Titelaufnahme

Titel
Erfolgsschiene-Schienentherapie : Der Einsatz von Schienen zur Behandlung der hypertonen oberen Extremität neurologischer Patientinnen und Patienten
Weitere Titel
Success through Splinting The Use of Splints in the Treatment of the spastic upper Extremity of neurological Patients
VerfasserHolzmann, Sophia
GutachterSadovnik, Katarina
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

1. Einleitung

1.1. Problemaufriss:

Seit den neunziger Jahren hat die Schienenbehandlung in der Therapie der Oberen Extremität vor allem im Bereich der Ergotherapie stetig größere Bedeutung erfahren. Dadurch sind auch die Sachkenntnis und der Erfahrungswert rund um das Gebiet der Arm- und Handrehabilitation unter Therapeutinnen und -therapeuten gewachsen. Zahlreiche neue Behandlungsmethoden wurden ausprobiert, und auch die Schienen werden zunehmend individueller hergestellt und genauer auf die Problematik der einzelnen Patientinnen und Patienten abgestimmt, indem man letztere aktiv in den Behandlungsprozess integriert.1

Obwohl sich das Wissen über den Erfolg und die Wirkungsweisen der Behandlung allmählich verbreitet, besteht zur Zeit noch keine klare Einigung über relevante Details wie Indikationsstellung, Schienenart, Anlageort, Therapiebeginn oder Tragedauer.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist daher, diese Wissenslücke zu schließen und herauszufinden, welche Behandlungsrichtlinien in der Schienenversorgung beachtet werden müssen, um Effekte wie Tonusminderung und damit die Vermeidung von Kontrakturen zu erzielen. Weitere Fragen, auf die in dieser Arbeit eingegangen wird, betreffen die Indikationen und Kontraindikationen, Wirkweisen und Evidenzlage, sowie den Stellenwert der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Verwendung von Schienen zur Behandlung spastischer Lähmungen der Oberen Extremität.

Aus therapeutischer Sicht ist die Schienung der Hand als Behandlungsmethode bei zerebraler Spastizität umstritten.2 Die Gründe für diese Einstellung liegen hauptsächlich in einem Forschungs- und Wissensmangel auf diesem Gebiet,3 der sich darin manifestiert, dass nur ein geringer Anteil an vorwiegend Therapeutinnen und -therapeuten der Ergo- und Physiotherapie mit weniger als fünf Jahren Arbeitserfahrung jene Form der Behandlung anwendet.3

Obwohl sämtliche Studien und klinische Erfahrungsberichte für die Wirksamkeit der Schienenversorgung sprechen, stellt das Fehlen vorgegebener Richtlinien wohl das größte Hindernis für die weltweite Durchsetzung der Schienentherapie der Oberen Extremität bei neurologischen Patientinnen und Patienten mit Hypertonus dar.

Daraus ergibt sich folgende zentrale Fragestellung:

1.2. Zentrale Fragestellung

Welche physiotherapeutischen Behandlungsrichtlinien lassen sich für die Schienenversorgung der Oberen Extremität in der Therapie neurologischer Patientinnen und Patienten mit Hypertonus ableiten?

1.3. Untergeordnete Fragen:

- Welche Indikationen und Kontraindikationen gelten in der Schienenversorgung der oberen Extremität neurologischer Patientinnen und Patienten? Das heißt: welche Voraussetzungen müssen Patientinnen und Patienten mitbringen, damit eine Schienenversorgung in Frage kommt? Bei welchen Patienten/ Symptomen werden Schienen angepasst und welche Ziele werden dadurch verfolgt? Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein hinsichtlich Herstellung, Anpassung, Kontrolle, Verwendung und Pflege der Schien, um diese Ziele zu erreichen?

- Auf welchen evidenzbasierten Wirkweisen beruhen die zu erreichenden Ziele in der Schienenversorgung?

- Von welchen Erfahrungen hinsichtlich der Umsetzbarkeit und Effektivität der Behandlung und der Compliance der Patientinnen und Patienten können Therapeutinnen und -therapeuten in der Verwendung von Schienen berichten?

- Wie soll das interdisziplinäre Team die Zusammenarbeit in der Behandlung neurologischer Patientinnen und Patienten gestalten, damit das Behandlungsoptimum für die Patientinnen und Patienten gewährleistet ist? Welchen Stellenwert nehmen dabei einzelne Berufsgruppen, v. a. jene der Physiotherapie ein? Sollen dafür die Aufgaben strikt von der jeweilig zuständigen Berufsgruppe ausgeführt werden oder sollten sich einzelne Teilgebiete überlappen dürfen, um mehr Flexibilität in der Behandlung zu erlangen bzw.. zu verhindern, dass wertvolle Zeit durch strenge Rollenverteilung verloren geht?

1.4. Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes

Wie bereits erwähnt, besteht die Notwendigkeit einer fundierten Nachforschung über das Thema Schienenversorgung bei neurologisch bedingtem Hypertonus. In der Auseinandersetzung mit diesem Thema erweitern Physiotherapeutinnen und -therapeuten ihr Behandlungsspektrum, wovon schließlich Patientinnen und Patienten profitieren.

Im Sinne eines 24-Stunden-Managements von neurologischen Symptomen ist es nötig, durch eine Schienenversorgung das in der Physiotherapie häufig gesteckte Ziel einer Tonusreduktion über die Therapieeinheit hinaus zu verfolgen. Durch den gezielten Einsatz von Schienen können sich die Erfolge bezüglich der Erweiterung der Bewegungsfreiheit bzw.. auch der Selbständigkeit infolge der Tonussenkung und Kontrakturprophylaxe als nachhaltig erweisen.