Titelaufnahme

Titel
Effektivität des rehabilitativen Krafttrainings bei Patienten/innen mit Hüfttotalendoprothese in Bezug auf Gehgeschwindigkeit und Muskelkraft
Weitere Titel
Effectiveness of rehabilitative strength training with regards to pace and strength with patients that have artificial hips.
VerfasserGamlich, Verena-Katrien
GutachterGruber, Silke
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuli 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

1.1 Einführung in das Problemfeld / Problemaufriss

Heutzutage ist die Hüfttotalendoprothese (auch genannt Hüftgelenksersatz) eine der weltweit bekanntesten und am öftesten durchgeführten operativen Maßnahmen bei Personen mit Hüftgelenks-Arthrose / Arthitis.1 In Österreich werden pro Jahr rund 14.000 Totalendoprothesen implantiert.Besonders Menschen ab dem 60.Lebensjahr entscheiden sich für diesem gelenksersetzende chirurgischem Eingriff.2 „Ziel eines künstlichen Gelenksersatzes ist es, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen deutlich zu verringern, die sich mit konservativen (nichtoperativen) Behandlungsmethoden nicht oder nur ungenügend beeinflussen lassen. Für den Patienten stehen eine bessere Lebensqualität und damit Fortschritte auf der Aktivitäts- und Partizipationsebene im Vordergrund, die seine Alltagskompetenz erhöhen.“ 3 S. 599 Die Anzahl der Personen mit einer Hüfttotalendoporthese nimmt laufend zu. Einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, ist unsere immer älter werdende Gesellschaft. Auch die Erwartungen auf ein qualitatives hochwertiges Leben im höheren Alter führen zu steigenden Gelenksersatz-Operationen.4 Ein wesentliches Schlagwort auf diesem orthopädischen Gebiet ist die physiotherapeutische Rehabilitation. Jedoch ist die Evidenz- basierte Praxis der Rehabilitationswissenschaften der Bereich mit den geringsten Studien und Forschungen im Bezug auf postoperatives Management. Es gibt bis dato keine ausführlichen Studien die den Nutzen der Rehabilitationstherapie untermauern und es liegen auch keine definierten spezifischen Maßnahmen als Richtlinien für effektive Therapiegestaltung bei postoperativen Hüft-TEP Patienten und Patientinnen vor.5 Trotzdem ist die Verordnung von Physiotherapie bei Patienten und Patientinnen nach einem gelenksersetzendem chirurgischem Eingriff, Standard in Österreichs Krankenhäusern.

Ein zielorientierter Aspekt der Hüft-TEP Operation ist es, den PatientInnen ein neues Hüftgelenk einzusetzen, um ihnen eine schmerzfreie, sichere und mobile Hüfte für eine hochwertige Lebensqualität zu gewährleisten.6 Doch häufig sind nach dem Eingriff, postoperative Beeinträchtigungen die Folge. Es kann zu funktionellen Einschränkungen im Gelenk, Verlust der Muskelkraft umliegender Muskelgruppen, eingeschränkter Flexibilität der hüftnahen Strukturen, reduzierte Gehgeschwindigkeit und Kontrakturen der Hüftmuskulatur, kommen. Diese Langzeit- Einschränkungen können Probleme wie, Lockerung des Implantats oder Gelenksinstabilität sowie Muskeldysbalancen mit sich bringen.7 Postoperative Rehabilitation im Rahmen der Physiotherapie hat sich das Ziel gesetzt, diese weitreichenden Folgen zu vermeiden und eine funktionelle Wiederherstellung zu erlangen. Da es jedoch weltweit keine Evidenz-basierten Richtlinien für ein Rehabilitationsprogramm nach einer Hüfftotalendoprothese gibt, ist diese postoperative Therapiephase von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich. Somit ist es von Bedeutung zu wissen, ob medizinisches Krafttraining für Patienten und Patientinnen nach einer Hüft-TEP Operation, Effektivität aufweist um eine schnelle Rehabilitation zu erzielen und Spätfolgen zu vermeiden.

Üblicherweise setzen sich die Therapieeinheiten aus Mobilisationsübungen für das Gelenk, Kreislaufübungen für den gesamten Körper, sowie Gehtraining und vor allem Krafttraining der Unteren Extremität zusammen. Ziel dieser physiotherapeutischen Maßnahmen ist es, dass der Patient / die Patientin selbstständig das alltägliche Leben meistern kann und ohne Spätproblematiken ihre Lebensqualität beibehalten kann. Wichtige Aspekte hierbei sind die Gehgeschwindigkeit und Gehstrecke, auch im Zusammenhang mit der funktionellen Kraft der Muskelgruppen für bestimmte Bewegungen.

Im speziellen, das rehabilitative Krafttraining aus dem Bereich der medizinischen Trainingstherapie, soll zu einer Zunahme der Muskelkraft sowie zu verbesserter intramuskulären und intermuskulären Koordination führen. Aus wiederum diesem Nutzen des Kraftzuwachses, ist es möglich bestimmte statische oder dynamische Bewegungen, wie zB. Gehen oder Stiegen-steigen, durchzuführen. Im sportwissenschaftlichen Bereich wird das Krafttraining in anderen Zusammenhängen auf seine Effektivität und Auswirkung geprüft. Jedoch gibt es bis heute keine spezifische Studie die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Effektivität des Krafttrainings bei PatientInnen nach einer Hüfttotalendoprothese zu erforschen. Ebenso stellt sich die Frage ob es von Vorteil für die Patienten und Patientinnen ist, schon sobald wie möglich nach der Operation mit der Therapie zu beginnen. Folglich leitet sich aus diesen Denkansätzen die zentrale Forschungsfrage ab.

1.2 Zentrale Forschungsfrage

Wie effektiv ist frühzeitiges postoperatives Krafttraining im Bezug auf Muskelkraft und Gehgeschwindigkeit bei Personen nach einer Hüfttotalendoprothese?