Titelaufnahme

Titel
Das Wiener Prostitutionsgesetz 2011 - Und mögliche Auswirkungen auf die Sexarbeit
Weitere Titel
The Viennese prostitution law of 2011 and its potential effects on sex work
VerfasserTürke, Sarah
GutachterDiebäcker, Marc
Erschienen2013
Datum der AbgabeApril 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Prostitutionsgesetz 2011 / Sexarbeit / Prostitution / SOPHIE / Street Work
Schlagwörter (EN)prostitution law 2011 / sex work / prostitution / social work / SOPHIE / street work
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Meine Bachelorarbeit behandelt das Thema Prostitutionsgesetz und dessen Auswirkungen auf die Sexarbeit. Ich habe mich zum Einen für dieses Thema entschieden weil es in Publikationen bisher kaum behandelt wird. Zum Anderen habe ich während meines Berufspraktikums in Gesprächen mit Sexarbeiterinnen erfahren, dass die Betroffenen das Thema wichtig finden, aber noch viel Aufklärungsbedarf besteht. Schließlich ist das Thema besonders diskussionswürdig weil es tief greifende Veränderungen für die SexarbeiterInnen mit sich bringt.

Zuerst gehe ich auf die Definitionen von Sexarbeit und Prostitution ein. Dann beleuchte ich das Forschungsfeld im Hinblick auf die Veränderungen in diesem Milieu und welche Auswirkungen sie auf Arbeitende und KundInnen haben. Hierzu habe ich einen Vergleich zwischen der Gesetzeslage vor 2011 und seit 2011 vorgenommen. Obwohl das neue Gesetz noch relativ jung ist, gibt es schon erste Kritikpunkte, die ich im 4. Kapitel ausführlich erläutere. Hierbei war die sog. Länderkompetenzgruppe von besonderer Wichtigkeit für meine Arbeit, da sie zurzeit die Expertinnengruppe auf diesem Gebiet ist und sich am intensivsten mit der Materie befasst.

Da Österreich erst auf eine zweijährige Erfahrung mit dem neuen Gesetz zurückblicken kann und es insgesamt nur wenige Publikationen zu der Thematik gibt, habe ich auch einen Vergleich mit Schweden, Niederlande und Deutschland vorgenommen. Hierbei habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Einstellung, die ein Land zum Thema Prostitution hat, maßgebend für die Gesetzgebung ist. Daher finde ich es sehr interessant, die Niederlande und Schweden als konträre Beispiele zu beleuchten. Die betreffenden Gesetze in Deutschland dagegen sind der neuen Gesetzgebung in Österreich sehr ähnlich und helfen dabei, Hypothesen über die Auswirkungen in der Zukunft aufzustellen.

Gesellschaftliche Doppelmoral, gesundheitliche Folgen der Sexarbeit und Erfahrungen mit Gewalt gehen mit dieser Berufssparte einher und werden daher ebenfalls aufgegriffen. Inwiefern sich die Sozialarbeit mit Sexarbeit und Prostitution beschäftigen muss und kann, erläutere ich unter Anderem an den Beispielen der Einrichtungen LENA und SOPHIE. Da ich in SOPHIE ein dreimonatiges Berufspraktikum absolviert habe, ist mir dessen Arbeit besonders vertraut und ich gehe in dieser Schrift auf meine dort gemachten Erfahrungen ein. Immer wieder begegnete mir hier der Wunsch von Sozialarbeiterinnen und Sexarbeiterinnen, das neue Gesetz möge ein Ende der Diskriminierung und Stigmatisierung der betroffenen Personengruppe bedeuten.

Zusammenfassung (Englisch)

In my bachelor thesis, the new prostitution law and its consequences on sex work are discussed. I have chosen this issue, because it is currently only rarely discussed in literature. Secondly, during my work experience I have learned from communications with female sex workers about the great importance of this topic for them and there is a substantial need to get informations. Last not least, this issue deserves special discussion because profound changes on the situation of sex workers are be implied.

First of all, the definitions of sex work and prostitution will be presented. Subsequently, I will throw some light upon the research area regarding changes in this milieu and corresponding consequences on workers and clients. For this purpose, I have compared the legal frameworks prior to the year 2011 and later. Although the new law is still quite young, there are some incipient points of criticism to be presented in chapter 4 of these thesis. In this context, the Austrian „Länderkompetenzgruppe“ was of special importance for my discussion because this is currently the group of (female) experts in this area which is at the deepest involved in this matter. Since Austria can look back on only two years of experience with the new law and there is only a small number of publications on these matters, I have compared the corresponding laws in Sweden, Netherlands, and Germany. Doing so, I have got the impression that the evaluation of „prostitution“ which is dominating in a country, is also guiding the legislation in that country. I found it particularly interesting to analyse the examples of Netherlands and Sweden because they are quite contrary to each other. On the other hand, the corresponding German laws are very similar to the Austrian ones and may be useful to hypothesise about their future effects.

Double standards in society, health implications of sex work and prostitution and experiences of violence are inseparably accompanying these professions and are thus treated in the text as well.

I will use the institutions LENA and SOPHIE among others as examples to make it clear to what extent social work has to deal with sex work and prostitution. I have had 3 months of work experience („Berufspraktikum“) with SOPHIE, thus I know their work particulary well and I will detail in my thesis on my experiences there. Again and again, social workers as well as sex workers articulated their hope that the new law might bring an end to discrimination and stigmatization of the affected group of persons.