Titelaufnahme

Titel
Gewalt und Aggression gegen Pflegende, wie es zur Eskalation bei Pflegehandlungen kommt und Möglichkeiten zur Prävention
Weitere Titel
Violence and aggression against nurses, how situations escalate and opportunities for prevention
VerfasserHirschvogl, Karin
GutachterPfabigan, Doris
Erschienen2012
Datum der AbgabeJuli 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Arbeitsumfeld Pflegende Gewalt Pflege Coping Aggression Präventive Maßnahmen Patient
Schlagwörter (EN)working environment nurses violence nursing coping aggression preventive strategies patient
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Abstract

HINTERGRUND: In der Praxis konnten zahlreiche Attacken und verbale Aggressionen gegen Pflegende seitens Patienten beobachtet werden. Pflegende können mit gegen sie gerichteten Aggressionen meist gut umgehen (Vgl. Panke-Kochinke 2008, S. 79), diese Übergriffe werden jedoch kaum gemeldet (Ferns, 2006, zit. n. Magnavita et al., 2011, S. 204). Allein in Österreich, nach einer Studie von Dorfmeister und Stefan (2010), gab es auf 138 Stationen an rund 380.000 Behandlungstagen 1250 Aggressionsereignisse, das ergibt pro Behandlungstag 304 Aggressionsereignisse. Diese Tatsache lässt auf dringenden Aufklärungsbedarf schließen (Vgl. Dorfmeister et al., 2010, S. 215-228).

ZIEL: Ziel dieser Arbeit ist, die momentan vorherrschende Situation und Reaktionen von Pflegenden auf Gewalt und Aggression darzustellen. Als zweiter Punkt soll aufgezeigt werden, was Pflegende tun, um Gewalt und Aggression von Patienten zu bewältigen. Als dritter Punkt sollen sinnvolle Strategien zur Bewältigung von Gewaltsituationen dargestellt werden.

METHODE: Es wurde eine Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken (Academic search elite, CINAHL) sowie dem Gesamtkatalog der Bibliotheken (www.obvsg.at) durchgeführt, um den Wissensstand von diesem brisanten Thema zu ergründen. Es konnte festgestellt werden, dass zu den Themen Gewalt im psychiatrischen Setting und zu Gewalt im Zusammenhang mit Demenz sehr viel Literatur vorhanden ist, jedoch Gewalt in anderen Settings vernachlässigt wird.

ERGEBNISSE: Gewalt und Aggression tritt häufig auf Intensivstationen, im geriatrischen Setting als auch auf psychiatrischen Stationen auf, schließt jedoch das Auftreten von Gewalt auf anderen Stationen nicht aus (Vgl. Roche et al., 2009, S. 18). Gewalt und Aggression kann von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, wie zum Beispiel ungünstigen räumlichen Bedingungen, mangelhafte Führung durch die Pflegedienstleitungen und Personalknappheit. Gewalt und Aggression hat auch einen Einfluss auf die Verweildauer im Beruf (Vgl. Magnavita et al., 2011, S.206). Um die Situation für Patienten und Pflegepersonen zu verbessern, werden Schulungen und Fortbildungen in diesem Bereich empfohlen (Vgl. Roche et al., 2009, S. 19).

SCHLUSSFOLGERUNG: Wenn Pflegepersonen gut geschult sind, dann können sie besser mit gegen sie gerichteter Gewalt und Aggression umgehen (Vgl. Roche et al., 2009, S. 13) und es können negative Auswirkungen auf die berufliche Laufbahn und die psychische und körperliche Gesundheit vermieden werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract

BACKGROUND: In the clinical setting many attacks and aggressive behaviour against nurses from patients could be observed. Most of the time nurses can handle such situations very well, but those cases are enormously underreported. In Austria, in a study of 138 hospital units there could be 1250 cases of violence and aggression be identified on 380.000 days of treatment. That´s 304 cases per day. This fact leads to the consequence that further exploration is absolutely necessary.

AIM: The goal of this paper is to face the present situation and to show how nurses react to violence and aggression. The other part of this paper wants to point out, what nurses actually do to cope with violence and aggression caused by patients. As a third aspect useful strategies should be presented to cope violent situations.

METHOD: A research has been undertaken in different data bases (Academic search elite, Cinahl) and the total catalogue of the libraries (www.obvsg.at) to find out more about this explosive topic. Within this research there could be discovered that in the psychiatric setting, especially in context with dementia, there is much literature, but violence in other settings, e.g the clinical setting, is neglected.

RESULTS: Violence and aggression occurs mainly in intensive care settings, in the geriatric setting and in the psychiatric setting, but does not exclude the occurrence of violence in other hospital units. Violence and aggression can be influenced by many different factors, for example inconvenient room conditions, a lack of leadership and personal shortage. Violence and aggression has also an influence on the time spent in the profession. To improve the situation for both patients and nurses there are further trainings recommended.

CONCLUSION: If nurses are educated well, they are able to cope with violence and aggression that is against them. Negative impacts on mental and physical health can be avoided.