Titelaufnahme

Titel
Pes Planus : Physiotherapeutische Konzepte versus Einlagen
Weitere Titel
Flat Foot Physiotherapeutic concept versus Insoles
VerfasserGruber, Bernhard
Betreuer / BetreuerinKundegraber, Manuela
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung

In dieser Arbeit wird die Aussagekraft aktiver Übungen mit der Wirksamkeit verschiedener Einlagen verglichen und ein Evidenz basiertes Konzept zur Rehabilitation von Pes Planus erstellt.

Zentrale Fragestellung & PT-Relevanz

Durch die gezielte Kombination von Einlagen und physiotherapeutischen Konzepten soll sich die Effektivität der interdisziplinären Zusammenarbeit an den Patient/innen erhöhen, was schneller zur spezifischen Kräftigung und Koordinierung der Fußmuskulatur führt. Somit soll eine Empfehlung für den physiotherapeutischen Alltag erarbeitet werden um die Effektivität der Therapie bei der Behandlung von PP zu steigern.

Diese Forschungsarbeit soll Physiotherapeut/innen bei der Beratung ihrer Patient/innen, in Bezug auf adäquate Einlagenversorgung und den gezielten Einsatz aktiver therapeutischer Maßnahmen, Klarheit bringen. Ziel ist außerdem die für die Aufrichtung des Fußgewölbes wichtigen Strukturen zu beschreiben, deren Zusammenwirken auf biomechanischer Ebene zu beleuchten, somit ein neues Verständnis und eine Basis zu schaffen, um ein adäquates physiotherapeutisches Behandlungsprogramm zu definieren.

Aktueller Wissensstand

Die Vielzahl an Gelenken werden am Fuß primär durch Muskeln und Bändern gehalten, wodurch der Fuß effektiv Stöße absorbieren und sich an verschieden Belastungen anpas-sen kann. In der Therapie von Fußdeformitäten wird oftmals erklärt, dass es nur 3 Druck-punkte am menschlichen Fuß gibt (Köpfchen der Os Metatarsale I & IV sowie die Ferse), zwischen denen sich 2 Längs- & eine Querwölbung befinden, das nachfolgende Zitat aus einer Studie von Hayafune zeigt ein anderes Gedankenkmodell:

„Das Konstruktionsprinzip des menschlichen Fußskeletts ermöglicht eine optimale Druckverteilung auf die gesamte Bodenkontaktfläche. Im Ballenbereich werden alle 5 Metatarsalköpfchen und alle 5 Zehen belastet.“ 3 (p91)

Zwischen dem Köpfchen des Metatarsale I und dem Calcaneus befindet sich das mediale Längsgewölbe, den größten Abstand vom Boden bildet das Os naviculare. Das mediale Längsgewölbe wird muskulär an der plantaren Seite durch den M. flexor hallucis longus & M. abductor hallucis zu einem Bogen gespannt. Als Synergist wirkt der M. tibialis posterior der das Os naviculare gegen den Talus plantar zieht, da er an der Tuberositas ossis navi-cularis auf der plantaren Seite ansetzt. 4

Somit zeigt der M. tibialis posterior das entgegen gerichtete Kräfteparallelogramm zur Rutschtendenz des Talus beim Krankheitsbild des PP, da er das nach ventrale gleiten des Talus verhindert.

Aus dem primär muskulär stabilisiertem Fußgewölbe lässt sich also erkennen, dass eine gestörte synergistisches Muskelarbeit der plantaren Stabilisatoren zu einer Abflachung des medialen Längsgewölbes führt und es somit zum Erscheinungsbild des PP kommt.

Forschungsart

Es handelt sich hierbei um eine nicht-empirische Forschungsarbeit, die mit Hilfe wissen-schaftlicher Arbeiten die Forschungsfrage:

„Welche Wirkung haben Einlagen auf die Aktivierung der fußgewölbeaufrichtenden Mus-kulatur und wie kann durch physiotherapeutische Interventionen eine langfristige Aufrich-tung des Fußgewölbes erhalten werden?“

beantworten soll. Die methodische Vorgehensweise dazu wird in den nächsten Punkten genau beschrieben.

Methodik

Um das Basiswissen über das Themengebiet zu spezialisieren, wird der Fuß von der bi-omechanischen Perspektive betrachtet um somit die komplexe Stabilisierung des Fußge-wölbes von allen Seiten zu beleuchten. Die genauere Betrachtungsweise soll somit erklä-ren, welche Adaptionsmechanismen (ossäre, ligamentäre & muskuläre) im Fuß vorange-hen müssen, um einen PP zu entwickeln. Des Weiteren muss eine klare Definition für das Krankheitsbild des PP gefunden werden um dieses Erscheinungsbild von anderen Fußdeformationen abzugrenzen. Basierend auf diesem erworbenen Wissen kann nun klar eingegrenzt nach themenspezifischen Studien gesucht werden. Diese Suchbegriffe werden im Kapitel 4.1.2 genauer angegeben, sie splitten sich in 4 Themengebiete: aktive Übungen - Stärkung & Koordination der Fußmuskulatur, Einlagenversorgung, Auswirkungen auf die Beinachse & die Körperaufrichtung und längerfristige Auswirkungen der Therapiemethoden. Um einen sinngemäßen und qualitativ hochwertigen Vergleich der Studien zu ermöglichen müssen Selektionskriterien definiert werden die in dem Kapitel 4.1.3 ersichtlich sind. Als nächster Schritt werden die Kernaussagen der einzelnen Einlagetypen miteinander verglichen, bewertet und die Effektivität der verschiedenen Einlagetypen am spezifischen Bild des PP bewertet. Die gleiche Herangehensweise wird für die aktiven Physiotherapeutischen Konzepte genützt. Sowohl Einlagetypen und Physiotherapeutische Konzepte sollen auf den langfristigen Erfolg, mit und ohne Einsatz von den spezifischen Interventionen, untersucht werden für die Praxis zu erfahren, ob weitere Interventionen in längeren Zeiträumen notwendig sind.