Titelaufnahme

Titel
Handeln statt Sandeln: Betätigungsidentität von Wohnungslosen
Weitere Titel
Doing instead of begging: Occupational identity of homeless people
VerfasserStanek, Barbara
GutachterStadler-Grillmaier, Johanna
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Wohnungslosigkeit / Betätigungsidentität / Bedeutungsvolle Betätigungen / Gemeinwesenorientierte Ergotherapie
Schlagwörter (EN)homelessness / occupational identity / meaningful occupations / community based occupational therapy
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie wohnungslose Menschen ihre Betätigungsidentität beschreiben. Betätigungsidentität wird definiert als das Gefühl einer Person für das eigene Selbst als handelndes Wesen. Sie inkludiert das Gefühl von Kompetenz und Wirksamkeit im Tun, die Rollen, Routinen und individuell bedeutungsvollen Betätigungen und die Wahrnehmung der Umwelt. Studien haben gezeigt, dass wohnungslose Personen sowohl auf Partizipations- als auch auf Betätigungsebene eingeschränkt sind. Diese Einschränkungen führen zwangsläufig auch zu einer Bedrohung der Identität. Mit Hilfe des OPHI II, dem Occupational Performance History Interview II, wurden halbstrukturierte Interviews mit zwei BewohnerInnen eines Überganghauses für Wohnungslose durchgeführt und deren Alltag inklusive Betätigungen, Rollen und Routinen erfasst. Die Ergebnisse wurden in Anlehnung an die qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet. Es zeigte sich, dass wohnungslose Menschen über ein positives Identitätsgefühl verfügen. Als zwei wesentliche Ursachen wurden das Vorhandensein von bedeutungsvollen Betätigungen und die Unterstützung des sozialen Umfelds identifiziert. Besonders Kunst und Handarbeit schienen für die StudienteilnehmerInnen geeignete Mittel zu sein, einerseits den Tag zu strukturieren und Routinen einzuhalten, sich andererseits aber auch wieder wirksam im Tun zu erleben und Perspektiven für die Zukunft zu schaffen. Da ErgotherapeutInnen spezifisches Wissen über den Zusammenhang von Betätigungen und Lebensqualität besitzen, können sie Menschen bei der Entwicklung einer positiven Betätigungsidentität helfen. Somit kann von ihnen ein wichtiger Beitrag zur umfassenden Betreuung von wohnungslosen und anderen Personengruppen außerhalb des klinischen Settings geleistet werden.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the question how homeless people describe their occupational identity. Occupational identity is defined as the feeling of a person for her own self as an acting creature. It includes a composite of one's sense of capacity and effectiveness for doing, one's roles, routines and meaningful occupations and one's perception of the environment. Research showed that homeless people experience many restrictions on the level of participation and occupation. These limitations lead inevitable to a threat to the identity. Applying the OPHI II, the occupational performance history interview II, semi-structured interviews with two residents of a homeless shelter were conducted to explore their everyday life with its occupations, roles and routines. The results were evaluated on the basis of qualitative content analysis. It was shown that homeless people own a positive feeling concerning their identity. As two main reasons the presence of meaningful occupations and the support given by social environment were identified. Especially arts and crafts seemed to be adequate means for structuring the day, maintaining routines, feeling effective and competent and developing perspectives for the future. Since occupational therapists have specific knowledge about the connection of occupation and the quality of life, they can help people developing a positive occupational identity. Therefore they can make an important contribution to the support of the homeless and other groups of people outside the clinical setting.