Titelaufnahme

Titel
Einen Wert durch Arbeit – Am Arbeitsmarkt nichts wert?
Weitere Titel
Value through labour - not valued on the labor market?
VerfasserJestl, Julia
GutachterKlawatsch-Treitl, Eva
Erschienen2014
Datum der AbgabeSeptember 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Lohnarbeit / Arbeitsmarktintegration / Arbeitsmarktpolitische Projekte / Soziale Arbeit / Exklusion vom Arbeitsmarkt
Schlagwörter (EN)Wage labor / labor market integration / labor market policy projects / social work / exclusion from the labor market
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser Arbeit beschäftigen wir uns mit der Perspektive von Sozialarbeiter_innen die in Arbeitsmarktpolitischen Projekten (AMPs) tätig sind, in Verbindung mit dem Themenbereich Lohnarbeit und Lohnarbeitszentrierung der Gesellschaft. Die Arbeitsmarktpolitischen Projekte sind Lösungsversuche der österreichischen Arbeitsmarktpolitik, dem Arbeitsplatzmangel und den schwierigen Bedingungen am österreichischen Arbeitsmarkt zu begegnen und die Arbeitsmarktintegration von arbeitsuchenden Menschen zu fördern. Theoretisch verorten wir die AMPs, wie auch die Sozialarbeiter_innen und Klient_innen in einer Lohnarbeitsgesellschaft. Im Konkreten wird sich diese Arbeit damit auseinandersetzen, wie sich die zentrale Rolle von Lohnarbeit auf Klient_innen der Sozialen Arbeit auswirkt und welche Anforderungen dadurch an die Klient_innen gestellt werden. Die Arbeit basiert auf qualitativer Sozialforschung, die sich auf eine Inhaltsanalyse von ExpertInneninterviews und Literaturrecherche konzentierte. Es wurden dreizehn Sozialarbeiter_innen die in AMPs tätig sind interviewt. Die Interviews wurden danach mit der Auswertungsmethode von Meuser und Nagel (2009) ausgearbeitet. Dafür wurde das Datenmaterial in vergleichbare thematische Einheiten zu Kategorien geordnet und miteinander in Verbindung gesetzt. Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, wie sich die zentrale Rolle von Lohnarbeit auf die Haltung von Sozialarbeiter_innen und ihre Wahrnehmung der Situation ihrer Klient_innen auswirkt. Es wird anhand der Interviews aus Perspektive der Sozialarbeiter_innen gezeigt werden, dass Lohnarbeit zentrale soziale Funktionen im Leben von Menschen (in dieser Lohnarbeitsgesellschaft) erfüllt, was dazu führt, dass das Feld der Lohnarbeit, nicht nur aus Gründen der materiellen Existenz, sondern besonders auch aus solchen der Wertschätzung und Anerkennung ein immer umkämpfteres Feld wird. Gleichzeitig können in der Perspektive der Sozialarbeiter_innen die im arbeitsmarktpolitischen Kontext tätig sind, Tendenzen der Individualisierung von Gründen der Arbeitslosigkeit erkannt werden. Dadurch kann festgehalten werden, dass sich in den Haltungen der Sozialarbeiter_innen, eine Konformität mit der aktuellen aktivierenden und individualisierenden Arbeitsmarktpolitik und den Strategien der AMPs spiegelt, und dadurch wenig Raum für Reflexion, Reaktion und Aktion betreffend einer Veränderung am Konzept der Lohnarbeit erkennbar ist. Die komplexe und exkludierende Arbeitsmarktsituation wird dabei eher hingenommen als mit politischen Lösungsmöglichkeiten in Verbindung gebracht.

Zusammenfassung (Englisch)

“value through labour - not valued on the labour market?”

This thesis is about the perspectives and perceptions on (wage) labor of social worker in social enterprises. We locate this social enterprise, its social worker and clients in the theoretical framework of a labor centered society. These social enterprises are attempts to solve the problems of the Austrian labor market politics that face the so called abolishment and reduction of Jobs in a labor centered society. It will focus on the perceptions and experiences of the social workers of conditions and requirements towards clients who are looking for a job and which perceptions of labor and its role in society and in the clients’ life are shown in their speaking. This thesis is based on empirical social research methods, in particular semi-structured expert interview. For the interview´s analysis the concept of Meuser and Nagel (2009) was used to build relevant categories and structure the data based on this categories. We will show that the interviewed social workers and their perceptions of labor and their clients stay in the hegemonial discourse and handling of labor in labor centered societies and show only very little reactions and reflections on the difficult conditions of the labor market and the constant progress of reducing jobs.