Titelaufnahme

Titel
Frührehabilitation nach operativ versorgten Hüftfrakturen bei Patientinnen und Patienten ab dem 65. Lebensjahr.
Weitere Titel
Early Rehabilitation after hip fracture surgery in patients of 65 years of age and over.
VerfasserBreitrainer, Elisabeth
GutachterHuemer, Klemens
Erschienen2014
Datum der AbgabeMai 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hüftgelenksnahe Frakturen sind besonders bei älteren Menschen ein großes Thema, da diese Brüche nicht nur das Resultat von diversen Pathologien wie zB. Osteoporose oder Metastasen sein können, sondern auch rein traumatische Ursachen wie Stürze zur Ursache haben können.

Die Zahl der Hüftfrakturen bei über 50 jährigen Österreicherinnen und Österreichern betrug laut einer Studie im Jahr 1994 11.694 und stieg auf 15.987 Frakturen im Jahr 2006 an, Tendenz steigend.

Frakturen sind nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische Belastung für die Patientinnen und Patienten, da die meisten dieser Frakturen in einem stationären Krankenhausaufenthalt und manchmal sogar in einem operativen Eingriff enden. Im Jahr 2010 wurden über 19.000 Patienten stationär zur Behandlung solcher Frakturen aufgenommen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beläuft sich auf 12,6 Tage und die Mehrheit der betroffenen Menschen ist 65 Jahre und älter.

Mit Ausgaben von 12,6 Mrd. Euro verursachte die stationäre Gesundheitsversorgung die höchsten Kosten bzw. nahm 40,2% der gesamten Gesundheitsausgaben des Jahres 2010 in Anspruch.

Es gibt bereits zahlreiche Studien, die sich mit der Rehabilitation von Hüftfrakturen, ob operativ oder konservativ versorgt, präventiv oder ganz einfach im Allgemeinen befassen.

Diese Arbeit soll sich aber speziell mit der frühen Rehabilitation solcher Verletzungen, das heißt schnellst mögliche Mobilisation meist innerhalb der ersten 24-48 Stunden postoperativ auseinander setzen.

Frühe Rehabilitation verringert nicht nur das Risiko sekundärer Komplikationen wie zB einer Pneumonie oder einer tiefen Venenthrombose sondern wirkt sich auch positiv auf die postoperative psychische Verfassung der Patientinnen und Patienten aus.

In dieser Arbeit werden die Vor- und/oder Nachteile einer frühen Rehabilitation, sowie die Auswirkungen und den Zusammenhang einer frühen Belastung und Mobilisierung auf die Selbstständigkeit, den funktionellen Status und die Dauer des Krankenhausaufenthalts der Patientinnen und Patienten beleuchtet.

Das Ziel dieser Arbeit ist es also die aktuelle Literatur bezüglich früher Rehabilitation bei operativ versorgten Hüftfrakturen zu beleuchten und die Ergebnisse hinsichtlich Dauer des Krankenhausaufenthalts und Selbstständigkeit der Patienten zu vergleichen und zu interpretieren.

Daraus leitet sich folgende Fragestellung ab:

Wie wirkt sich frühe Rehabilitation bei Patientinnen und Patienten ab dem 65 Lebensjahr mit operativ versorgten Hüftfrakturen auf die Dauer des Krankenhausaufenthalts und die Selbstständigkeit im Alltag aus?

Unterfragen:

In welchem Zusammenhang stehen die Tage der Immobilisation mit der Selbstständigkeit der Patienten am Tag der Entlassung?

Werden Patientinnen und Patienten früher entlassen wenn sie früher mobilisiert werden?

Trägt Frührehabilitation dazu bei, dass das operierte Patientengut direkt nach hause und nicht in eine weitere Rehabilitationseinrichtung entlassen wird?

Ergeben sich postoperative Komplikationen der operierten Region bei zu früher Belastung?

Methodik

Bei dieser Bachelorarbeit handelt es sich um eine nicht-empirische Forschungsarbeit, die den aktuellen Wissensstand bezüglich Frührehabilitation bei operativ versorgten Hüftfrakturen bei älteren Patienten anhand einer Literaturrecherche zusammenfasst und die Ergebnisse der einzelnen Literatur vergleicht und gegenüberstellt.

Um das Suchergebnis überschaubarer zu gestalten und das Thema einzugrenzen wurden folgende Ein- und Ausschlusskriterien festgelegt:

Die Studien sollen in den letzten 5-20 Jahren publiziert worden sein (Ausnahmen für ältere Literatur möglich, sofern die Studie in anderen Arbeiten vermehrt als Referenz angegeben wurde) und keine Single-Case-Studies oder Systematic Reviews sein. Bevorzugt werden RCTs (mit einer Interventions- und im Idealfall einer Kontrollgruppe) sowie Cohort-Studies und ähnliche Designs. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studien sollen mindestens 65 Jahre alt sein, egal ob männlich oder weiblich und aufgrund einer Fraktur im Bereich des Hüftgelenks entweder mit einer HTEP, HEP, einem Gamma Nagel oder einer DHS versorgt worden sind. Verwendet werden nur Studien die in deutscher oder englischer Sprache verfasst wurden.

Um die Studien gegenüberstellen zu können sollten die Outcomes gleich oder zumindest miteinander vergleichbar sein. Primäre Outcomes der verwendeten Studien sollen die Dauer des Krankenhausaufenthalts und die Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten sein. Ausgeschlossen werden Studien die keines der beiden oben genannten Outcomes verwenden. Falls zu wenig Literatur vorhanden sein sollte, werden aber auch Studien verwendet die nur eines der oben genannten Ergebnisse untersuchen.

Ein weiteres wichtiges Einschlusskriterium ist, dass in der Literatur der Zeitpunkt der Erstmobilisierung festhalten werden muss und innerhalb der ersten 72 Stunden nach der Operation erfolgen muss.