Titelaufnahme

Titel
Armut bei Jugendlichen. Möglichkeiten und Grenzen der Wiener Ausbildungsgarantie
Weitere Titel
Poverty among youth. Possibilities and limitations of the Viennese training guarantee
VerfasserPflug, Verena
GutachterWürfl, Christine
Erschienen2013
Datum der AbgabeApril 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Jugend / Armut / Bildung / Arbeit / Ausbildungsgarantie
Schlagwörter (EN)youth / poverty / education / employment / training guarantee
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit eine Investition in Bildung soziale Ungleichheit und somit Armut bei Jugendlichen in Wien reduzieren kann. Als Beispiel für eine politische Bildungsmaßnahme wird die Wiener Ausbildungsgarantie herangezogen, die Wiener Jugendlichen nach Pflichtschulabschluss einen Ausbildungsplatz zusichert.

Zunächst wird der Zusammenhang von Armut und Bildung generell diskutiert. Es kann dargelegt werden, dass die Bildungsexpansion der 1970er Jahre, die mithilfe von Bildung Chancengleichheit herzustellen versuchte, soziale Ungleichheit nicht aufheben konnte. Die Inflation von Bildungsabschlüssen führte zu einer Abwertung von Bildungstiteln und die soziale Herkunft wurde bedeutender. Weiters wurde erkannt, dass von Armut betroffene Jugendliche sich öfter in prekäre Beschäftigungsverhältnisse begeben, und sich ihre Armutssituation dadurch weiter verfestigt. Für die Möglichkeiten der Wiener Ausbildungsgarantie zur Reduktion von Armut bedeuten die verfestigten Armutsstrukturen und die sehr geringe soziale Mobilität eine starke Einschränkung. Bildung alleine vermag soziale Ungleichheit nicht auszugleichen, und auch eine gute Berufsausbildung kann Arbeitslosigkeit nicht verhindern, wenn diese strukturell bedingt ist. Es kann außerdem in Frage gestellt werden, ob ein überbetrieblicher Lehrabschluss die gleichen Chancen bringt, wie ein betrieblicher. Die Ausbildungsgarantie verschiebt somit ein Übergangsproblem lediglich ein wenig nach hinten. Es wird schließlich die Schlussfolgerung gezogen, dass die Wiener Ausbildungsgarantie zwar den Übergang von Schule zu Lehre erleichtert und somit Frustrationserlebnissen vorbeugt, langfristig aber kaum zu einer Reduktion von Armut und Ungleichheit beitragen kann.

Zusammenfassung (Englisch)

The present work deals with the question whether an investment in education can contribute to the reduction of social inequality and thus poverty among youth in Vienna. As an example of a political education measure the „Wiener Ausbildungsgarantie“, a training guarantee, which assures vocational training for young people in Vienna after they have completed compulsory education, is used.

First, the relationship between poverty and education is discussed in general. It can be shown that the expansion of education in the 1970s did not achieve changes regarding social inequality. It even led to the devaluation of educational titles and degrees, making the social background yet more important. Furthermore, it was outlined that young people living in poverty tend to accept precarious jobs, leading to a consolidation of their already disadvantaged situations. With regard to the training guarantee, these solid structures of poverty as well as the low social mobility in Austria make it seem very unlikely for education and training alone to reduce social inequality. A god education cannot prevent unemployment if unemployment is of a structural nature. It may also be questioned if potential employers equally value the offered trainings. It is argued, thus, that this political measure simply shifts the problem of a limited access to the labour market for young people living in poverty to a later time. Finally it is concluded, that the training guarantee, though very well assuring a smoother transition from school to vocational training, can hardly contribute to long-term reduction of poverty and inequality.