Titelaufnahme

Titel
Handlungsleitende Prinzipien in der Physiotherapie bei der Behandlung von KopfschmerzpatientInnen
Weitere Titel
Guiding Principles for Physiotherapeutic Treatment of Patients with Headache
VerfasserEdthofer, Christina
GutachterEder, Angelika
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Kopfschmerzen / physiotherapeutische Behandlung / handlungsleitende Prinzipien
Schlagwörter (EN)headache / physiotherapeutic treatment / guiding principles
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Sehr viele Menschen in Europa leiden an Kopfschmerzen. Ca. 51 % der Er-wachsenen berichten über Kopfschmerzen, 14 % über Migräne und 4 % geben chronische Kopfschmerzen an. Kopfschmerzen oder Migräne werden in Österreich als vierthäufigste chronische Krankheit angegeben.

Die persönliche Belastung und die entstehenden Kosten für die medizinische Versorgung, sowie die Kosten durch die anfallenden Krankenstandstage sind erheblich. Kopf-schmerzerkrankungen zählen neben der Altersdemenz und dem Schlaganfall zu den drei neurologischen Erkrankungen mit den größten sozioökonomischen Auswirkungen.

Oft werden Kopfschmerzen nur medikamentös therapiert; jedoch werden auch verschie-dene physiotherapeutische Maßnahmen empfohlen. Obwohl für die verschiedenen Maß-nahmen entsprechende Evidenz in der Literatur zu finden ist, zeigt die Literatur auch, dass diese Maßnahmen oft nicht zum Einsatz kommen.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, welche handlungsleitenden Prinzipien in der Physiotherapie bei der Behandlung von KopfschmerzpatientInnen zum Einsatz kommen.

Somit stellt sich folgende Forschungsfrage: Nach welchen Kriterien wählen Physiothera-peutInnen ihre therapeutischen Maßnahmen, sowie Wiederbefundungsparameter bei der Behandlung von KopfschmerzpatientInnen aus?

Methodik: Diese Forschungsfrage wurde mit einem selbstentwickelten Fragebogen bear-beitet, der mithilfe von Physio Austria an PhysiotherapeutInnen versandt wurde.

Ergebnisse: Die PhysiotherapeutInnen wählen zum Großteil ihre Behandlungsmaßnahmen aus, weil sie einerseits schon positive Erfahrungen mit therapeutischen Interventionen bei diversen Kopfschmerzen machten und sie andererseits befundabhängig arbeiten und aufgrund des Befundes ihre Maßnahmen setzen. Bei den Outcomemeasures werden v.a. die Kopfschmerzfrequenz, die Verwendung von Schmerzmittel, die Kopfschmerzintensität und die Kopfschmerzdauer angegeben. All diese Wiederbefundungsparameter sind geläufig und einfach und schnell zu erheben.

Conclusio: Das Ergebnis zeigt, dass PhysiotherapeutInnen in der Behandlung von Kopf-schmerzen physiotherapeutische Maßnahmen befundabhängig einsetzen und positive Erfahrungen mit Interventionen machen. Da viele PhysiotherapeutInnen mit Kopfschmer-zen in ihrer physiotherapeutischen Tätigkeit zu tun haben, ist es anzudenken, das Thema „Kopfschmerzen“ in ihre Grundausbildung aufzunehmen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Many people in Europe suffer from headache. Approximately 51% of adults report headache, 14% specifically migraine and 4% chronic headache. Headache and migraine come in fourth in the ranking of chronic diseases.

The personal burden and the resulting cost for medical care and sick leave are significant. Headache diseases are after dementia and stroke the third neurological disease with the biggest socioeconomic effects.

Headache is often only treated with medicaments. But also various physiotherapeutic in-terventions are being recommended. Although there is evidence for the positive effect of these interventions, physiotherapeutic treatments are not often used.

The aim of this work is to illustrate which guiding principles physiotherapists apply in the treatment of headache. Therefore the main question is: Because of which criteria do phys-iotherapists choose their intervention and outcome measures in the treatment of head-ache-patients?

Methods: In order to answer this question, a questionnaire was designed which was sent to physiotherapists in cooperation with Physio Austria.

Results: Physiotherapists mainly choose their interventions, because on the one hand they have already made positive experiences with a certain treatment and on the other hand they choose the intervention based on the clinical findings. Physiotherapists generally use the frequency, intensity and duration of headache and the use of medication as outcome measures. These measurements are well-known and can be used easily and quickly.

Conclusion: The results show that physiotherapists apply physiotherapeutic methods in the treatment of headache patients based on clinical findings and that they make positive experiences with interventions. Because many physiotherapists are confronted with head-ache-patients, it should be discussed to include the topic “headache” in the basic education of physiotherapists.