglichkeiten wurden widersprüchliche Ergebnisse gefunden. Eine Entscheidung gegen eine Geburt in einer Gesundheitseinrichtung wird auch wegen des Fehlens medizinischer Ressourcen und sozialer Faktoren getroffen. Viele Frauen erleben negative Erfahrungen wie ein gewalttätiges Verhalten vom medizinischen Personal in Gesundheitseinrichtungen, oder haben keine Entscheidungsbefugnis gegenüber Familienmitgliedern.

Schlussfolgerung: Die Mehrheit der Frauen möchte in Gesundheitseinrichtungen gebären, aber viele Faktoren verwehren ihnen den Zugang oder fördern die Präferenz einer Hausgeburt. Als wichtiger Punkt zeigt sich die Qualität der Betreuung. Langfristig muss nicht nur in eine Erhöhung der Rate an professionellen Geburtsbegleitungen investiert werden, sondern in deren Qualität und in eine bessere Stellung der Frau in der Gesellschaft, um die Müttersterblichkeit zu senken.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Decreasing maternal mortality is one of the millennium development goals, but despite decades of trying to reduce it, Maternal Mortality remains incredibly high in the United Republic of Tanzania. A low rate of skilled birth attendance, especially in rural areas, is seen as one reason. The following paper aims to find out a connection between a high maternal mortality rate and the place of delivery. The main point is to find out by which main factors the decision of delivery place is influenced.

Method: The paper is based on literature research. Databases like Cochrane, MiDIRS, Cinahl and PubMed were used to find proper studies. As the author is situated in Tanzania while preparing this paper, personal experience reports are used to illustrate this bachelor thesis.

Results: A high rate of home deliveries is a strong indicator of high maternal mortality. Strong influential factors for preference of home deliveries are high financial rates spent in health facilities, long distances to the next health facilities and a strong belief in religion and tribe culture. Presence of transport could not be detected either as a strong or weak indicator for preferring home deliveries. Furthermore, the absence of medical resources and social factors are detected as strong indicators for preferring home deliveries. Many women experienced negative care in health facilities, such as verbal and physical violence and often women have no choice, because of a lack of decision power to family members and a low status in society.

Conclusion: The majority of women want to deliver in health facilities, but many barriers prevent access or increase preference for home deliveries. Quality of care has been identified as a main point next to economic reasons. The majority of women experience verbal and physical violence in health facilities. Data show, that there is more investment needed to improve the quality of skilled birth attendance, rather than to just invest in increasing proportion rate of skilled birth attendance. Furthermore, the value of women in society has to be increased.