Titelaufnahme

Titel
Wie ist der Effekt von Geschwindigkeit beim Laufbandtraining auf die Ganggeschwindigkeit im Alltag nach einem Schlaganfall? Eine Literaturarbeit
Weitere Titel
What kind of impact does the set speed during treadmill training have on walking velocity in daily life after a stroke? A literature research
VerfasserMeisterl, Ulrike
GutachterGreisberger, Andrea
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Ein Schlaganfall ist häufig der Hauptgrund für eine grundlegende Veränderung der Mobilität älterer Menschen. Er kann eine Läsion der oberen Motoneuronen verursachen und es treten so genannte positive und negative Anzeichen auf. Man spricht in diesem Fall auch vom Upper Motor Neuron Syndrome, dem UMNS. Die negativen Anzeichen sind wahrscheinlich die Hauptursache für eine Einschränkung oder Erschwernis der Genesung von Funktion und Struktur: Schwäche, Verlust der Geschicklichkeit und Erschöpfungszustände. PatientInnen weisen häufig Einschränkungen in der motorischen Kontrolle, dem Gleichgewicht, der Körperspannung und der Kognition auf, welche ihre Geh- und Lernfähigkeit einschränken. Diese Folgen machen PatientInnen oftmals unselbstständig, da die Mobilität in hohem Maß eingeschränkt wird.

Aus diesem Grund ist die Wiederherstellung der Mobilität von großer Bedeutung. Der Erfolg von Gangrehabilitation hängt meist von aktivem Gangtraining ab. Zahlreiche Studien belegen jedoch, dass die Ganggeschwindigkeit von PatientInnen nach einem Schlaganfall deutlich unter derjenigen von vergleichsweise Gesunden ist. Die Geschwindigkeit ist ein wesentlicher Faktor im Alltag. So ist sie beispielsweise für das Überqueren einer Ampel essentiell. Eine Studie aus dem Jahr 2009 besagt, dass für das Überqueren einer Ampel im normalen Stadtverkehr eine Geschwindigkeit von 0,89±0,41m/s benötigt wird. Die durchschnittliche Ganggeschwindigkeit gesunder Personen beträgt 78m/s. Die Geschwindigkeit von Personen nach einem Schlaganfall liegt hingegen zwischen 0,25-0,63m/s, was die Problematik sehr gut veranschaulicht.

Das Laufband ist ein bekanntes und oftmals angewandtes Therapiegerät zum Training von bestimmten Parametern wie z.B. Geschwindigkeit, unter gurtgesicherten Bedingungen. Das Gehen auf dem Laufband ist nicht ident mit dem Gehen auf normalem Boden, jedoch kann gezielter trainiert werden. Anhand einiger Studien wurde untersucht, ob die Geschwindigkeit im Laufbandtraining auch in einer Geschwindigkeitssteigerung im Alltag resultiert - was mich auch zu meinem Literaturvergleich führt: Wie ist der Effekt von Geschwindigkeit beim Laufbandtraining auf die Ganggeschwindigkeit im Alltag bei PatientInnen nach einem Schlaganfall?

Es mangelt nicht an Studien, die das Wiedererlenen des Gehens untersuchen. Auch tritt der komplette Bewegungsumfang des Gehens als Therapieform immer mehr in den Mittelpunkt von Gangtherapien. Die Physiotherapeutin Jasper-Seeländer schrieb 2001, dass sich konventionelle Physiotherapie zu viel mit Details im Gangbild beschäftigt. Bis zu diesem Zeitpunkt erschien es als richtig zuerst die einzelnen Bewegungsmuster zu erlernen, bevor das Gehen geübt wird. Studien unterstreichen jedoch die Annahme, dass Gehen hauptsächlich durch Gehen erlernt wird.

Der Schwerpunkt der Ganggeschwindigkeit hingegen findet bis dato nur selten spezifische Untersuchungen. Die Überkorrektur des Gangbildes von Patienten während Gangrehabilitation führt oftmals dazu, dass das eigentliche Gehen zu wenig trainiert wird und somit auch die Ganggeschwindigkeit darunter leidet.

Der Bedarf an qualitativer Gangrehabilitation wird immer größer. Die Zahlen von jährlichen Schlaganfällen sind steigend und Ressourcen, wie Zeit oder Personal, sind tendenziell gleichbleibend. Es wird zunehmend relevant Zeit und Kosten zu sparen, und daher ist es essentiell zu erforschen, welche die effektivsten Wege der Gangrehabilitation sind.

Wenn der Einsatz von Geschwindigkeit beim Laufbandtraining eine signifikante Auswirkung auf das Gangtempo der PatientInnen hat, kann wahrscheinlich zielgerichteter gearbeitet werden. In weiterer Folge entstünde, durch eine etwaige Zeitersparnis in der Rehabilitation, ein finanzieller Nutzen für PatientInnen und Krankenkassen.

Um die zentrale Fragestellung zu beantworten wird eine systematische Literaturarbeit durchgeführt. Es wurden die Datenbanken CINAHL, Pedro, PubMed und die Cochrane Library nach englischen Schlagwörtern durchsucht. Die manuelle Suche in Zeitschriften und Weiterverfolgung von Quellliteratur wurden ebenso berücksichtigt. Das erste Suchergebnis von 1948 Studien konnte durch Eingrenzung mittels Ein- und Ausschlusskriterien, sowie dem Lesen von Abstracts und ermitteln der Volltexte auf 7 tatsächlich passende Studien minimiert werden.