Titelaufnahme

Titel
Vergleich der Bewegung Einbeinkniebeuge mit und ohne verbale Korrektur im Hinblick auf die plantare Druckverteilung und das frontale Knee-Alignment
Weitere Titel
Comparison of a single-leg-squat with and without verbal instruction with focus on the plantar pressure distribution and the frontal knee-alignment
VerfasserHelldorff, Lara
GutachterWidhalm, Klaus
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In der Literatur werden in Zusammenhang mit dem frontalen Knee-Alignment (FKA) sowie der plantaren Druckverteilung, folgend mit PPD bezeichnet, häufig die anatomische und die mechanische Beinachse, in weiterer Folge mit BA angeführt, in der Frontalebene beschrieben. Zusätzlich zu der anatomischen und der mechanischen BA gibt es noch die funktionelle bzw. dynamische BA, welche bislang kaum untersucht wurde. Die individuelle anatomische, mechanische, sowie auch die funktionelle BA, bzw. die Stellung von Hüft-, Knie und Sprunggelenk, beeinflussen die PPD.Die anatomische BA verläuft durch die Schaftmitte von Tibia und Fibula. Physiologisch definiert sie zwischen Femur- und Tibialängsachse einen nach lateral offenen Winkel von 173-175°.Die mechanische BA orientiert sich an einer Geraden vom Zentrum des Hüftkopfes zum Zentrum des oberen SPG. Diese Gerade wird auch als Mikulisz-Linie bezeichnet. Unter optimalen physiologischen Bedingungen verläuft diese Linie 4 +/- 2 mm medial des Kniegelenkszentrums, welches auch 4-mm-Punkt genannt wird.Die funktionelle bzw. dynamische BA beschreibt, ob in der Bewegung eine Stabilisierung bzw. eine Korrektur der BA möglich ist.

Eine Abweichung in einer der genannten BA kann auf eine Instabilität von Gelenken und/oder Ligamenten, auf eine knöcherne Deformität, oder auf muskuläre Dysbalancen zurückgeführt werden. Sowohl anatomische, mechanische, als auch funktionelle Abweichungen von der Beinachse in der Frontalebene und somit vom optimalen FKA können über kurz oder lang schädliche Auswirkungen auf Knochen, Knorpel, Bänder und Muskeln haben. Darauffolgende Komplikationen können sich, auf das Kniegelenk bezogen, unter anderem in Form eines patellofemoralen Schmerzes, Arthrose, einer Seitenband-/ Kreuzband-/ Meniscusverletzung, oder einem Runners Knee Symptom äußern.

Da die Glutealmuskulatur mit ihrer außenrotatorischen und abduktorischen Tätigkeit für einen Erhalt insbesondere der dynamischen BA unverzichtbar ist, eignet sich die Einbeinkniebeuge, bei der eine sehr hohe bzw. die höchste Aktivität des M. Gluteus maximus und medius gemessen wurde, als Übungssetup.Die Einbeinkniebeuge eignet sich gut als ADL-nahe Übung, da es sich hierbei um eine im Alltag sehr häufig gebrauchte Bewegung handelt, die zum Beispiel beim Stiegen Steigen zum Einsatz kommt. Hierbei wäre es interessant, ob anhand der PPD und deren Veränderung bei Dynamik mit versus ohne verbaler Korrektur, festgestellt werden kann, ob und wie gut die Beinachse gehalten bzw. eine Abweichung ausgeglichen werden kann. Da es noch keine Untersuchungen mit exakt diesem Setup gibt und es sich hierbei um ein alltagsrelevantes Thema handelt, ist es klinisch von Bedeutung, sich damit auseinanderzusetzen.

Abschließend ist in Anbetracht der vorangegangen Fakten anzumerken, dass es, um Problemen, Verletzungen und Schmerzen vorzubeugen, wesentlich ist, die Beinachse sowohl in der Statik, als auch in der Dynamik in einer möglichst physiologischen Stellung zu stabilisieren und Abweichungen bestmöglich auszugleichen. Da man mit Training vieles ausgleichen kann und dadurch auch Operationen abgewendet werden können, ist es von großer Bedeutung sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Es betrifft uns alle, sowohl Kinder als auch Erwachsene. Je früher mit Beinachsentraining begonnen wird, desto größer ist die Chance, Fehlstellungen auszugleichen bzw. zu vermindern.

Die Beinachsenstellung wird von Rumpf und UE beeinflusst und wirkt sich auf die plantare Druckverteilung aus. Die exakte Wechselwirkung von BA und PPD während der Dynamik ist Inhalt der geplanten Studie. Um klinische Relevanz zu gewährleisten wird die ADL-nahe Bewegung Einbeinkniebeuge als Übungssetup herangezogen. Es handelt sich um eine observative, qualitative Einzelfallstudie, durchgeführt an der FH Campus Wien an einer gesunden, jungen, männlichen Person. Zur Erhebung der Daten und zur anschließenden Analyse und Beurteilung werden eine Zerbis Fußdruckmessplatte und 2 High- Speedkameras, die Software Templo, Vicon Motus und Excel benötigt. Die geplante Studie gibt es bis dato in exakt dieser Ausführung aktuell nicht. Es werden also neue Erkenntnisse erwartet, die in der Bachelorarbeit 2 unter Ergebnisse veranschaulicht und anschließend in der Diskussion kritisch betrachtet werden. Aufgrund der Einzelfalluntersuchung kann von keiner großen Aussagekraft ausgegangen werden. Es handelt sich vielmehr um eine neue Erkenntnis, die weiterer ausführlicherer Untersuchung bedarf.