Titelaufnahme

Titel
Amniotomie- Nützliche Intervention oder bereits Angewohnheit?
Weitere Titel
Amniotomy- Useful intervention or already habit?
VerfasserRajic, Karolina
Betreuer / BetreuerinHeinzl, Silke
Erschienen2015
Datum der AbgabeJanuar 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Amniotomie / künstliche Blasensprengung / Fruchtblaseneröffnung / Geburtsdauer
Schlagwörter (EN)amniotomy / artificial rupture of membranes / birthlenght
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Die Amniotomie, von Harder (2007) definiert als „künstliche Eröffnung der Vorblase mit einem Instrument“, gehört heutzutage zu den routinemäßigen Inter-ventionen unter der Geburt. Viele Hebammen und Ärzte/Ärtztinnen eröffnen die Fruchtblase in der Eröffnungsperiode und verwenden die Amniotomie somit zur Geburtsbeschleunigung. Das ist die Tatsache aus heutiger Sicht, doch wie war die Situation vor über hundert Jahren? Fehling (1889) rät den Hebammen in seinem Lehrbuch die Fruchtblase so lange wie möglich unberührt zu lassen.

Methodik: Diese Bachelorarbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche. Es wurden geburtshilfliche Lehrbücher aus den Jahren von 1846 bis 2011 verglichen. Die wissenschaftlichen Arbeiten konnten mit folgenden Datenbanken gefunden werden: COCHRANE, PUBMED, CINAHL, SPRINGERLINK. Folgende Suchbegriffe wurden verwendet: Amniotomie, künstliche Blasensprengung, Fruchtblaseneröffnung und Geburtsdauer. Es soll erarbeitet werden, wie sich das Management der Amniotomie allgemein mit den Jahren verändert hat. Ins Detail gehend soll diese Bachelorarbeit herausfinden, wie sich die Empfehlungen bezüglich Amniotomie und Verkürzung der Geburtsdauer entwickelt haben.

Ergebnisse: Das Management der Amniotomie hat sich hinsichtlich Indikationsstel-lung und Durchführung in den Jahren von 1846 bis 2011 verändert. Die Fruchtblase selbst hat in der Eröffnungsperiode mit den Jahren an Bedeutung verloren. Pschyrembel (1958) spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Amniotomie. Durch ihn wird die Durchführung maßgeblich verändert und auch in der Indikationsstellung geschieht eine Wende. Großteils ist die Anwendung der Amniotomie zur Geburtsbeschleunigung sowohl auf Pschyrembel selbst, als auch auf die Technisierung der Geburtshilfe in der Zeit zurückzuführen. Die Meinungen über die geburtsbeschleunigende Wirkung gehen im Laufe der Zeit auch auseinander. Smyth, Alldred und Markham (2007) veröffentlichen in ihrem Cochrane Review die aktuellsten Ergebnisse hinsichtlich Amniotomie zur Verkürzung der Geburtsdauer und raten, basierend auf den Studienergebnissen, von einer Amniotomie sowohl bei normal verlaufender, als auch bei protrahierten Geburten ab.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Amniotomy, defined as artificial rupture of membranes (ARM), belongs to the most common routine interventions during labour. Many midwives and obstetricians use ARM to increase labour contractions and speed up delivery. They assume, that rupturing membranes has a positive effekt on shortening birthlenght. That’s todays idea, but what about the opinion of textbooks houndred years ago? Way back midwives were urged to leave the amniotic sac intact during first stage of labour. Also during vaginal examination midwives had to take care not to rupture membranes. The point of view changed a lot in the past years.

Methods: Research on the current literature on this topic has been carried out in detail on the basis of obstetric textbooks from 1846 to 2011. The studies could be found in following databases: COCHRANE, PUBMED, CINAHL, SPRINGERLINK. The following keywords were used to find literature: amniotomy, artificial rupture of membranes and birthlenght. The aim of this work is to find out if the management of amniotomy changed in the period from 1846 to 2011. Furthermore it should be discovered how the opinios regarding the effect of amniotomy for shortening delivery changed over the years.

Results: On the basis of the references, this bachelor paper arrives at the conclusion that the management of amniotomy concerning indication and procedure changed over the years. By and by the bag of waters itself lost the importance during first stage of labour. Pschyrembel (1958) plays an important role in the developement of amniotomy. The change of indication and procedure of amniotomy is due to him in large part. The idea of useing amniotomy for shortening labour starts also on the basis of his findings. Over the time there were many different opinions about amniotomy and his effect on shortening delivery. Smyth, Alldred and Markham (2007) published the latest results in their Cochrane Review. Based on their findings they do not recommend amniotomy wheter during normal birth, nor in prolonged delivery.