Titelaufnahme

Titel
Einfluss von MICA (MHC Class I Chain Related Gene A) Allelen auf das Manifestationsalter bei Zöliakie
Weitere Titel
The influence from MICA (MHC chain related gene A) alleles on the age of onset of celiac disease
VerfasserMichenthaler, Romana
GutachterPrevedel, Christine
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Zöliakie / Genetik / MICA / Sequencing Based Typing / PCR
Schlagwörter (EN)Celiac Disease / Genetics / MICA / Sequencing Based Typing / PCR
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von Major Histocompability Complex (MHC) Class I Chain Related Gene A (MICA) auf Zöliakie und auf das Manifestationsalter bei Zöliakie. Zöliakie ist eine glutensensitive Enteropathie, die aus einem komplexen Zusammenspiel von Umwelt und Genetik entsteht. Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen. Die Symptomatik kann von den typischen intestinalen bis hin zu extraintestinalen Manifestationen reichen. Das Manifestationsalter und der klinische Verlauf variieren. Eine genetische Prädisposition besteht vor allem bei Trägern des Humanen Leukozyten Antigen (HLA) DQ*02. Da jedoch etwa 25% der westlichen Bevölkerung positiv für HLA-DQ*02 sind und nur ca. 4% davon an Zöliakie erkranken, muss es noch andere genetische Faktoren geben, die eine Rolle spielen. Es gibt Publikationen, in denen eine Assoziation von bestimmten MICA Allelen mit Zöliakie beschrieben wird. MICA ist ein Gen, welches sich am kurzen Arm des Chromosoms 6, nur 46,6 Kilobasen (Kb) entfernt vom Genort des HLA-B Locus, befindet. Ein Allel (MICA*008) besitzt im Exon 5 in seiner Short Tandem Repeat (STR) Region, eine Insertion, welche zu einem verfrühten Stoppcodon führt. Dies führt zu einer Konformationsänderung des MICA Moleküls und es kann zu einer veränderten Immunantwort kommen. Das könnte einen Einfluss auf das Auftreten von Zöliakie haben.

Mittels Sequencing Based Typing (SBT) wurden 155 Proben MICA typisiert, in Altersgruppen (Alter bei Diagnose) eingeteilt und anschließend über Kreuztabellen statistisch ausgewertet. Innerhalb meines PatientInnenkollektivs konnte ich 18 verschiedene MICA Allele beobachten. Das am häufigsten vorkommende war MICA*008, gefolgt von MICA*004 und MICA*002:01.

Der Vergleich mit einer Kontrollpopulation sollte Aufschluss darüber geben, ob einzelne MICA Allele, vor allem interessiert hat mich dabei MICA*008, einen Einfluss auf das Auftreten von Zöliakie haben. Ein signifikanter Unterschied ergab sich bei den Allelen MICA*004, *008 und *017. Um ein möglicherweise vorhandenes Kopplungsungleichgewicht zwischen MICA und HLA-DQ Loci auszuschließen, müsste ein neues PatientInnen- und Kontrollkollektiv definiert werden. Ein Einfluss einzelner MICA Allele auf das Manifestationsalter konnte nicht beobachtet werden, da der Vergleich unter den einzelnen Altersgruppen keinen signifikanten Unterschied in den Allelfrequenzen (AF) ergab.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the influence of MHC Class I Chain Related Gene A on Celiac Disease (CD). CD is a glutensensitive enteropathy with a complex interaction of environmental and genetic factors. There are a few different forms of clinical progressions. The symptoms can vary from intestinal to extraintestinal manifestation. The age of onset and the clinical progress vary. People who carry HLA-DQ*02 are genetically predisposed. Because nearly 25% of the western European population carry HLA-DQ*02 but only 4% of them develop celiac disease (CD) there have to be other genetic factors that play a role in the development of CD. There are studies which show an association from specific MICA alleles with CD. MICA is a gene, which is located on the short arm of chromosome 6, only 46.6 kb away from the HLA-B locus. The allele MICA*008 has an insert in its short tandem repeat region in exon 5, which leads to a change in conformation of the MICA molecule and subsequently may lead to a change in immune response. This could affect the possibility of developing CD.

155 samples were determined by sequencing based typing analysis of MICA. Those samples were divided into age groups (the criteria was the age of onset) and the statistic assessment was performed with chi2 test. Throughout my patient group I found 18 different MICA alleles. MICA*008 was the most frequent allele, followed by MICA*004 and MICA*002:01.

By comparing my patient group with a healthy control population, I wanted to find out, whether specific MICA alleles, especially MICA*008, play a role in CD or not. In the comparison with the healthy control group, the alleles MICA*004, *008 and *017 showed a significant difference. To exclude a possible linkage disequilibrium between MICA and HLA-DQ loci, it would be necessary to define a new patient and control group. The influence from specific MICA alleles on the age of onset could not be observed, because the comparison between the age groups showed no significant difference in allele frequencies.