Titelaufnahme

Titel
Okulomotoriusparese bei Mukozele der Onodi-Zelle der linken Orbita mit kompressiver Opticusneuropathie : Ein Fallbericht
Weitere Titel
Oculomotorius palsy by mucocele of the onodi-cell of the left orbital cavity with compressive optic neuropathy A case report
VerfasserLassacher, Caroline
GutachterHirmann, Elisabeth
Erschienen2012
Datum der AbgabeNovember 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Okulomotoriusparese / Kompressive Optikusneuropathie / Relativ Afferenter Pupillendefekt (RAPD) / Mukozele
Schlagwörter (EN)Oculomotorius palsy / Compressive optic neuropathy / Relativ Afferent Pupillary Defect / Mucocele
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung

Das Krankheitsbild einer peripheren, partiellen, äußeren Okulomotoriusparese wird anhand eines Fallberichtes bei einem 66-jährigen Patienten beschrieben.

Die Okulomotoriuslähmung ist durch mehrere objektive und subjektive Merkmale, bei dem Patienten H.S. charakterisiert.

Die unterschiedlichen Formen und das mögliche Auftreten der Lähmung werden veranschaulicht.

Die Prognose einer Lähmung des dritten Hirnnervs reicht, je nach Ursache, von minimaler Besserung, bis zur vollständigen Heilung.

Für die Verlaufskontrollen und um die Beschwerden des Patienten/ der Patientinnen zu behandeln, sollen Orthoptisten/ Orthoptistinnen in die Untersuchungen und die Therapie integriert werden.

Methodik

Der Patient H.S. wurde über einen Zeitraum von vier Wochen behandelt und therapiert.

Die orthoptischen und opthalmologischen Untersuchungen wurden von Orthoptisten/ Orthoptistinnen und Ophthalmologen/ Ophthalmologinnen durchgeführt.

Unter anderem wurden orthoptische Standard Untersuchungen, wie die Anamnese, die Visusprüfung, der Covertest, die Schielwinkelmessung, Binokulartests, die Motilitätsprüfung, die Untersuchung des Blickfeldes und der Lees-Screen, durchgeführt.

Die neuroorthoptischen Untersuchungen bestanden aus der Prüfung der supranukleären Augenbewegungen, der Pupillendiagnostik und einer Ausmessung des Feldes des binokularen Einfachsehens.

Bei der orbitalen Raumforderung wurden zusätzliche Untersuchungen, wie ein Exophthalmometer nach Hertel, und die Begutachtung der Lidspaltenweite im Seitenvergleich beschrieben. Die weiteren abklärenden Untersuchungen der Optikusneuropathie beinhalteten einen Farbtest, die Perimetrie und die Prüfung auf Farbentsättigung. Als Therapie bekam der Patient Prismenfolien, um die störenden Doppelbilder zu überbrücken.

Ergebnisse

Der Patient H.S. wurde von Dezember bis Jänner in der Schielambulanz und Ambulanz für Lidplastische Chirurgie behandelt und therapiert. Die Anamnese gab Aufschluss über die subjektiven Beschwerden des Patienten und vorangegangene Untersuchungen und Diagnosen, wie eine Raumforderung im Jahr 2009.

Der Visus am linken Auge war auffällig und verschlechterte sich im Laufe der Untersuchungen rapide. Weiters zeigten sich Motilitätsdefizite bei Senkung, Adduktion und Abduktion am linken Auge. Die Schielwinkelmessung zeigte eine deutliche Divergenzstellung. Bei den Binokulartests wurden Doppelbilder angegeben. Die Prüfungen der supranukleären Augenbewegungen waren ohne Befund. Bei der Pupillendiagnostik wurde mehrmals ein positiver, relativer afferenter Pupillendefekt (RAPD) am linken Auge gesehen.

Nach eingehenden ophthalmologischen, neurologischen und bildgebenden Untersuchungen, wurde eine Optikusdekompression durchgeführt. Postoperativ zeigten Visus, Schielwinkel, Motilität und Pupillen, trotz der mehrtägigen Kompression, eine wesentliche Besserung.

Die weitere Behandlung erfolgte in einer privaten ophthalmologischen Praxis.

Diskussion

Die Okulomotoriusparese wurde durch eine Kompression des Nervus oculomotorius, auf Grund einer Mukozele in der Orbitaspitze ausgelöst. Durch die Raumforderung wurde auch ein Druck auf den Nervus opticus ausgeübt, wodurch es zu einer massiven Sehverschlechterung kam. Auch der positive RAPD bestätigte die Sehnervenläsion.

Ausgehend von den orthoptischen Untersuchungsergebnissen, konnte die Diagnose einer inkompletten, äußeren Okulomotoriusparese am linken Auge gestellt werden.

Im Diskussionsteil werden Differentialdiagnosen der Okulomotoriusparese aufgegriffen und mit Hilfe von Fachliteratur abgegrenzt und ausgeschlossen.

Die Symptome besserten sich nach der Optikusdekompression schlagartig. Die weitere Behandlung wird zeigen, ob eine vollständige Rückbildung möglich sein wird.

Zusammenfassung (Englisch)

Introduction

The clinical picture of an oculomotorius palsy is demonstrated by means of a case report. The oculormotorius palsy of the patient H.S. is characterized by subjective and objective symptoms.

At the beginning of this study, the different forms and expressions of this palsy are demonstrated. The prognosis ranges from improvement to complete recovery.

To treat the condition during the orthoptic treatment, it is necessary to include orthoptists in the therapeutic course.

33 percent of all central ocular palsies represent oculomotorius palsies, which often appear unilateral.

Methods

The patient H.S. was treated over a period of four weeks. The orthoptic and ophthalmologic examinations were performed by orthoptists as well as ophthalmologists.

Orthoptic examinations, like vision test, cover test, angle of deviation measurement, binocular vison function test, motility and binocular visual acuity test were carried out.

The orbital examinations included a measurement of exophthalmus, and of the palpebral fissure width as well as the function of the musculus levator palpebrae.

The neuro-orthoptic examinations comprised supranuclear ocular eye-movement tests, pupil diagnosis and testing of the function of the nervus facialis.

The continuing checkups are comprised colour vision tests and visual field recording.

The patient received a prism therapy to relieve the distracting double images.

Results

From December to January the patient H.S. was treated in the outpatient department for strabismus. The anamnesis revealed subjective complaints. Examination results in the past were reported.

The low vision in the left eye got worse over the period of treatment

Furthermore, the patient showed motility reductions in adduction, abduction, and in depression. A divergent position was observed. The pupil diagnosis showed a positive relative afferent pupillary defect (RAPD) on the left eye.

One week later, the patient had to undergo neurological surgery. Decompression of the optic nerve was performed. After surgery the motility improved and the subjective complaints became better.

Discussion

Examination results of the patient H.S. are compared to the relevant literature concerning oculomotorius palsy.

Differential diagnoses of this clinical picture are mentioned.