Titelaufnahme

Titel
Arbeitsfeld Kopfschmerzerkrankungen in der physiotherapeutischen Praxis
Weitere Titel
Working field "headache diseases" in the physiotherpeutic practice
VerfasserEgretzberger, Lisa
GutachterEder, Angelika
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Physiotherapie / Kopfschmerz / Untersuchung / Messmethoden / Untersuchungsmethoden / IHS-Klassifikation
Schlagwörter (EN)Physiotherapy / Headache / Examination / Measurements / Assessments / IHS-classification
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kurzzusammenfassung

Hintergrund: Neben der eingeschränkten Lebensqualität der Betroffenen führen Kopf-schmerzerkrankungen auch zu einer finanziellen Belastung des Gesundheitswesens und der Gesellschaft. Es ergeben sich direkte Kosten durch medizinische Behandlung und indirekte Kosten durch Krankenstände und frühzeitige Pensionierungen. In der EU wurden Kosten von 20 Milliarden pro Jahr errechnet. Kopfschmerzen zählen zu den drei neu-rologischen Erkrankungen mit den größten finanziellen Auswirkungen in der EU. Nach Demenz und Schlaganfall stehen Kopfschmerzen an 3. Stelle, jedoch ist mit 18 Millionen die Betroffenenzahl um das 5-fache höher als bei den ersten beiden Erkrankungen. Allein durch Migräne gehen jährlich 270 Arbeitstage je 1000 Arbeitnehmer/innen und durch den Kopfschmerz vom Spannungstyp 920 Arbeitstage/Jahr je 1000 Arbeitnehmer/innen verlo-ren. Kopfschmerzen werden mit Hilfe der IHS-Klassifizierung eingeteilt, von epidemiologi-scher Bedeutung sind vor allem die Migräne und der Kopfschmerz vom Spannungstyp. Die IHS-Klassifizierung dient sowohl als Basis für wissenschaftliche Studien als auch als Leitlinie im klinischen Bereich. In der Praxis jedoch werden Kopfschmerzerkrankungen häufig nur unspezifisch diagnostiziert und infolge mangelhaft behandelt. Daher ist es be-sonders wichtig, dass auch Physiotherapeut/innen die IHS-Klassifikation kennen. Es stellt sich die Frage: Welchen Anteil haben Patient/innen mit Kopfschmerz in der physiothera-peutischen Praxis und sehen sich Physiotherapeut/innen in der Lage, diese zu befunden?

Methodik: Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde eine quantitative Erhebung mittels eines selbstentwickelten Fragebogens durchgeführt. Dieser wurde an die Mitglieder von Physio Austria versendet und von 620 Physiotherapeut/innen beantwortet. Die Ergebnisse werden in absoluten und prozentuellen Häufigkeiten angegeben.

Ergebnisse: Die Analyse der Ergebnisse hat gezeigt, dass Physiotherapeut/innen im Rahmen ihrer Tätigkeit besonders mit Patient/innen zu tun haben, die Kopfschmerz als Begleitsymptomatik haben. Im Rahmen der Anamnese fragen Therapeut/innen besonders nach der Charakteristik der Kopfschmerzen (Lokalisation, Schmerzqualität, und -intensität). Bei Befundungsmethoden sind für die befragten Therapeut/innen, neben Pal-pation (98%) und Inspektion (97%), vor allem die Beweglichkeitsüberprüfung (87%) sowie auch manuelle Untersuchungstechniken (84%) von Interesse.

Conclusio: Die Ergebnisse konnten zeigen, dass Physiotherapeut/innen in die Behandlung von Kopfschmerz miteinbezogen werden. Aufgrund einer ausführlichen Anamnese sowie einer geeigneten Auswahl von Untersuchungstechniken kann davon ausgegangen werden, dass Physiotherapeut/innen in der Lage sind, Kopfschmerz-Patient/innen adäquat zu untersuchen.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract

Background: In addition to a reduced quality of life for the individual, headache disorders are causing a high financial burden for the public health sector. Direct costs are arising from medical treatment just as indirect costs from non-productiv time caused by illness. The European union calculated annually costs in the amount of 20 billions. Headache dis-orders are part of the three most frequent neurological diseases. But in contrast, the num-ber of patients with headache disorders (18 billion people) is five times higher than the number of stroke patients or patients with dementia. Migraine, on its own, is causing 270 sick days every year (referred to 1000 employees), tension-type-headache even causes 920 sick days per year. With the aid of the classification from the international headache society (IHS-classification), headache is classified in primary and secondary headache disorders. This classification can be considered as a foundation for scientific work as well as a guideline in the therapeutic setting. Nevertheless there are many people with specific headache disease who have not been correctly diagnosed. Because of this, it is very im-portant, that physiotherapists are familiar with the IHS-classification. In this regard, the following question is arising: Which role do patients with headache diseases play in the physiotherapeutic practice and are physiotherapists able to investigate them?

Method: To answer the research question a questionnaire was developed. The question-naire had been sent out to all members of “Physio Austria”, 620 therapists participated. The results are displayed as absolute or percentage frequencies.

Results: The analysis of the results shows that physiotherapists do have patients with an attendant headache disease in their practice. During the anamnesis the therapists are trying to get more detailed information about the characteristic of the headache (location, quality of pain…). They use palpation (98% of the therapists), inspection (97%) and mobil-ity-tests in their investigation.

Conclusion: The results of this study show, that physiotherapists are included in the treatment of patients with headache disorders. Because of the detailed anamnesis and the correct selection of assessments, it can be assumed that physiotherapists are able to in-vestigate patients with headache.