Titelaufnahme

Titel
Primär dekompensierender Mikrostrabismus
Weitere Titel
Primarily Decompensating Microstrabismus
VerfasserSchneebauer, Lisa
GutachterHirmann, Elisabeth ; Kautzky, Irene
Erschienen2012
Datum der AbgabeNovember 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)konvergenter Mikrostrabismus / Dekompensation / exzentrische Fixation / Amblyopie / Amblyopia ex anisometropia / Hyperopie und Astigmatismus
Schlagwörter (EN)convergent microstrabismus / decompensation / eccentric fixation / amblyopia / amblyopia ex anisometropia / hypermetropia and astigmatismus
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Bei der Patientin der Fallanalyse wurde ein konvergenter Mikrostrabismus mit Dekompensation, eine Amblyopie, eine exzentrische Fixation und eine Amblyopia ex anisometropia diagnostiziert.

Im Zuge der Befunderhebung wurden verschiedene orthoptische und ophthalmologische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden durchgeführt. Ausschlaggebend für die Diagnose des Krankheitsbildes waren der Covertest sowie die Sehschärfeprüfung und die Prüfung der Fixation. Das Binokular- sowie Stereosehen, die Motilität und Konvergenz wurden ebenso geprüft.

Die Patientin war im Zeitraum von 1992 bis 2007 in Behandlung. Während dieser Behandlungsdauer kam es immer wieder zur Dekompensation des Mikrostrabismus – aufgrund der Amblyopie und Hyperopie und einer später diagnostizierten Schilddrüsenunterfunktion (Autoimmunthyroiditis Hashimoto). Durch entsprechende Therapiemaßnahmen, wie monokulare Übungen, Brillenkorrektur, faziale Okklusion, Sichtokklusive und Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion, konnte der dekompensierte Mikrostrabismus in seinen Basiswinkel zurückgebracht werden.

Der Mikrostrabismus ist ein kosmetisch unauffälliges Schielen von weniger als 5 Grad und hat eine rein sensorische Komponente. LANG unterteilt den Mikrostrabismus in fünf Formen – primär konstanter, primär dekompensierender, konsekutiver, sekundärer und divergenter Mikrostrabismus. Die Patientin der Fallanalyse hat einen primär dekompensierenden Mikrostrabismus. Dieser muss differentialdiagnostisch vom normosensorischen Spätschielen, von einer dekompensierten Esophorie und von einem teilakkommodativen Strabismus convergens ohne Konvergenzexzess unterschieden werden. Die Früherkennung des Mikrostrabismus ist sehr wichtig, um die Amblyopie rechtzeitig zu behandeln. Diese entsteht dadurch, dass die meisten Patienten und Patientinnen mit Mikrostrabismus monolateral schielen.

Zusammenfassung (Englisch)

The patient in this case study was diagnosed with a convergent microstrabismus with decompensation, an amblyopia, an eccentric fixation and an amblyopia ex anisometropia.

Orthoptic and ophthalmological examination and treatment methods were performed. The covertest as well as the testing of visual acuity and of fixation were a decisive factor for the diagnose of microstrabismus. Furthermore, binocular single vision, stereo acuity, motility and convergence were also tested.

From 1992 to 2007, the patient was in treatment. At the beginning, the patient was 4 years old. During the 15-year treatment the microstrabismus decompensated several times due to the amblyopia and the hypermetropia. Later, at the age of 14, a thyroid hypofunction was diagnosed, which caused a further decompensation. Through corresponding therapy measures, e.g. monocular exercises, glasses, facial occlusion and Bangerter’s foils and treatment of the thyroid hypofunction, the decompensated microstrabismus could be restored to its base angle.

Microstrabismus is a cosmetical unobtrusive squinting of less than 5 degrees with a purely sensory component. Microstrabismus can be subdivided into five forms – primarily constant, primarily decompensating, consecutive, secondary and divergent microstrabismus. The patient of this case analysis has a primarily decompensating microstrabismus. For differential diagnostics, this type of squint has to be distinguished from normosensoric strabismus, decompensating esophoria and from partial accommadative strabismus convergens with a normal accommodation-convergence-ratio. Early diagnosis of microstrabismus is crucial for the treatment of amblyopia. Amblyopia is caused by the fact that a large number of the patients do squint monolaterally.