Titelaufnahme

Titel
Soziale Arbeit im Spannungsfeld verschiedener Handlungslogiken
Weitere Titel
Social Work in the area of conflict of different logics which underlie the thinking and actions of social workers
VerfasserZehetbauer, Karin
GutachterKlawatsch-Treitl, Eva
Erschienen2012
Datum der AbgabeDezember 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Handlungslogiken / Ökonomisierung / Verbetriebswirtschaftlichung / Luise Gubitzer / 5-Sektoren Modell / MA40
Schlagwörter (EN)logics underlying actions and thinking / economisation / Luise Gubitzer / 5-sectors model / MA40
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer Analyse der Handlungslogiken, die dem Denken und Handeln von Sozialarbeiter*inne*n der MA40 in Wien zugrunde liegen. Jeder menschlichen Handlung liegen eine spezifische Logik und eine spezifische Denkart zugrunde. Durch diese spezifischen Denkarten und Logiken entstehen auch unterschiedliche Zielsetzungen und Erwartungen.

Ein Modell der feministischen Ökonomin Luise Gubitzer unterteilt das Wirtschaften und Handeln der Menschen in 5 Sektoren: Haushaltssektor, For Profit Sektor, Dritter Sektor oder Non Profit Sektor, Öffentlicher Sektor – Staat und Illegaler – Krimineller Sektor. Das Modell geht davon aus, dass in den einzelnen Sektoren jeweils eigene Logiken das Handeln bestimmen. So agiert der For Profit Sektor z.B. anhand einer Gewinnmaximierungsrationalität, während der Haushaltssektor eher einer Fürsorgerationalität folgt. Diese unterschiedlichen Logiken und Rationalitäten bedingen natürlich auch unterschiedliche Zielsetzungen und jeweils spezifische Handlungsweisen.

Überall ist die Rede von einer zunehmenden Ökonomisierung oder „Verbetriebswirtschaftlichung“ der Sozialen Arbeit. Luise Gubitzer beschreibt das in dem von ihr entwickelten Modell als ein sich Ausbreiten der Logiken des For Profit Sektors auf alle Bereiche des menschlichen Lebens und Wirtschaftens. Alle Bereiche werden von einer gewinnorientierten und profitmaximierenden Logik durchdrungen, obwohl viele Bereiche des menschlichen Lebens ursprünglich anderen Rationalitäten folgten. Es kommt also möglicherweise zu Ziel- und Handlungskonflikten.

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel festzustellen, welche Logiken und Rationalitäten in Interviews mit Sozialarbeiter*inne*n der MA40 identifizierbar sind, und welchen Sektoren nach dem Modell von Luise Gubitzer sie zuzuordnen sind. Des Weiteren haben wir erforscht, ob von einem Ausbreiten der For Profit Logiken gesprochen werden kann und wenn ja, wie sich diese auf die alltägliche Arbeit der Sozialarbeiter*innen auswirkt.

Als Methode haben wir die qualitative Sozialforschung gewählt und haben 5 narrative Expert*inn*eninterviews durchgeführt. Die Transkripte wurden dann anhand einer adaptierten Variante der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring analysiert.

Als Ergebnis unserer Arbeit konnten wir feststellen, dass es zu einer starken Durchdringung der Arbeit der Sozialarbeiter*innen der MA40 mit For Profit Logiken kommt. Die spiegelt sich zum einen in institutionellen und gesellschaftlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen, zum anderen aber auch in den persönlichen Einstellungen der Sozialarbeiter*innen. Unter Umständen entstehen dadurch auch Zielkonflikte, die je nach Person und Situation anders gelöst werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The present study analyses the different logics which underlie the thinking and actions of social workers within the MA40 in Vienna. Behind every action lies a specific kind of logic and mode of thought. From these specific logics and ways of thinking one sees different objectives and expectations.

A model invented by the feminist economist Luise Gubitzer divides the economic activities into 5 sectors: household sector, for-profit sector, third sector or non-profit sector, public sector or the state, and the illegal, criminal sector. The theory implies that different logics exist in each sector, guiding the actions of people within these sectors. For instance, actions within the for-profit sector are guided by profit maximisation, whereas actions within the household sector follow the logical reasoning of care and welfare. These diverse logics and reasons cause different aims and actions.

Everyone is talking about the on-going economisation and the prevalence of managerial-economics in social work. Luise Gubitzer explains this through her model as a spreading of economical logics of the for-profit sector to all other areas of human life and all economic activities. All areas are determined by profit-orientated reasoning, although many areas of human life did follow different logics initially. This might lead to probable conflicts in targets and actions.

The present study seeks to assess which logics and reasoning are identifiable in interviews with social workers from the MA40 and to which sectors, according to Luise Gubitzer’s model, the identified logics can be assigned. Further we investigated if we can detect a spreading of for-profit logics and, if so, how this is affecting the day-to-day work of the interviewed social workers.

For the method we chose qualitative social research. We carried out five narrative expert interviews. The transcripts were analysed on the basis of an adapted version of the qualitative content analysis according to Mayring.

In the conclusion of this study we identified a strong expansion of for-profit logics into the work of social workers of the MA40. These logics can on one hand be identified on the basis of institutional and societal guidelines and regulations, as well as on the basis of personal approaches and attitudes of the social workers. There may also arise conflicts in targets, which are handled individually according to the involved person and specific situation.