Titelaufnahme

Titel
Estrogen aktivierende und inaktivierende Enzyme bei Ovarialkarzinomen
Weitere Titel
Estrogen activating and inactivating enzymes in ovarian cancer
VerfasserAllinger, Patricia
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuli 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Sulfatase / STS / Sulfotransferase / SULT1E1 / Estrogen / Epitheliales Ovarialkazinom (EOC) / hormonabhängiger Tumor
Schlagwörter (EN)Sulfatase / STS / Sulfotransferase / SULT1E1 / estrogen / epithelial ovarian cancer (EOC) / hormone dependent tumor
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Biologisch inaktive Vorläufer werden im „Sulfatase-Pathway“ durch Estrogensulfatasen (STS) zu aktiven Estrogenen, die an die Estrogenrezeptoren alpha und beta binden, umgewandelt. Vor allem das biologisch aktivste 17beta-Estradiol (E2) spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung und im Fortschreiten von hormonabhängigen Tumoren und ist daher für den Eierstockkrebs von Bedeutung. Estrogensulfotransferasen (SULT1E1) dagegen wandeln aktive Estrogene in inaktive Estrogensulfate um und könnten daher der Tumorprogression entgegensteuern.

In dieser Arbeit wurde der Zusammenhang zwischen den Enzymen STS und SULT1E1 und dem Fortschreiten des Epithelialen Ovarialkazinoms (EOC) untersucht.

Dabei wurde einerseits die zelluläre Lokalisation mittels Immunfluoreszenzdoppelfärbungen mit zellulären Markern bestimmt, während andererseits der Gehalt der Enzyme mittels IHC an Paraffinschnitten von Ovarialkarzinomen und anschließender quantitativer mikroskopischer Imageanalyse, bestimmt wurde.

Die Ergebnisse, die den Gehalt an STS und SULT1E1 in den Tumoren und den Stroma zeigen, wurden mit klinischen Daten verglichen. Es zeigte sich, dass STS in allen Tumoren nachzuweisen ist und daher durch Estrogenaktivierung zur Tumorprogression beitragen könnte. SULT1E1 dagegen ist nur bei einigen Tumoren exprimiert. Die Immunfluoreszenzdoppelfärbungen ergaben, dass STS in den Tumorzellen epithelialen Ursprungs lokalisiert ist, aber auch in den Stromazellen nachweisbar ist. SULT1E1 hingegen kommt fast ausschließlich in den Tumorzellen vor, wobei der zelluläre Gehalt an diesem Enzym im höheren Alter abnimmt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Ergebnisse dieser Pilotstudie die Bedeutung der beiden Estrogen-modulierenden Enzyme bei Ovarialkarzinomen zeigen. Ob STS und SULT1E1 als Marker für eine frühe Diagnose, wie auch als Targets für therapeutische Modulatoren in Frage kommen, sollte in einer nachfolgenden Studie mit einem größeren Kollektiv an Patientinnen untersucht werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Biologically inactive precursors are converted in the 'sulfatase pathway' via the enzyme estrogen sulfatase (STS) to active estrogens that bind and activate the estrogen receptors alpha and beta. The biologically most active estrogen, 17beta-estradiol (E2), plays an important role in the development and progression of hormone-dependent tumors and is therefore also essential for ovarian cancer progression. Another enzyme, estrogen sulfotransferase (SULT1E1), converts active estrogens into inactive estrogen sulfates and its activity could therefore counteract tumor progression.

In this study, the expression of STS and SULT1E1 was investigated using paraffin sections of EOC to obtain knowledge on the progression mechanism in epithelial ovarian cancer (EOC). Cellular levels of STS and SULT1E1 were compared with clinical data from patients. The cellular location of both enzymes was determined by double immunofluorescence staining with cellular markers, while enzyme levels were determined by IHC. Quantitative analysis was done by microscopic image analysis (TissueQuest program).

It was found that STS is detectable in all tumors and may therefore contribute to tumor progression by estrogen activation. In contrast to STS, SULT1E1 is only expressed in some tumors. Double immunofluorescence staining showed that STS is localized in the tumor cells of epithelial origin, but is also present in stroma, while SULT1E1 is found almost exclusively in tumor cells. The cellular content of SULT1E1 decreases with higher age.

Taken together, the results of this pilot study demonstrate the importance of both estrogen-modulating enzymes in ovarian cancer. Whether or not, STS and SULT1E1 qualify as markers for an early diagnosis and targets for therapeutic modulation has to be examined in a subsequent study with a larger cohort of patients.