Titelaufnahme

Titel
Wertigkeit des Doppelmarkers p16/Ki-67 in flüssigkeitsbasierter und konventioneller Zervixzytologie
Weitere Titel
Evaluation of p16/Ki-67 dual stain in liquid-based and conventional cervical cytology
VerfasserThattangattu, Zsa Zsa Isabel
GutachterMacho, Michaela
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Biomarker / CIN / Dysplasie / HPV / Immunzytochemie / L1 / Ki-67 / p16 / PAP / ProExC / Zervixkarzinom / Zytologie / Zytodiagnostik
Schlagwörter (EN)biomarker / CIN / dysplasia / HPV / Immunocytochemistry / L1 / Ki-67 / p16 / PAP / ProExC / cervical cancer / cytology
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kurzfassung

Hintergrund. Das Progressions- und Regressionspotenzial HPV-induzierter zervikaler intraepitheialer Neoplasien soll durch den Einsatz von verschiedenen Biomarkern ermittelt werden. Der p16/Ki-67 Dualmarker kann eine p16 Überexprimierung durch zytoplasmatische Braunfärbung und die Ki-67 Expression durch nukleäre Rotfärbung nachweisen, wobei die gleichzeitige Detektion beider Komponenten in zumindest einer Zelle die Positivität des Tests darstellt. Der Einsatz dieser Dualstain-Methode soll sowohl bei konventionellen Abstrichen als auch bei Dünnschichtpräparaten sich vor allem bei der Triage von unklaren zytologischen Befunden und Dysplasien bewähren. Die Durchführbarkeit und Wertigkeit dieses Einsatzes werden hinterfragt.

Methodik. In dieser retrospektiven Studie wurde ein Kollektiv bestehend aus 69 konventionellen Abstrichen mit PAP III und PAP IIID Fällen mit einer leichten bis mäßigen Dysplasie aufgenommen, wobei die Patientinnen eine Mindestnachsorgezeit von 12 Monaten oder eine vorhandene Konushistologie aufwiesen. Nach Entfärbung der Abstriche wurde die immunzytochemische p16/Ki-76 Dualfärbung (CINtec® PLUS) appliziert und nach einer selbsterstellten Tabelle ausgewertet. Diesem stand ein Vergleichskollektiv aus 70 Dünnschichtpräparaten mit der Bewertung PAP IIID aus einem externen Labor gegenüber. In Analogie wurde mit einer Kontrollgruppe bestehend aus drei Zweit-Dünnschichtpräparate von drei Probandinnen mit unauffälliger Zytologie (PAP II) vorgegangen.

Resultate. Das Färbeergebnis war nicht leicht zu beurteilen. Die Gründe liegen vor allem bei der gleichzeitig erscheinenden Braunfärbung des Zellkernes und des Zytoplasmas, bei den nicht klar ersichtlichen Zellgrenzen und Zellüberlagerungen. Eine positive Dualfärbung zeigt sich bei 36 der PAP IIID und bei allen drei PAP III Fällen sowie eine Negativität bei 30 PAP IIID Fällen. Bei der immunzytochemisch-gefärbten Vergleichsgruppe liegt die Positivität bei 90%. Die Untersuchungen ergeben für die konventionellen Präparate eine Sensitivität von 65,6% (95% CI: 46,8%-80,8%) und eine Spezifität von 51,7% (95% CI: 32,9%-70,1%). Bei der Unterscheidung der Färbeergebnisse mit den Nachsorgedaten zeigte der McNemar Test keine Signifikanz. Der Phi-Koeffizient weist darauf hin, dass die Dualstain-Methode nicht mit den zytologisch dokumentierten Follow-Ups korreliert.

Diskussion und Konklusion. Die Ergebnisse dieser Arbeit, insbesondere die geringe Sensitivität, wurden womöglich von unterschiedlichen Faktoren wie die retrospektive Vorgehensweise, die geringe Stichprobenzahl, das beobachte Abschwimmen der Zellen, die Einbeziehung von Zellüberlagerungen in die Auswertung sowie die kurze Nachsorgezeit beeinflusst und in ihrer Aussagekraft limitiert. Vergleichbare Sensitivitätsdaten wurden nur in einer Publikation gefunden, geringe Spezifität wurde jedoch bereits in mehreren vorangegangen Publikationen dokumentiert. Eine Einschulung vor Auswertung der p16/Ki-76 Dualfärbung scheint unerlässlich, ein Einsatz computer-gestützter, objektiver Bildanalyse für das in der Studie verwendete Material aufgrund der angegebenen Schwierigkeiten derzeit nicht sinnvoll.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract

Background. Biomarkers may predict the accuracy of a potential regression or progression of HPV induced cervical intraepithelial neoplasia and squamous cell carcinoma. The p16/Ki-67 dualmarker is able detect a p16 overexpression - shown as brown cellular staining - and Ki-67 expression indicated as red nuclear staining. The simultaneous immunocytochemical detection of p16/Ki-67 co-expression in at least one or more cervical cells can serve as an indicator for cell cycle deregulation. The application of this dual stain on conventional and liquid based cytology slides may be used as triage method for atypical cells of undetermined significance (ASCUS) and low grade squamous intraepithelial lesion (LSIL). The feasibility and the effectiveness in predicting clinical outcome were tested.

Methods. This retrospective study evaluated the performance of the p16/Ki-67 dualmarker on 69 originally PAP-stained conventional slides including PAP III and PAP IIID smears with a follow up of at least 12 months documented by cytology or an existing Large Loop Excision of the Transformation Zone (LLETZ) conization. These PAP-stained slides were destained and then immunostained utilizing CINtec® PLUS. The comparison group included 70 liquid based cytology specimens of PAP IIID from an external laboratory. A control group of three second available immunocytological smears of PAP II passed through the same procedure.

Results. Brown appearing staining of both nucleus and cytoplasm, unclear cell borders and dimensional cell clusters with significant cell overlap hampered effective interpretation. CINtec® PLUS was positive in 36 PAP IID and in all three PAP III cases. The remaining 30 PAP IIID cases were negative in dualstaining. The comparison group of liquid-based samples appeared to be positive for 90 % of all cases. CINtec® PLUS showed a modest sensitivity of 65.6 % (95% CI: 46.8%-80.8%) and specificity of 51.7% (95% CI: 32.9%-70.1%), respectively. Compared with follow-up data the McNemar’s test does not reveal any significance for differing progression from regression. The phi-coefficient does not indicate any correlation between p16/Ki-67 dual stain and follow up.

Discussion and conclusion. The outcome of this study may has been influenced by the retrospective approach, the low number of samples, the loose of cells, the challenging evaluation considering cell overlap and cell clusters and subsequently affected the significance of the p16/Ki-67 dual stain adversely. Resulting low sensitivity was reported in one previous study, only. Low specificity was documented more frequently. Efficient training prior to evaluation seems to play a key role in the evaluation of this biomarker. Reported difficulties limit the implementation of objective computer assisted analysis on kind of materials used in this study.