Titelaufnahme

Titel
Vaginale Geburt bei Zustand nach Sectio caesarea
Weitere Titel
Vaginal Birth After Previous Caesarean Delivery
VerfasserSchuster, Antonia
Betreuer / BetreuerinWallner, Roswitha
Erschienen2015
Datum der AbgabeJanuar 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)vorausgegangene Schnittentbindung / VGNS / Erfolg
Schlagwörter (EN)Previous Caesarean Delivery / VBAC / Success
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die hohe und stetig steigende Zahl an Schnittentbindungen weltweit führt dazu, dass GeburtshelferInnen zunehmend Schwangere betreuen, die bereits einmal oder mehrfach durch Sectio caesarea entbunden haben. Die Betreuung dieses Schwangerenkollektivs erfordert zunehmend die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Risiken der natürlichen Geburt nach vorausgegangener Schnittentbindung.

Um betroffene Frauen adäquat beraten zu können, wurden in dieser Arbeit erfolgsbeeinflussende Faktoren, Vorteile, sowie möglicherweise auftretende Komplikationen der vaginalen Geburt nach Sectio caesarea (VGNS) analysiert und durch aktuelle Studien und gängige Leitlinien belegt.

Bei nicht repetitiver Indikation und spontanem Wehenbeginn liegt die Chance für eine vaginale Entbindung bei Zustand nach Sectio caesarea bei 60 bis 80% und entspricht damit der Erfolgsquote einer Erstgebärenden. Als begünstigende Faktoren können eine vaginale Entbindung in der Vorgeschichte und die Wahl einer spezialisierten Entbindungsklinik mit hoher Geburtenanzahl gewertet werden. Statistisch gesehen haben weiße Frauen öfters einen erfolgreichen Geburtsverlauf als afro- oder lateinamerikanische Frauen.

Als prognostisch ungünstige Faktoren werden medikamentöse Weheneinleitung und –augmentation, eine Adipositas der Mutter und eventuell das Vorliegen fetaler Makrosomie gewertet. Bestimmte Indikationsstellungen der vorausgegangenen Schnittentbindung können sowohl begünstigenden als auch erfolgsmindernden Einfluss haben.

Die Vorteile einer VGNS liegen in der geringeren Rate an postpartalen Hysterektomien sowie Implantationsstörungen der Plazenta bei Folgeschwangerschaften, ebenso in der geringeren peripartalen Müttersterblichkeit und dem höheren Stillerfolg.

Als Risiken der VGNS werden die höhere Zahl an Uterusrupturen, eine häufigere erschwerte Atemanpassung des Neugeborenen sowie allgemein eine höhere peripartale kindliche Mortalität beschrieben.

Zusammenfassung (Englisch)

As a result of the large and steadily increasing number of cesarean sections worldwide, midwives increasingly serve pregnant women who have previously given birth by abdominal delivery. An appropiate care of this collective requires profound knowledge about potentials and risks of natural birth after cesarian section.

In order to adequately advise women about possible birth procedures, determinants of successful delivery, benefits, as well as potential complications of vaginal birth after cesarean section (VBCS) were analyzed in this paper and supported by recent studies and common guidelines.

Given non-repetitive indication and spontaneous onset of labor, the probability of uncomplicated vaginal delivery after cesarean section is about 60 to 80%, nearly as high as the success rate of primiparas.

Positive prognostic factors are a previous vaginal delivery and the choice of a specialized maternity hospital with a high number of child births. Statistically, women of European descent have a higher number of successful deliveries than African or Latin American women.

As unfavorable factors the medical induction of labour, obesity of the mother and eventually fetal macrosomia are estimated.

Specific indications of previous cesarean sections can either improve or worsen the following spontaneous birth’s outcome.

The benefits of VBCS are a calculated lower rate of postpartal hysterectomies and placental dysfunctions in subsequent pregnancies, furthermore a lower peripartal maternal mortality and a higher breastfeeding success.

Major risks of VBCS are the higer number of uterine ruptures and respiratory maladaptations of the newborn as well as a generell higher peripartal child mortality.