Titelaufnahme

Titel
Gadoliniumhaltige Kontrastmittel in der Magnetresonanztomographie
Weitere Titel
Gadolinium containing contrast agents in magnetic resonance imaging
VerfasserGanster, Barbara
Betreuer / BetreuerinSalomonowitz, Gabriele
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)gadoliniumhaltige Kontrastmittel / Magnetresonanztomographie / Radiologietechnolog/inn/en / Nephrogenen Systemische Fibrose / Nebenwirkungen
Schlagwörter (EN)gadolinium-based contrast media / magnetic resonance / radiographers / nephrogenic systemic fibrosis / side effects
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit umfasst die Auswertung eines Fragebogens für Radiologietechnolog/inn/en (RT) zum Thema gadoliniumhaltige Kontrastmittel (KM) in der Magnetresonanztomographie (MRT).

Derzeit sind alle in Österreich verfügbaren Originalpräparate an KM in den Röntgenordinationen und Krankenhäusern in Wien in Verwendung. Zusätzlich wurde Magnetolux®, ein Generikum von Magnevist®, als verwendetes KM angegeben.

Die Teilnehmer/innen wurden in sieben Organbereichen betreffend der verwendeten KM befragt. Bei Schädel-, Leber-, MRCP-, Pankreas- und orthopädischen Untersuchungen wird am häufigsten der makrozyklische ionische, also stabilste Vertreter Dotarem® eingesetzt. Angiographien werden am häufigsten mit Multihance®, gefolgt von Gadovist®, und Dotarem® durchgeführt. Daraus ist zu schließen, dass die Erkenntnisse über die Stabilität der KM in Zusammenhang mit dem Auftreten der Nephrogenen Systemische Fibrose (NSF) und die Richtlinien der European Society of Urogenital Radiology (ESUR) in Wien allgemein bekannt sind.

Ferner wurde durch eine Reihe von Fragen festgestellt, dass derzeit von 90% der RT vor einer KM-Untersuchung die Blutparameter kontrolliert werden, wodurch das Risiko für das Auftreten der NSF verringert wird.

Aufgrund der neuen ESUR-Richtlinien Version 8.0 wurden die RT bezüglich spezieller Vorbereitungsoptionen und den verwendeten KM bei Patient/inn/en mit einer Nierenerkrankung und bei Neugeborenen und Schwangeren befragt.

Nur 35% der befragen RT gaben an, Patient/inn/en mit einer Nierenerkrankung speziell vorzubereiten. Ebenso gab nur eine Person (1,4%) an, Neugeborene und Schwangere für eine KM-Untersuchung vorzubereiten. Mögliche Gründe dafür sind die native Durchführung der Untersuchung oder die Verwendung des stabilsten KM Omniscan®. Bei den Schwangeren und Neugeborenen kann zusätzlich die Begründung darin liegen, dass mehrere RT angaben, keine Erfahrung mit der Untersuchung dieser Personengruppe zu haben oder die neuen ESUR-Richtlinien noch nicht überall bekannt sind.

Hinsichtlich der Häufigkeit der KM-Zwischenfälle wurden von insgesamt 52 befragten RT folgende Aussagen getroffen: 14 RT (26,9%) gaben einen KM-Zwischenfall, je vier RT (7,7%) gaben zwei bzw. drei, zwei RT (3,8%) gaben vier, fünf RT (9,6%) gaben fünf und 23 RT (44,2%) gaben mehr als fünf KM-Zwischenfälle an ihrem Arbeitsplatz bekannt.

Am häufigsten äußerten sich diese Zwischenfälle durch physiologische und milde Nebenwirkungen (NW), welche keiner medizinischen Behandlung bedürfen. Moderate und schwere NW traten seltener auf.

In den Institutionen in Wien wird von 43 RT (58,1%) eine Doppel-, von einer/einem RT (1,4%) eine Dreifach- und von 17 RT (23%) eine reduzierte KM-Dosis verwendet.

Aus den Ergebnissen punkto Doppeldosis ist erkennbar, dass diese entsprechend der Literatur überwiegend bei Schädel-, Gefäßuntersuchungen und der Untersuchung der Wirbelsäule angewendet wird.

Die Anwendung einer Dreifachdosis wurde lediglich bei Becken-Bein-Angiographien angekreuzt. Dies kann möglicherweise durch die höheren Kosten oder aufgrund der Studienergebnisse begründet werden.

Eine Dosisreduktion wird weitgehend bei der Untersuchung der Hypophyse genutzt. Dies kann durch das physiologische Anfärbeverhalten der Hypophyse begründet werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die Anwendung einer Dosisreduktion vom vorhandenen MR-Gerät, vom verwendeten KM und von der Kompetenz der RT abhängig ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 32 RT die erforderliche Nadel zur KM-Applikation selbstständig legen. 42 RT führen keine selbstständige Nadelapplikation durch; davon gaben je 18 RT als Begründung die Auswahloption „wird nicht gewünscht“ bzw. „kein Bedarf“ an, sechs RT gaben eine alternative Antwortmöglichkeit.

Abschließend lässt sich sagen, dass in den befragten radiologischen Institutionen in Wien im Praxisalltag der RT die Verringerung des Risikos für die Entwicklung der NSF einen hohen Stellenwert hat und die Sicherheitsrichtlinien werden überwiegend eingehalten.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis presents the results of a survey of radiographers on the topic of gadolinium-based contrast media (CM) in magnetic resonance (MR) imaging.

The survey revealed that all original CM products available in Austria are currently in use in radiology clinics and hospitals in Vienna. Survey respondents also mentioned Magnetolux®, which is a generic of Magnevist®. When asked about CM choice for imaging of different organ areas, radiographers stated that Dotarem®, a macrocyclic and ionic CM, was the one used most often for head, liver, MRCP, pancreas and orthopedic examinations. Multihance®, followed by Gadovist® and Dotarem®, were the most common choices for angiograms. These results suggest radiographers in Vienna are generally aware of both the scientific findings about CM stability in the context of nephrogenic systemic fibrosis (NSF) and the guidelines of the European Society of Urogenital Radiology (ESUR).

The survey also revealed that 90% of radiographers check blood parameters before undertaking a CM-aided examination, which results in a reduced risk of NSF.

Given the new ESUR guidelines (version 8.0), the radiographers were asked about special preparatory measures and their choice of CM when examining pregnant women, neonates and patients with renal problems.

Only 35% of the respondents stated that patients with renal problems were accorded special treatment and only one respondent (1.4% of the total) gave special preparatory attention to pregnant women and neonates prior to a CM-based examination.

Various reasons might explain these figures, including the use of unenhanced imaging approaches, use of the most stable CM (Omniscan®), a lack of familiarity with the new ESUR guidelines or a lack of experience with those types of patients (several radiographers stated they had never conducted an MRI with neonates or pregnant women).

CM-related incidents were reported by 52 radiographers:

14 radiographers (26.9%) were aware of one such incident, four radiographers (7.7%) were aware of two, four radiographers (7.7%) of three, two radiographers (3.8%) of four, five radiographers (9.6%) of five and 23 radiographers (44.2%) of the radiographers were aware of more than five incidents having occurred at their place of work.

These incidents mostly involved mild, physiological side effects requiring no medical treatment. Moderate or severe side effects appeared more rarely.

43 (58.1%) radiographers in Viennese clinics and hospitals have administered double doses of CM, one (1.4%) radiographer triple doses and 17 (23%) radiographers a reduced dose.

According to the survey results, double doses of CM were mainly used for head, spine and blood vessel examinations, as described in the relevant literature.

Triple doses were used for angiography of pelvic and leg arteries. Possible justifications include the higher costs or relevant research results. Reduced doses were commonly applied when examining the hypophysis. This can be justified by the physiological coloring behavior of this gland. It’s important to note, however, that the application of reduced doses depends on the MRI scanner in question, as well as the CM used and the level of competence of the radiographer.

Among the respondents, 32 radiographers were authorized to apply the needle required for injecting CM, while 42 were not. Among the latter, 18 stated this authority was not desired by their place of employment, while a further 18 indicated there was no demand.

In conclusion, reducing the risks of NSF has a high priority among radiographers working in Vienna in day-to-day MRI, so a high level of compliance with the safety-guidelines is achieved.