Titelaufnahme

Titel
Der Tastbefund des subkutanen Bindegewebes in der physiotherapeutischen Praxis: ein objektives Assessment?
Weitere Titel
The palpatory examination of subcutaneous connective tissue in physiotherapeutic practise: an objective assessment?
VerfasserMartinek, Julia
GutachterAugesky-Stocker, Doris
Erschienen2013
Datum der AbgabeJuni 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Untersuchung / Diagnose / Befund / Test / Assessment / palpation / manuell / subkutan / Bindegewebe / Haut / Verschieblichkeit / Reflexphysiologie / Objektivität / Rücken / Wirbelsäule / messen / Messung / Wahrnehmung / Konsistenz / Druck / Temperatur / Übereinstimmung / Genauigkeit / Hand / Finger / taktil / sensorisch
Schlagwörter (EN)examination / diagnosis / test / assessment / subcutaneous / connective tissue / skin / mobility / reflexology / objectivity / back / spine / palpatory / manual / measuring / measurement / perception / thickness / pressure / temperature / acuity / accordance / hand / finger / tactile / sensory
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund / Ziel / Fragestellung: Der Bindegewebstastbefund zeigt hinsichtlich der Kom-ponenten der Durchführungs- sowie Auswertung keine einheitlich geltenden Richtlinien. Die Hand als Instrument unterliegt interindividuellen Wahrnehmungsdifferenzen. Es stellt sich die Frage, kann die palpatorische Befundung des subkutanen Bindegewebes die Kriterien eines objektiven Messintruments erfüllen? Die Literaturrecherche lässt vermuten, dass durch einheitliche Schulung und Richtlinien bezüglich Lagerung, Technik und wahr-nehmbarer Merkmale Objektivität erreicht werden kann. Die einheitliche Umsetzung wur-de im Rahmen einer empirischen Studie untersucht.

Methodik: In einer Querschnittstudie wurde von zwei BefunderInnen (BG1, BG2) die Haut-faltenmethode zur Untersuchung des subkutanen Bindegewebes an 19 ProbandInnen durchgeführt. Es wurden die Übereinstimmungen der Lagerungskomponenten beobach-tet, die benötigte Befunddauer gemessen, die Griffintensität durch Einschätzung der Pro-bandInnen bewertet und die Befundergebnisse auf Übereinstimmungen gemessen.

Ergebnisse: Es zeigte sich, dass 9 der 19 Lagerungssettings in allen Komponenten über-einstimmend umgesetzt wurden. Der Mittelwert der Kappa-Werte der Lagerung betrug 0,61. Die Berechnungen der Dauer zeigten Übereinstimmungen. Die Griffintensität wurde als „eher übereinstimmend“ bewertet. Die Befundwerte ergaben einen Kappa-Wert (Kges) von 0,46. Bei separater Befundwert-Berechnung der übereinstimmenden Lagerungsset-tings ergab sich Kü=0,35. Die festgelegte Signifikanzgrenze von K=0,75 konnte weder bei der Durchführung noch bei der Auswertung erreicht werden.

Schlussfolgerung: Die festgelegten Richtlinien bezüglich der Lagerungskomponenten konnten nicht einheitlich umgesetzt werden. Bei Vorliegen übereinstimmender Lage-rungskriterien zeigte sich keine signifikante Übereinstimmung der Ergebnisse. Die Haut-faltenmethode eingesetzt als Messinstrument am subkutanen Bindegewebe muss hin-sichtlich des Gütekriteriums Objektivität kritisch betrachtet werden. Um den Einsatz dieser Methode in der Praxis empirisch zu begründen bedarf es weiterer Forschung.

Zusammenfassung (Englisch)

Context / Objective / Question: The manual examination of subcutaneous connective tis-sue (sCT) shows a lack of standard guidelines regarding the performance and evaluation. The used instrument, the hand, underlies differences in interindividual perception. This results in the question: Can the palpatory examination of sCT fulfill the standards required by objective assessments used in evidence based physiotherapy. After research in litera-ture it can be hypothesised that by the use of standardised guidelines regarding profes-sional training, position of the examined person, used technique and perceptible qualities of sCT objectivity can be achieved. This was examined in an observational study.

Method: In a cross-sectional study two raters (BG1, BG2) performed the skinfold method on 19 subjects. The accordance of positioning the subjects was observed, time of each examination was measure, accordance of grasp-intensity was ranked by the subjects and agreement in the findings was measured.

Results: 9 of 19 positioning-seettings showed full agreement. The Kappa-coefficient of positioning-settings was 0,61. Calculation of time showed overlapping. Grasp-intensity was ranked as “rather congruent”. Agreement in findings showed a Kappa of Kges=0,46. A separate calculation of findings from the positioning-settings with fully agreement lowered the Kappa to 0,35. The defined limit value to evaluate a significant Kappa-Value from 0,75 was not reached neither in performance nor in evaluation-agreement.

Conclusion: Standardised guidelines regarding positioning-setting could not be trans-formed uniformly into practice. When fully positioning-agreement was given, no significant agreement in findings of sCT was observed. The skinfold test as a palpatory measure-ment of sCT should be regarded critically. To establish this method in evidence based practise more research is required.