Titelaufnahme

Titel
Standfestigkeit bei Kindern mit Down Syndrom im Volksschulalter
Weitere Titel
Stability in primary school children with Down´s syndrome
VerfasserWeichsler, Carina
GutachterJelem-Zdrazil, Elisabeth
Erschienen2013
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Das Down Syndrom ist ein Krankheitsbild, welches im 19. Jahrhundert von John Langdon Down, einem englischen Arzt, erstmals beschrieben wurde. Dabei handelt es sich um eine Störung innerhalb der menschlichen Genetik, die durch das Auftreten eines zusätzlichen Chromosoms Nr. 21 charakterisiert ist, daher auch der Name „Trisomie 21“. Das Erscheinungsbild bei Menschen mit Down Syndrom kann sehr verschieden und vielseitig ausgeprägt sein, wobei der Gesamteindruck durch eine charakteristische Kombination von unterschiedlichen Merkmalen bestimmt ist.

Vor allem durch die Summe der körperlichen und kognitiven Unterschiede und Defizite gegenüber normal entwickelten Menschen können die Komponenten der Standfestigkeit (STF) beeinflusst werden. Die STF weist eine sensomotorische (Koordination, Kraft, Gleichgewicht) und eine psychomotorische (Kompetenzen, Resilienz) Komponente auf, deren Wechselwirkung die STF beeinflussen kann. Muskuläre Hypotonie kann beispielsweise zu Skelettveränderungen und Gelenksproblemen führen, wenn diese während der Entwicklung nicht rechtzeitig behandelt werden. Weitere wichtige Faktoren sind die veränderte Haltung, die kürzeren und breiteren Hände und Füße, aber auch die oft vorkommende Greifzehe. Durch all diese Faktoren und Einflüsse ist gerade bei Kindern mit Down Syndrom eine verminderte Standfestigkeit zu erwarten. Frühförderung spielt daher in diesem Bereich eine wichtige Rolle, um die Entwicklung der Kinder in ihrer Gesamtheit zu fördern und die STF zu verbessern. Daher wird der Einfluss der charakteristischen Down-Syndrom-Probleme auf die Standfestigkeit in dieser Arbeit beschrieben und die Unterschiede zu normal entwickelten Kindern dargestellt.

Zentrale Fragestellung:

Daraus ergibt sich folgende Fragestellung: „Haben Kinder mit Down Syndrom im Volks-schulalter (6-10 Jahre) eine veränderte Standfestigkeit gegenüber normal entwickelten Kindern dieser Altersstufe und wie zeigen sich diese Unterschiede bzw. Veränderungen?

Wie wirken sich diese auf die physische und psychische Entwicklung aus?

Inwieweit haben physiotherapeutische Interventionsmaßnahmen darauf Einfluss?"

Arbeitshypothese:

H1: Kinder mit Down Syndrom im Volksschulalter haben eine verminderte Standfestigkeit als Kinder dieser Altersgruppe mit einer „normalen“ Entwicklung.

H0: Kinder mit Down Syndrom im Volksschulalter haben keine verminderte Standfestigkeit als Kinder dieser Altersgruppe mit einer „normalen“ Entwicklung.

Physiotherapeutische Relevanz:

Um zukünftige Probleme innerhalb der Standfestigkeit bei Menschen mit Down Syndrom reduzieren bzw. vermeiden zu können, muss zuerst klargestellt werden, ob es Defizite gibt, in welcher Form diese auftreten und wie stark sich diese auf die physische und psychische Entwicklung betroffener Kinder auswirken. Dazu muss das Krankheitsbild detailliert erläutert und mit der „normalen“ Entwicklung verglichen werden. Weiters ist bekannt, dass sich Frühförderung positiv auf die Entwicklung erkrankter Kinder auswirkt und es daher wichtig ist, Kinder mit diesem Krankheitsbild so früh wie möglich zu behandeln.

Standfestigkeit:

Der Begriff der Standfestigkeit beschreibt Komponenten aus dem Bereich der Sensomotorik und Psychomotorik. Einerseits zählen dazu Koordination, Kraft, Gleichgewicht und Aufrichtung, andererseits gewisse Kompetenzen und Faktoren aus dem Bereich der Resilienz. Das Zusammenspiel und die Abhängigkeit all dieser unter-schiedlichen Faktoren voneinander können die Standfestigkeit in ihrer Gesamtheit beeinflussen. Daher ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen diesen Komponenten aufzubauen und zu erhalten.

Forschungsdesign:

Bei der durchzuführenden Forschungsarbeit handelt es sich um eine empirische Arbeit, da eine praktische Studie mittels standardisiertem Testverfahren durchgeführt wird.

Bei den Testgruppen handelt es sich um 2 unabhängige Stichproben (Down Syndrom/"normale" Entwicklung). Pro Gruppe werden 10 Probanden im Volksschulalter ausgewählt, wobei darauf geachtet wird, die Testgruppen nach dem Alter zu schichten. Die Testung der Kinder erfolgt einzeln, damit für jedes Kind dieselben Voraussetzungen bestehen. Die Durchführung des Tests wird voraussichtlich in den Räumlichkeiten der Schulen unter Anwesenheit einer Aufsichtsperson stattfinden. Weiters werden die Kinder zur selben Tageszeit getestet, um vergleichbare Resultate zu erhalten.

Zur Erhebung der Daten wird ein standardisierter Test, der Körperkoordinationstest für Kinder (KTK-Test) nach Kiphard/Schilling, angewendet. Für die Auswertung der Daten wird die zugehörige, standardisierte Auswertungsmethode des KTK verwendet.

Zusätzlich wird versucht, die psychomotorische Komponente anhand der subjektiven Beurteilung der Resilienz in einer stressigen Situation zu erfassen. Es wird durch Beobachtungen der Testleiterin, sowie durch eine Frage zum Thema: „Machst du gerne Sport?/Bewegst du dich gerne?“ geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen Resilienz/Sport besteht.