Titelaufnahme

Titel
Welche Tapeanlagen können bei ventralen Schulterinstabilitäten zur Steigerung des schmerzfreien Bewegungsausmaßes beitragen?
Weitere Titel
What kind of tape applications can assist in increasing the pain-free range of motion in patients with anterior shoulder instability?
VerfasserVana, Sebastian
Betreuer / BetreuerinSchnell, Daniela
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die bisherige Arbeit wurde anhand von 19 Referenzen erstellt, und gibt einen ersten Eindruck wie aussichtsreich es ist, ventrale Schulterinstabilitäten durch Tapeanlagen zu unterstützen.

Es wurden im ersten Teil der nicht-empirischen Arbeit drei Hypothesen angenommen die wie folgt lauten (H1 – Haupthypothese; H2/ H3 – Nebenhypothesen):

H1 – Tapeanlagen können bei ventraler Schulterinstabilität dazu beitragen das schmerzfreie Bewegungsausmaß im GHG kurzfristig zu steigern.

H2 – Elastisches Tape kann über die Muskeltonusregulierung positiv auf muskuläre Dysbalancen im GHG wirken und so auf die aktive Beweglichkeit einwirken.

H3 – Festes und/oder elastisches Tape kann auf die Stabilität des GHG einwirken und so das Bewegungsausmaß erhöhen.

Ziel der Arbeit war es also die Effektivität von festen und elastischen Tapeanlagen auf das schmerzfreie Bewegungsausmaß bei ventralen Schulterinstabilitäten zu untersuchen.

Hierfür wurden 3 Ebenen definiert, an denen Tape ansetzen kann: Steigerung der afferenten Information über die Gelenksstellung durch propriozeptiven Input an den Mechanorezeptoren der Haut, Steigerung der Stabilität durch korrigierende bzw. stützende Anlagen, Tonusregulation durch Muskelanlagen bei muskulären Dysbalancen.

Nach Analyse der Literatur wurden folgende Resümees gezogen:

Es sind in der Literatur keine direkten Nachweise für die Effektivität von Tape auf die schmerzfreie Beweglichkeit bei ventralen Schulterinstabilitäten zu finden.

Daher musste die Fragestellung anhand von Tapeanlagen an anderen Beschwerdebildern der Schulter, und anhand der Pathologie der Schulterinstabilität bearbeitet werden.

Elastisches Tape scheint über Muskelanlagen auf muskuläre Dysbalancen zu wirken und somit die Gelenksbeweglichkeit unterstützen zu können. Die Wirkungen auf den Ebenen der Propriozeption und Stabilität scheinen zweifelhaft, wobei hierfür auch keine aussagekräftigen Studien gefunden wurden.

Es wurden überraschend wenige Studien zu festem Tape gefunden. Das kann einerseits an der Anatomie des Schultergürtels liegen – die anatomischen Gegebenheiten lassen eine klassische Stabilisationsanlage mit den notwendigen zirkulären Ankern nicht zu – andererseits auch an der Eingrenzung des Erscheinungszeitraums (Erscheinung ab 2000). Festes Tape gibt es schon deutlich länger als elastisches, Untersuchungen könnten also durchaus früher stattgefunden haben.

Bisher konnte nur ein Hinweis gefunden werden, dass festes Tape auf die Stabilität im GHG wirken kann. Wirkungen auf der propriozeptiven Ebene scheinen diskussionswürdig.

Die breite Anwendungsmöglichkeit von elastischem Tape bei Schulterproblematiken, speziell bei Muskeldysbalancen und myofascialen Schmerzen, konnte anhand verschiedener Ressourcen aufgezeigt werden. Daher wurde H2 als bestätigt angenommen.

Die kurzfristige Wirkung von Tape kann als einziger Aspekt der H1 angenommen werden, wobei die bis zu drei Tage anhaltende Wirkung eher vom elastischen Tape zu erwarten ist. Studien über festes Tape untersuchten diesen Effekt nicht.

H3 konnte nicht ausreichend beantwortet werden.

Im Zuge der bisherigen Arbeit konnten also nur potentiell mögliche Tapeanlagen identifiziert werden.

In Verbindung mit Konzepten zur Schulterrehabilitation soll jedoch die Recherche auf Basis der Ebenen Muskelfunktion, Stabilität und Propriozeption intensiviert werden. Im Zuge der Bachelorarbeit 2 soll eine Empfehlung für eine oder mehrere Anlagen abgegeben werden, welche bei ventralen Schulterinstabilitäten die schmerzfreie Beweglichkeit kurzfristig steigern kann.