Titelaufnahme

Titel
Anwendung von EMG-Biofeedback am M. serratus anterior in der Physiotherapie
Weitere Titel
Application of EMG biofeedback on serratus anterior muscle in physical therapy
VerfasserPeters, Jens
GutachterKlinger, Meike
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Einführung in das Problemfeld

Der M.serratus anterior spielt eine große Rolle im Skapulathorakalen Rhythmus. Ebenso hilft er bei Bewegungen der Rotatorenmanschette mit. 1(p681) Es gibt Studien die belegen, dass eine Schwäche des M.serratus anterior sich negativ auf die Funktionen und Strukturen der Schulter auswirken kann und in Folge dessen Schulterbeschwerden entstehen können. 2(p82) Ein klassisches Beispiel hierzu ist das Schulterimpingment. In der Physiotherapie gibt es eine Vielzahl von Übungen und Tests um den M. serratus anterior entsprechend aktivieren und trainieren zu können.3(p418) Jedoch gestaltet es sich als äußert schwierig, durch Palpation und Inspektion herauszufinden wie gut ein Muskel anspannt. Hierbei hat sich die Anwendung eines Biofeedbacks, mittels Elektromyographie (EMG) als äußert sinnvoll erwiesen. So hat sich laut einer Studie 4(p359) gezeigt, dass durch EMG Biofeedback ein selektives Aktivieren, auch einzelner Muskelabschnitte möglich ist und so zur Therapie verwendet werden kann. Es stellt sich also die Frage, ob es möglich ist durch visuelles Feedback mittels EMG eine bessere Aktivität des M. serratus anterior hervorzurufen.

Im Rahmen dieser empirischen Studie wird stichprobenartig untersucht ob das EMG als visuelles Feedback für den Patienten so eingesetzt werden kann, dass in dem Muskel eine bessere Aktivität festzustellen ist. Hierzu werden Probanden an ein EMG angeschlossen und es wird eine Übung zur Aktivierung des M.serratus anterior ausgeführt. Der Proband macht dies zuerst ohne visuelles Feedback, hierbei werden die Ergebnisse festgehalten. Im nächsten Durchgang wird dem Proband der Bildschirm des EMG als visuelles Feedback vorgehalten. Mit Unterstützungen durch dieses Feedback kann der Proband nun seine Muskelaktivität, welche mit dem EMG gemessen wird, auf dem Bildschirm ablesen und versuchen die Aktivität noch weiter zu steigern.

Eingangs dieser Arbeit wird dem Leser in ein paar Absätzen die Elektromyographie näher gebracht. In den folgenden Kapiteln wird unter Verwendung von wissenschaftlichen Literaturquellen ein Überblick über die Physiotherapeutische Relevanz dieser Arbeit geschaffen.

Physiotherapeutische Relevanz

Problemstellungen im Schulterbereich stellen einen großen Teil der physiotherapeutischen Behandlung der Patienten dar. Von besonderer Bedeutung ist hier der M. serratus anterior, welcher die Skapula bewegt und stabilisiert. Dieser Muskel gewährleistet die aktive Rotation dieser nach lateral-ventral und hat somit eine zentrale Stellung im skapulothoralen Rhythmus. In der physiotherapeutischen Praxis ist bei Diagnose von Schulterproblemen grundsätzlich dieser Muskel anzusteuern und gegebenenfalls zu kräftigen. Bevor allerdings ein Muskel nach einer Verletzung wieder in eine komplexe Bewegung oder komplexe Bewegungsmuster eingliedert wird, kann man ihn im Aufbau der Therapie auch zuerst selektiv aktivieren. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass der Muskel wieder seine volle Aufgabe übernehmen kann und keine Ausweichbewegungen provoziert werden. Insgesamt können Störungen des Skapulathoraklen-Rhythmus allerdings durch eine Vielzahl von Ursachen wie zum Beispiel dem Impingment-Syndrom, Haltungsschäden oder auch Instabilitäten der Schulter beziehungsweise des Schultergelenkes, hervorgerufen werden.

Für die optimale Behandlung oben genannter Problemstellungen soll die Elektromyographie, durch visuelles Feedback für den Patienten, eine bessere selektive Ansteuerung des M. serratus anterior erzielen. Dabei soll das EMG als Biofeedback so eingesetzt werden, dass der Patient seine Muskelaktivität auf einem Display verfolgen und so den Muskel intensiver aktivieren kann. Ein effektiver Mehrwert für den Patienten würde das EMG als adäquates Mittel in der physiotherapeutischen Behandlung von Problemen im Schulterbereich und als Wiederbefundungsparameter qualifizieren.

Ziel der Arbeit und zentrale Fragestellung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage ob durch eine Elektromygraphie, als visuelles Feedback für den Patienten, eine bessere selektive Ansteuerung des M.serratus anterior erzielt werden kann. Denn auf diese Wiese kann man das EMG als adäquates Mittel in der Physiotherapie, bei Patienten mit Schulterproblemen, einbeziehen und ebenfalls als Wiederbefundungsparameter verwenden. Mit dieser Arbeit soll herausgefunden werden ob dies möglich ist.

5. Methodik

5.1. Studiendesign

Die Fragestellung wird mittels einer Pilotstudie untersucht. Hierzu wird eine kleine Gruppe von 10 Probanden mit bestimmten Einschlusskriterien herangezogen. Die Begriffe wurden anhand einer nicht empirischen Inhaltanalyse mittels einer ausführlichen Literaturrecherche in den Datenbanken Pubmed, Pedro, Google Scholar sowie in der Bibliothek des FH Campus Wien durchgeführt. Die Schlüsselbegriffe zur Suche der Studien sind: „EMG M.serratus anterior*, „Biofeedback EMG“, „Surface electromygraphic“, „EMG shoulder“, „Biofeedback serratus“ , „Schultergelenk“.