Titelaufnahme

Titel
Die Auswirkung von propriozeptivem Training auf die Sturzangst bei älteren Frauen mit Osteoporose.
Weitere Titel
The affect of propriceptive training on fear of falling in elderly women with osteoporosis.
VerfasserNesyba, Daniel
Betreuer / BetreuerinKainzbauer, Georg
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Problemaufriss

Etwa 30 Prozent aller über 65 Jahre alten Menschen, die in geriatrischen Wohnheimen leben, stürzen jedes Jahr mindestens einmal. Bei gesunden Menschen in diesem Alter führt in etwa jeder zehnte Sturz zu einer Fraktur. Bei Menschen mit Osteoporose führen jedoch schon minimal Traumatas zu Knochenbrüchen, besonders häufig erleiden sie Hüft-, Wirbel- und distale Radiusfrakturen. Die Therapie von solchen Verletzungen ist mit langen Krankenaus bzw. mit teuren Rehabilitationsaufenthalten verbunden. Des Weiteren sind diese Frakturen für eingeschränkte Mobilität und die damit verbundene erschwerte soziale Interaktion verantwortlich. Diese eben genannten Faktoren führen zu emotionalen Problemen und einer deutlichen Minderung der Lebensqualität.

Aus dem österreichischen Osteoporosebericht ist zu entnehmen, dass von allen in österreichischen Spitälern diagnostizierten Hüftfrakturen etwa 79 Prozent durch Osteoporose bedingt sind. Von diesen 12.000 Personen pro Jahr versterben 6,8 Prozent während des Krankenhausaufenthaltes.

Laut Arnold et al. wird das Sturzrisiko sowohl durch intrinsische als auch extrinsische Faktoren bestimmt. Einer der komplexesten intrinsischen Risikofaktoren ist die Sturzangst. Denn von ihr sind sowohl Menschen die noch nie zuvor gestürzt sind, als auch jene die rezidivierend stürzen betroffen. So geben rund 60 Prozent der älteren Menschen die in Pflegewohnheimen leben an, dass sie an Sturzangst leiden. Die Folgen der Sturzangst sind Depressionen, herabgesetzte Mobilität, Auffälligkeiten beim Gangbild und der Balance, die Verwendung von Gehilfen und die Vermeidung von Aktivitäten des täglichen Lebens welche eigentlich problemlos durchgeführt werden könnten. Dies ist der Beginn einer so genannten Abwärtsspirale die zur sozialen Isolation, Dekonditionierung, erhöhtem Sturzrisiko und zu einer Verminderung der Lebensqualität führt.

Ältere Personen mit Osteoporose haben mehr Sturzangst als gesunde Menschen gleichen Alters, die Ursache dafür ist das erhöhte Frakturrisiko eines Sturzes.

Derzeitiger Wissenstand

Sturzprophylaxe und die Psyche der Patienten sind zwei essentielle Punkte, in dem komplexen Gesmatkonzept der Osteoporosetherapie. Das Gleichgewichtstraining zur Sturzprophylaxe geeignet ist, geht aus mehreren Studien hervor. Madueira et al. zeigten, dass ein 12 monatiges Gleichgewichtstraining Programm zu einer Verbesserung der statischen und dynamischen Balance sowie zu einer Reduktion der Anzahl an Stürzen bei älteren Frauen mit Osteoporose führte.

Sturzangst ist eine psychische Reaktion des menschlichen Körpers auf eine drohende Gefahr. Sie schützt Menschen davor, Tätigkeiten mit erhöhtem Sturzrisiko durchzuführen und hilft somit Verletzungen vorzubeugen. Diese Schutzreaktion hat jedoch den negativen Effekt, dass betroffene Menschen auch Tätigkeiten vermeiden die sie eigentlich gefahrlos durchführen könnten. Dies wiederum führt zur Herabsetzung der physischen Leistungsfähigkeit, zur Depressionen und der soziale Isolation. Aufgrund dessen sollte die Verminderung der Sturzangst eines der Hauptziele sein um das psychologische Wohlbefinden von älteren Menschen zu stärken.

Sturzangst lässt sich durch körperliche Aktivität positiv beeinflussen. R. Zijlstr et al. zeigten in ihrer Studie, dass die Sturzangst beispielsweise durch „Tai Chi“, spezifisches Hausübungsprogramm und spezifischem Sturztraining deutlich vermindert wurde.

Fraglich ist jedoch welche Aspekte des Trainingsprogramm tatsächlich wirkten. So beschreiben z.B. Li et al. Tai Chi als funktionelles Balance-Training und lassen darauf schließen, dass durch die positive Bewältigung von Gleichgewichtsübungen, das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt werden kann und es somit möglich ist die Sturzangst zu senken.

Auch A. Halvarsson et al. weisen in ihrer Studie darauf hin, dass es angebracht wäre sich weiter mit der Korrelation zwischen Defiziten der Balance und der Sturzangst auseinander zu setzen.