Titelaufnahme

Titel
FASZInierENde Verbindungen : „Aufmerksames Atmen“–ein physiotherapeutisches Werkzeug–um entspannend auf die autochthone Rückenmuskulatur zu wirken
Weitere Titel
FASCInAting connections "attentive breathing" - a physiotherapeutic tool with a relaxing effect on the autochthonous back muscles
VerfasserSpitaler, Elisabeth
Betreuer / BetreuerinJelem-Zdrazil, Elisabeth
Erschienen2012
Datum der AbgabeJuni 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)-Nicht erforderlich-
Schlagwörter (EN)-Nicht erforderlich-
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes:

Mehling (1999) beschreibt in seiner Studie den gegenwärtigen Stand der AtemtherapeutInnen in Deutschland. Mittels Fragebogenerhebung, versandt an sämtliche AFA-Mitglieder (AFA = Arbeits- und Forschungsgemeinschaft für Atempflege ), erfasste er die demografischen Grunddaten der tätigen AtemtherapeutInnen (AFA), deren Arbeitsweise und Konzepte und ihre Einschätzungen zu therapeutischen Erfolgen. Die AtemtherapeutInnen sehen ihre besten Erfolge im Bereich der Körperwahrnehmung, in einer Besserung der körperlich-seelischen Ausgeglichenheit und der Wahrnehmung einer Beziehung von Seelischem und Leiblichem. Weitere Erfolge sind zu verzeichnen in der Verbesserung der Atemfunktion, einem erweiterten Zugang zu seelischen und körperlichen Ressourcen und in der muskulären Entspannung. Bei definierten Diagnosen sehen die AtemtherapeutInnen ihren weitestgehenden Erfolg bei:

- Schwangerschaft und in der Geburtsvorbereitung

- orthopädische Beschwerden (z.B. Rückenschmerzen)

- funktionelle Atembeschwerden

- schmerzhafte muskuläre Verspannungen

- vegetative Dysregulation, nervöse Spannung, Stresskrankheit (vgl. Mehling 1999b, o.S., nach: Sorgenfrei 2004, S. 49f)

Aus Sicht der AtemtherapeutInnen werden folgende Indikationen der Atemtherapie angegeben:

- funktionelle Atembeschwerden

- nervale Spannung, vegetative Dysregulation, Stresskrankheit

- psychogene körperliche und psychosomatische Störungen

- Lungenkrankheiten (z.B. Asthma bronchiale)

- Rücken-/Kreuz-/Ischiasschmerzen

- schmerzhafte muskuläre Verspannungen

Als Kontraindikationen werden von den befragten AtemtherapeutInnen schwere psychiatrische Krankheiten (Psychose, Schizophrenie, Manie, schwere Depression und schwere Persönlichkeitsstörungen) angegeben. (vgl. Mehling 1999a, o.S., nach: Mehling 2010, S. 167f)

Diese Ergebnisse lassen erahnen, dass atemtherapeutische Methoden einen Einfluss auf sämtliche körperliche Strukturen haben. Da Faszien in allen Bereichen des menschlichen Körpers (Gefäße, Nervensystem, Oragane, etc.) vorhanden sind und sich wechselseitig beeinflussen, wird angenommen, dass atemtherapeutische Methoden auch Auswirkungen auf das System der Faszien haben. Der genaue Zusammenhang soll in der Bachelorarbeit 2 herausgearbeitet werden.

Laut Faller ist bei der Arbeit mit dem Atem vor allem darauf zu achten, dass beim Einatmen nicht die Einatemhilfsmuskulatur benutzt wird, weil dies die Arbeit des Zwerchfells einschränkt. Die Zwerchfellatmung gilt jedoch als eine funktionelle und ökonomische Atemweise und hat zahlreiche Auswirkungen auf den Körper. Z.B. werden durch die Auf- und Abbewegung des Zwerchfells bei der Atmung das darüberliegende Herz und die darunterliegenden Bauchorgane massiert, was zu einer Unterstützung des Lymph- und Blutkreislaufs führt und die Verdauung fördert. (vgl. Faller 2009, S. 221-227)

Laut Vaitl (2004) kann eine neuromuskuläre Entspannung durch entsprechende Positionierung des Körpers und durch mentale Ruhigstellung und Vermeidung von Bewegungsvorstellungen erreicht werden. Dies könnte durch den Prozess der Sammlung, der als entscheidend für die Maßnahme „Aufmerksames Atmen“ erachtet wird (siehe Kapitel 4.1.6. der Bac1), erreicht werden. Dabei lenkt man seine Aufmerksamkeit ganz auf den aktuellen Moment und lässt sich nicht durch Zukünftiges oder Vergangenes ablenken. Die Aufmerksamkeit wird auf die Atembewegung, den Atem sowie auf die körperliche, seelische und geistige Befindlichkeit gerichtet. (vgl. Vaitl 2004, S. 23)

Untersuchungen der US-amerikanischen Forscherin Helene Langevin belegen, dass bei PatientInnen mit chronischen Rückenschmerzen die unterste Schicht der Fascia thoracolumbalis verdickt ist. Diese Verdickung sowie die Desorganisation der lumbalen Bindegewebsschichten stellen weiters einen bisher vernachlässigten Faktor bei der Pathophysiologie von chronischen Rückenschmerzen dar. (vgl. Langevin et al. 2009, S. 1-9) Die Fascia thoracolumbalis besteht aus zwei Blättern: das tiefe Blatt (Lamina profunda) und das oberflächliche Blatt (Lamina superficialis). Durch die Vereinigung der beiden Bindegewebsblätter am lateralen Rand des M. erector spinae entsteht eine Loge für die paravertebrale Muskulatur. (siehe Kapitel 4.5 der Bac1). Durch verminderte Bewegung könnte die thorakolumbale Faszie verkleben und für Beschwerden im lumbalen Bereich verantwortlich sein. (siehe Kapitel 4.4.4 der Bac1)

Die oben angeführten Ergebnisse der Studie von Mehling (1999) lassen erahnen, dass atemtherapeutische Methoden einen Einfluss auf sämtliche körperliche Strukturen haben und legen die Frage nahe, ob es sinnvoll ist, die Anwendung der WSCH für den Atem in der Physiotherapie zu fördern und gezielter einzusetzen.

Literaturverzeichnis:

siehe Literaturverzeichnis der Bac1

Zusammenfassung (Englisch)

-Nicht erforderlich-