Titelaufnahme

Titel
Nutzen und Grenzen der psychiatrischen Diagnose: Eine kritische Betrachtung unter Einbeziehung der sozialarbeiterischen Praxis
Weitere Titel
Benefits and disadvantages of psychiatric diagnoses: A critical reflection including social work practice
VerfasserStegmann, Hendrikje
GutachterMoritz, Christian
Erschienen2013
Datum der AbgabeNovember 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Psychiatrische Diagnose / Diagnostik / Klassifikation / Psychische Störung / Symptom / Stigmatisierung / Soziale Arbeit in der Psychiatrie / Multiprofessionelle Zusammenarbeit
Schlagwörter (EN)psychiatric diagnosis / diagnostics / classification / mental disorder / symptom / stigma / psychiatry social work / multidisciplinary cooperation
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der psychiatrischen Diagnose. Es werden Nutzen und Grenzen einer Diagnosestellung herausgearbeitet und Probleme aufgezeigt, die in Zusammenhang mit der Klassifizierung von psychischen Störungen auftreten. Diagnosen sind stets bestimmt durch das Krankheitsmodell, das ihnen zugrunde liegt. Sie sind keine festen Konstrukte, sondern im Kontext von Zeit und Gesellschaft wandelbar, wobei es zeitweise zu Häufungen bestimmter Diagnosestellungen kommt. Die Funktionen einer Diagnose im Therapieprozess sind das Aktivieren von Wissen bei den Beteiligten und damit verbundene Handlungsanweisungen sowie die Unterstützung der interdisziplinären Kommunikation. Die Verlässlichkeit von psychiatrischer Diagnostik ist jedoch unzureichend. Gleichzeitig sind mit einer Diagnosestellung zahlreiche emotionale Auswirkungen auf die Betroffenen sowie eine Gefahr der Stigmatisierung und sozialen Ausgrenzung verbunden. Eine Diagnose sollte daher stets als vorläufige Arbeitshypothese betrachtet werden, die in einem zirkulären Prozess stetig überprüft und angepasst wird. Die Soziale Arbeit im Bereich der Psychiatrie sollte Diagnosen grundsätzlich kritisch gegenüber stehen und um eine ganzheitliche Wahrnehmung der betroffenen Personen bemüht sein. Ihre Kompetenzen in der multiprofessionellen Zusammenarbeit muss sie bewusster reflektieren und entschlossener vertreten, um die Berufsidentität zu stärken und zur Professionalisierung beizutragen.

Zusammenfassung (Englisch)

This paper deals with psychiatric diagnoses. Benefits and disadvantages associated with making a diagnosis are discussed, as well as problems which appear in connection with the classification of mental disorders. Diagnoses always are influenced by the model of health and illness which forms the basis. They are no firm constructs, but modified during time and by social transformations. From time to time there are accumulations of certain diagnoses. In the process of therapy, diagnoses serve activating knowledge among professionals and patients, offering instructions as well as supporting multidisciplinary communication. Nevertheless, the reliability of psychiatric diagnostics is insufficient. For the patient, a diagnosis is connected with numerous emotional effects and the danger of stigma and social exclusion. Hence, a diagnosis should be always used as a temporary hypothesis which is checked and steadily adapted in a circular process. Psychiatry social work should always regard diagnoses in a critical way and make an effort to recognize a patient as entire person. For social work it is necessary to reflect its own skills in the multidisciplinary setting and argue for them more efficiently to encourage professional identity.