Titelaufnahme

Titel
Parenterale Ernährung in der Intensivmedizin - die Bedeutung der Diaetologie in der interdisziplinären Zusammenarbeit
Weitere Titel
Parenteral nutrition in intensive care - the significance of dietology in interdisciplinary collaboration
VerfasserOberrauter, Lisa-Maria
GutachterHofbauer, Andrea
Erschienen2012
Datum der AbgabeJuni 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Intensivmedizin / Parenterale Ernährung / Organisation im Krankenhaus / Ernährungsteams/Interdisziplinarität
Schlagwörter (EN)Intensive care / Parenteral nutrition / Organization in hospital / Nutrition support teams/interdisciplinarity
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Wie in der Praxis festgestellt werden konnte, gibt es in österreichischen Krankenhäusern vielfach Uneinigkeiten zwischen ÄrztInnen und DiaetologInnen über die Kompetenzverteilung in Fragen der parenteralen Ernährung in der Intensivmedizin. DiaetologInnen verstehen sich aufgrund ihres Fachwissens und ihrer Berufsberechtigung als ExpertInnen auf diesem Gebiet. IntensivmedizinerInnen vertreten wiederum vielfach die Meinung, dass einerseits die parenterale Ernährung aufgrund ihrer Beschaffenheit und Applikationsform in den ärztlichen Aufgabenbereich falle und andererseits den DiaetologInnen das nötige intensivmedizinische Wissen fehle.

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, anhand der entsprechenden Fachexpertise die Bedeutung von DiaetologInnen in der interdisziplinären Zusammenarbeit im Bereich der parenteralen Ernährung im Intensivbereich zu ermitteln.

Methode: Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden leitfadengestützte ExpertInneninterviews geführt. Befragt wurden IntensivmedizinerInnen und DiaetologInnen nach ihrer Vorgehensweise im Management der parenteralen Ernährung im Intensivbereich. Anschließend wurde ein Vergleich der Vorgehensweisen interberuflich, mit aktuellen Leitlinien und Standards sowie mit dem Diaetologischen Prozess als Instrument der Qualitätssicherung angestellt.

Ergebnis: Unterschiede im Management der parenteralen Ernährung im Intensivbereich gibt es in der Planung des Ernährungstherapiekonzeptes sowie in der Therapieverlaufskontrolle. Dementsprechend unterscheidet sich auch die Berücksichtigung der individuellen Ernährungssituation. Insgesamt kann festgestellt werden, dass DiaetologInnen die aktuellen Empfehlungen tendenziell eher umsetzen als IntensivmedizinerInnen. Das Ergebnis bestätigt, dass DiaetologInnen über das im Intensivbereich geforderte Fachwissen verfügen. Sie sollten somit im Rahmen der medizinischen Betreuung als ExpertInnen auf diesem Gebiet in die interdisziplinäre Therapie intensivpflichtiger PatientInnen miteinbezogen werden. Aufgrund der qualitativen Anlage der Erhebung sind weitere Studien notwendig, um diese Hypothese prüfen zu können.

Zusammenfassung (Englisch)

Practical experience has shown multiple divergence between medical doctors and dietitians in austrian hospitals about the allocation of competence concerning parenteral nutrition in intensive care. Due to their expertise and professional license, dietitians represent specialists on that topic. Intensive care physicians plead for the opinion that, because of its configuration and application, parenteral nutrition is part of the medical duties and that dietitians would lack the required intensive care knowledge.

The aim of this written work was to investigate on the significance of dietitians in interdisciplinary collaboration in the field of parenteral nutrition in intensive care on the basis of the corresponding expertise.

Method: The research questions were approached in guided expert interviews. Dietitians and intensive care physicians were interviewed after their procedure in the management of parenteral nutrition in intensive care. Then a comparison of practices among the professional groups, with current guidelines and standards as well as the dietitian’s process as a means of quality assurance has been made.

Result: There are differences in planing nutrition therapy concepts as well as therapy development control in the management of parenteral nutrition in intensive care. Therefore, the observance of individual nutrition situation differs too. Overall, it can be determined that dietitians are more likely to apply current expertise by trend. The result shows, that dietitians implement the knowledge intensive care requires. In doing so, they should be integrated into interdisciplinary intensive care therapy programs. Further studies are to be approached in order to prove this thesis because of the qualitative nature of the investigation.