Titelaufnahme

Titel
HLA-G: ein nicht klassisches MHC-Klasse 1 Molekül
Weitere Titel
HLA-G: a nonclassical MHC-class 1 molecule
VerfasserMayr, Vanessa
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)HLA-System / HLA-G / KIR2DL4 / Schwangerschaft / Rheumatoide Arthritis
Schlagwörter (EN)HLA-system / HLA-G / KIR2DL4 / pregnancy / rheumatoid arthritis
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Das HLA-G Molekül gehört zu den nicht klassischen MHC-Klasse 1 Molekülen. Charakteristisch für dieses Molekül ist die limitierende Anzahl an Polymorphismen und seine beschränkte Gewebeexpression.

Der Genort des HLA-G Moleküls liegt am kurzen Arm des Chromosoms sechs und ist im MHC Komplex zwischen dem HLA-A und HLA-F Gen lokalisiert. Der strukturelle Aufbau ist dem der klassischen HLA-Klasse 1 Moleküle ähnlich. Durch alternatives Splicing der mRNA entstehen sieben Isoformen, von denen 4 membrangebunden und 3 löslich sind.

Das HLA-G Molekül wirkt vor allem immunsupprimierend, da es ein Ligand für inhibitorische Rezeptoren, wie KIR2DL4, ILT2 und ILT4, ist. Diese Rezeptoren werden von Lymphozyten und Antigen-präsentierenden Zellen exprimiert. Durch eine Interaktion kommt es zur Hemmung der zytolytischen und zytotoxischen Funktionen. Dadurch wird die Immunantwort abgeschwächt und die Targetzelle gegen Zytolyse geschützt. Eine weitere Funktion beinhaltet die Bildung von Suppressor-Zellen aus Antigen-präsentierenden Zellen und T-Lymphozyten. Somit bewirkt das HLA-G auch eine langanhaltende Immuntoleranz.

Diese Funktionen sind während der Schwangerschaft besonders wichtig. Trophoblasten, exprimieren vermehrt HLA-G. Sie umhüllen die Blastozyte, welche während der Schwangerschaft in die Uterusschleimhaut einwandert. Das HLA-G erleichtert einerseits die Invasion in das Endothel und inhibiert andererseits die Immunzellen, sodass der Fetus vom mütterlichen Organismus toleriert wird. Dieser Mechanismus trägt zu einer erfolgreich verlaufenden Schwangerschaft bei. Polymorphismen des HLA-G Moleküls können die supprimierenden Funktionen aufheben, wodurch es zu Schwangerschaftsproblemen kommen kann.

Ebenso wird dem HLA-G Molekül eine Relevanz bei Transplantationen, bei Autoimmunerkrankungen, bei der Entstehung von Karzinomen und bei Entzündungskrankheiten, nachgesagt.

Eine vermehrte Expression von HLA-G bei Entzündungsreaktionen, wie zum Beispiel der rheumatoiden Arthritis, bewirkt eine Gewebsprotektion und somit eine Linderung der Symptome.

Zusammenfassung (Englisch)

HLA-G is a non-classical MHC-class 1 molecule which is characterized by low allelic polymorphism and a limited tissue distribution.

It is located at the short arm of chromosome six in the MHC complex between the HLA-A and HLA-F gene. The structural design is similar to those of the HLA-class1 molecules. There exists seven different isoforms, four of them membrane-bound and three soluble, which arises by alternative splicing of the mRNA.

The HLA-G molecule has mainly immunosuppressive effects because it is a ligand for inhibitory receptors such as KIR2DL4, ILT2 and ILT4. These receptors are expressed by lymphocytes and antigen presenting cells. Through the interaction the cytolytic and cytotoxic functions of these cells get inhibit. This leads to immune inhibition and to the protection of thetarget cell against cytolysis. Anotherfeature includesthe formationof suppressorcells fromantigen-presenting cells and T lymphocytes. For this reason themoleculeHLA-Gcontributes also a long immune tolerance.

These functions areparticularly importantduring pregnancy. HLA-G antigenswerefirstlydetected on thesurfaceoftrophoblastatthefeto-maternalinterface. The blastocyst, which attaches to the maternal endometrium, is surrounded by these trophoblasts. Through the HLA-G the invasion gets easier and it also seems to modulate the maternal immune system during pregnancy, which protects the fetus from the maternal immune response. This mechanismcontributes to successful pregnancies. HLA-G polymorphism can leadtopregnancy complications, which may be caused by an insufficient immune tolerance because the immune response is directed at the fetus.

The HLA-G is also important in immunoregulatoryprocesses, in transplantation, in cancer, in viral infections and in inflammatory disorders.

HLA-G expression seems to be possible mechanism of tissue protection against autoimmune inflammatory responses.