Titelaufnahme

Titel
Welche evidenzbasierten physiotherapeutischen Maßnahmen zur Behandlung der hereditären und idiopathischen Ataxie werden in der Literatur beschrieben?
Weitere Titel
Which evidence-based physiotherapeutic measures in treatment of hereditary and idiopathic ataxia are described in the literature?
VerfasserSeidinger, Yvonne
GutachterGreisberger, Andrea
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In der Literatur wird die Ataxie auf unterschiedlichste Weise klassifiziert. Unterschieden werden die spinale Ataxie und die zerebelläre Ataxie. Im Gegensatz zur zerebellären, kann die spinale, oder auch sensible Ataxie, durch eine optische Kontrolle ausgeglichen werden. Die zerebelläre Form zeigt sich in einer Störung der Bewegungskoordination und Gleichgewichtsreaktion infolge einer Schädigung verschiedener motorischer Kleinhirnzentren bei intakten sensiblen Afferenzen. Sie kann grob vereinfacht in drei Übergruppen eingeteilt werden. Die Häufigste ist die symptomatische Form, die zum Beispiel im Zuge einer neurologischen Grunderkrankung wie Multipler Sklerose, oder durch Alkoholabusus auftreten kann. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den anderen beiden Formen der zerebellären Ataxie, der hereditären und der idiopathischen.

Die hereditäre Ataxie kann einen autosomal-dominanten - man spricht hier von der spinozerebellären Ataxie (SCA) - oder einen autosomal-rezessiven Erbgang aufweisen. Letzter weist mehrere Untergruppen auf, wobei die Friedreich Ataxie (FRDA) die häufigste Form darstellt.

Finden sich weder Hinweise auf eine hereditäre, noch auf eine symptomatische Ataxie, spricht man von einer sogenannten idiopathischen Form.

Unterschieden wird eine Rumpf-, Gliedmaßen- und Gangataxie, wobei sich die vorhandenen Koordinationsstörungen unterschiedlich ausgeprägt manifestieren. Die Symptomatik zeigt sich in Koordinationsstörungen wie Dysmetrie, Dyssynergie, Dysdiadochokinese, Reboundphänomen, keiner anhaltenden Kraftgenerierung, aber auch visuelle und andere Störungen wie Nystagmus oder Tremor können auftreten.

Aufgrund dieser Symptomatik ist nachvollziehbar, dass PatientenInnen mit zerebellärer Ataxie ein erhöhtes Sturzrisiko aufweisen.

PT Relevanz:

Die zentrale Fragestellung soll erörtern, ob und mit welchen physiotherapeutischen Maßnahmen Einfluss auf die Symptomatik der Ataxie genommen werden kann. Erzielen die gewählten Therapiemaßnahmen zum Beispiel Verbesserungen in den Bereichen des Ganges, der Motorik, der Koordination und des Gleichgewichtes, hat dies eventuell wiederum ein minimiertes Sturzrisiko und eine leichtere Ausführbarkeit gewisser Aktivitäten des täglichen Lebens zur Folge.

Des Weiteren bezieht sich die zu beantwortende Fragestellung nur auf die „reinen“ Ataxieformen, damit die gesetzten Maßnahmen auch gezielt die Ataxie behandeln und nicht andere Begleiterscheinungen der symptomatischen Form. Damit gemeint sind Begleiterscheinungen wie zum Beispiel pyramidale oder extrapyramidale Zeichen, welche bei der „reinen“ Ataxieform nicht im Vordergrund stehen. Verschiedene physiotherapeutische Behandlungsstrategien der Ataxie werden beschrieben, jedoch basierend auf Studien oder Erfahrungswerten, die meist auf die symptomatische Ataxieform, besonders bei Multipler Sklerose eingehen. Ein weiteres Problem stellt dabei die Tatsache dar, dass die in der Arbeit inkludierten Ataxien einen progressiven Verlauf haben, anders als bei Traumata oder Schlaganfall. Diese Krankheitsbilder betreffen nur einige Regionen des Zerebellums, die kompensiert werden können, da andere Teile intakt bleiben.

Sekundärprobleme, bedingt durch eine Ataxieerkrankung, beeinflussen unter anderem die Arbeitsfähigkeit, steigern die Pflegekosten und reduzieren die Lebensqualität der Betroffenen. Durch geeignete Therapiemaßnahmen kann auf diese Sekundärproblematiken eventuell Einfluss genommen werden.

Es handelt sich um eine nicht-empirische Forschungsarbeit und zur Beantwortung der zentralen Fragestellung wird eine systematische Literaturrecherche herangezogen.

Das Ziel dieser Arbeit ist, den aktuellen Wissensstand der Literatur hinsichtlich der physiotherapeutischen Behandlungsstrategien eines seltenen Krankheitsbildes zu ermitteln, an dem sich PhysiotherapeutInnen orientieren können.

Die zentrale Fragestellung ist zugleich der Arbeitstitel. Daraus ergeben sich wiederum folgende Unterfragen: Können spezifische physiotherapeutische Maßnahmen Einfluss auf die Symptomatik der Ataxie nehmen? Welche Ähnlichkeiten/Parallelitäten gibt es in den einzelnen evidenzbasierten Bahandlungsansätzen?

Die zentralen Begriffe „zerebelläre Ataxie“, „hereditäre Ataxie“ mit „autosomal-rezessivem Erbgang“ und „autosomal-dominantem Erbgang“ und „idiopathische/sporadische Ataxie“ werden in der Arbeit beschrieben.

Zur endgültigen Suche wurden die wissenschaftlichen Datenbanken Pedro, Pub Med und Cinahl herangezogen. Es wurden schlussendlich 4, auf die zu beantwortende Fragestellung passende Studien für die Bachelorarbeit 2 selektiert.

Die Die voraussichtlichgeplante Auswertung der Studien wird in der Bachelorarbeit 2, durch Vergleichen der verwendeten Assessments anhand des ICF-Modells stattfinden.