Titelaufnahme

Titel
Die Implementierung eines Testsystems zur spezifischen Detektion von arzneimittelinduzierten Wärme-Autoantikörpern bei positivem direkten Coombstest
Weitere Titel
The implementation of a test system for the specific detection of drug-induced autoantibodies of warm-type with a positive direct Coombs test
VerfasserCastillanes, Kristine
Betreuer / BetreuerinStöckl, Martina
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Adsorptionstyp / Arzneimittelinduzierte autoimmunhämolytische Anämie / Direkter Coombstest / Inhibitionstest / Immunkomplex-Bildung / Naranjo Algorithm / Naranjo Probability Test / Vereinheitlichende Hypothese
Schlagwörter (EN)Drug Adsorption / Drug induced immune hemolytic anemia / Direct Agglutination Test / Inhibition (Hapten) Test / Immune-Complex-Formation / Naranjo Algorithm / Naranjo Probability Test / Unifying hypothesis
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arzneimittelinduzierte autoimmunhämolytische Anämie ist eine seltene Form der autoimmunhämolytischen Anämie vom Wärmetyp. Das Risiko stieg in den letzten Jahren enorm, da die Anzahl der Fälle aufgrund der ständig steigenden Zahl der in der medikamentösen Therapie eingesetzten Pharmaka und ihrer breiten Verwendung stetig zugenommen hat. Die genaue Ursache und die Mechanismen einer Induktion der Immunantwort durch Medikamente sind nur teilweise bekannt. Es existieren jedoch mehrere verschiedene Mechanismen, angefangen von Adsorptionstypen bis hin zu den medikamentös induzierten Auto-Antikörpern. Die ausgelösten klinischen Symptome können sehr unterschiedlich sein. Sie kann ohne signifikante Anämie einhergehen oder aber lebensbedrohliche Hämolysen verursachen. Jedenfalls erschwert die erythrozytäre Autoantikörperbeladung die prätransfusionelle Labordiagnostik.

Sollten klinisch relevante Medikamentös induzierte Immunhämolysen vorkommen, hat die rechtzeitige Diagnosestellung und das Absetzen des kausativen Medikamentes höchste Priorität. Die Diagnostik erweist sich als schwierig; nur wenige wissenschaftliche Zentren führen diese ohne geeignetem Referenzmaterial durch. Weiters stellt die Komplexität, die aufgrund der verschiedenen Mechanismen besteht,und das Auftreten immer neuer kausativer Pharmaka, ein weiteres Problem dar. Diese Situation stellt eine große Herausforderung in der Etablierung der Testmethoden dar.

Die Analyseverfahren sind einerseits von der Medikamenten-Abhängigkeit der zu detektierenden Antikörper und andererseits von deren Mechanismus abhängig. Folgende drei Analyseverfahren sind zurzeit bekannt: ein Verfahren für den Adsorptionstyp, ein weiterer für die Detektion von Immunkomplexbildungen und ein Verfahren, welches Inhibitionstest genannt wird. Die positiven Testergebnisse müssen durch Abgleich mit der Liste der, durch den jeweiligen Patienten eingenommenen Medikamente, auf ihre Plausibilität überprüft werden.

Ziel ist es, im Rahmen einer in-vitro-Studie geeignete Arbeitsprotokolle zur schnellen und spezifischen Detektion von Arzneimittel-induzierten Ak zu erstellen. Dabei liegt der Fokus auf der Herstellung für das jeweilige Medikament geeigneter Lösungsmedien, die eine Voraussetzung für jeden Testansatz sind.

Daher lauten die Forschungsfragen:

„Wie korrelieren die Testergebnisse zum spezifischen Nachweis medikamentös induzierter Antikörper zwischen dem Serum und dem Eluat von den Erythrozyten?“

„Welche Auswirkungen ergeben sich durch die eingesetzten unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien wie EDTA-Plasma bzw. Serum und Eluat?“

„Welche Aussage hat eine Verstärkbarkeit der Reaktion durch den Einsatz von papainisierten Testzellen und unter welchen Voraussetzungen ist eine Verwertbarkeit dieser Ergebnisse zulässig?“

Zusammenfassung (Englisch)

Drug-induced immune hemolytic anemia (DIIHA) is a rarely occurring form of the auto immune hemolytic anemia of the warm type. Nowadays the risk is higher because more patients have been subjected to medicinal therapy, and with the growing variety of substances in use, the number of DIIHA patients has increased.

The cause and the mechanism of the immune response caused by the drug are partially known. However, a differentiation has been made between several mechanisms, namely the absorption type, the immune-complex-formation and the induction of true autoantibodies.

There are different clinical symptoms the patients have to deal with. Some patients are asymptomatic, some patients complain about mildly affected, while some develop life-threatening anemia. In any case, these drug induced antibodies interfere with serological testing, which in turn can influence the decision for a blood transfusion. In the case of a clinically relevant case of DIIHA, a timely diagnosis and the discontinuation of the causative drug is the only effective treatment.

Diagnosis is difficult; only a number of research centers conduct tests without suitable reference data. The number of different mechanisms and the presentation of new causative drug present a further obstacle. Collectively, these factors pose a challenge to the significant developments of effective testing methods.

Analysis is on the one hand dependent on detecting the antibodies, but on the other hand dependent on the actual mechanism. The following three analysis methods are currently known: one procedure for the absorption type, one for the detection of complex formations, and one procedure known as an inhibitiontest. Positive test results need to be cross referenced with the patient’s medication to verify plausibility.

This thesis aims to address the etiology and the diagnostic methods dealing with drug-induced auto-antibody induced DIIHA. It will illustrate the current state of knowledge, as well as to categorize the relatively complex situation and suggest basic approaches.

Therefore, my research questions are:

“How do the results correlate between the serum and the eluate detecting drug induced antibodies?”

“What are the results of using different materials like serum, EDTA-plasma and eluates?”

“Which role do enzyme treated cells have in detecting drug induced antibodies and when are the requirements for the results valid?”