Titelaufnahme

Titel
Einfluss der Becken- / LWS-Stabilität auf das frontale Knee-Alignment während einer Einbeinkniebeuge
Weitere Titel
The influence of pelvic and lumbar stability on frontal knee alignment during a single leg squat
VerfasserFuchs, Thomas
Betreuer / BetreuerinWidhalm, Klaus
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Problemaufriss: In der heutigen Zeit zählen Knieschmerzen, wie zum Beispiel der anteriore Knieschmerz, zu den häufigsten orthopädischen Problemen. Diese treten in allen Altersgruppen und in allen aktiven Gesellschaftsschichten auf. Ein Teil dieser Knieproblematik tritt durch die statische Veränderung / Abweichung der anatomischen Beinachse auf, welche durch die knöchernen Strukturen sowie die ligamentären und muskulären Zügelungen bestimmt wird. Ein Großteil der statischen Veränderungen der anatomischen Beinachse ist studienmäßig schon sehr gut erfasst, und auch die dahinterstehende Biomechanik wird gut verstanden. Beispiele für solche statischen Veränderungen sind das Genu Valgum und der Pes Planus. Im Gegensatz zu den statischen Veränderungen der anatomischen Beinachse sind die Auswirkungen der dynamischen Fehlhaltungen auf die funktionelle Beinachse in der Literatur kaum beschrieben.

Weiters beeinflusst mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Hüft- und LWS-Stabilität die Beinachse. So haben einige Autoren in ihren Studien beschrieben, dass bei Patienten, mit Kreuzschmerzen oder Beinverletzungen, die Aktivität und die Stärke der Hüftabduktoren reduziert sind. Aufgrund solcher oder ähnlicher Defizite, die durch verschiedene muskuläre, knöcherne oder ligamentäre Dysbalancen verursacht werden, kann man wiederum darauf zurückschließen, dass Beinachsenabweichungen entstehen. Die Recherche hat ergeben, dass eine Einbeinkniebeuge ein ideales Übungssetup wäre um den Einfluss der Becken- und LWS-Stabilität auf die funktionelle Beinachse zu testen. Die Einbeinkniebeuge ist eine kontrollierte, dynamische Bewegung, sie ist funktionell und im Alltag von essentieller Bedeutung, wie zum Beispiel beim Stiegensteigen, Laufen, Landen nach einem Sprung oder bei jedem Schritt. Außerdem wird sie heute von vielen Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen zum Analysieren von Beinbewegungen verwendet.

Zentrale Forschungsfrage: Welche Veränderung im frontalen Knee-Alignment gibt es während einer Einbeinkniebeuge bei einer gesunden jungen Person mit und ohne verbale Korrektur und welchen Einfluss haben diese Veränderungen auf die Becken- / LWS-Stabilität?

Meine Hypothese ist, dass eine schlechte Becken- und LWS-Stabilität während einer Einbeinkniebeuge eine Auswirkung auf die funktionelle Beinachse hat. Das bedeutet, dass vermutlich ein Absinken oder Elevieren des Beckens auf der Seite des Spielbeines, während einer Einbeinkniebeuge genauso wie eine Kippung des Beckens sich auf den Knie-Valgus-Winkel auswirken. Das Ziel dieser Arbeit ist es die Auswirkungen der Becken- und LWS-Stabilität auf das frontale Knee-Alignment herauszufinden.

PT-Relevanz: Durch Abweichungen in der Frontalebene der funktionellen Beinachse kommt es zu verstärkten Belastungen auf verschiedene Strukturen der unteren Extremität. Abhängig von der Abweichung, kommt es auf Dauer zu verschiedenen Abnützungserscheinungen, Erkrankungen oder Verletzungen. Um ein Beispiel zu nennen, wird die Osteoarthritis des Kniegelenks oft mit Beinfehlhaltungen in Zusammenhang gebracht.

Um solche Fehlhaltungen/-stellungen in der funktionellen Beinachse frühzeitig behandeln oder sogar vorbeugen zu können, ist es wichtig herauszufinden, ob beziehungsweise wie stark sich die Hüft- und Beckenstabilität auf die frontale Beinachse auswirkt.

Die Einbeinkniebeuge ist, wie oben genannt, funktionell von hoher Bedeutung, da sie ein Teil vieler Alltagsaktivitäten beziehungsweise Alltagsbewegungen ist und es hierbei zu teilweise großen Abweichungen der Achsen des oberen Sprunggelenks, Knies und Hüftgelenks sowie weitertragend auch auf Wirbelsäulengelenke kommt.

Methodik: Diese Studie ist als qualitative und observative Einzelfallstudie aufgebaut. Der Vorgang wird durch den Autor selbst instruiert und evaluiert.

Die Versuchsperson soll eine Einbeinkniebeuge am dominanten Bein durchführen und dabei einen Knieflexionswinkel von 60° erreichen. Der Oberkörper soll dabei aufrecht gehalten werden und die Arme am Brustkorb überkreuzt werden. Dieser Versuch wird 3 Mal durchgeführt und anschließend nach verbaler Korrektur erneut 3 Mal wiederholt.