Titelaufnahme

Titel
Was leisten Qualitative Assessments im Rahmen der physiotherapeutischen Befundung des Schulterimpingements im Vergleich zu Schmerz-Provokationstests?
Weitere Titel
What do qualitative assessments contribute to physiotherapeutical diagnosis of shoulder impingement compared to pain physical examination test?
AutorInnenSeywald, Simon
GutachterReicher, Eva
Erschienen2014
Datum der AbgabeMai 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
 _
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die häufigsten Ursachen für Schulterbeschwerden sind subacromiale Impingementssyndrome. Sie machen 44-65% der Schulterschmerzen aus. Bei einem Impingementsyndrom kommt es zu einem pathologischen Einklemmen von Weichteil- und Knochenstrukturen im Schulterbereich.

Durch verschiedene Tests soll die Ursache der Schmerzsymptomatik festgestellt werden, um den Erfolg der Therapie zu gewährleisten. Im Allgemeinen wird aufgrund neuerer Erkenntnisse zwischen internen und externen Impingement unterschieden.

Heutzutage gibt es jedoch eine Vielzahl von Impingementtests. Die meisten unterscheiden nicht zwischen internem und externem Impingement.3 Jene Tests sollten nur nach vorherigem Ausschluss einer Frozen Shoulder oder Athritis durchgeführt werden. Die Tests liefern allerdings qualitativ sehr unterschiedliche Ergebnisse.

Das folgende Zitat aus dem “Journal of Physiotherapy” von Phillip Hughes ist Denkanstoß für die folgende Arbeit.

"[...]These shoulder impingement tests take little time and are easy to perform; however, if they do not inform clinical reasoning, that is they are not useful in diagnosing impingement, then their continued use must be questioned. Future research needs to seek a valid anatomical basis for impingement testing."

Zur konkreten Differenzierung der Schmerz auslösenden Struktur im Rahmen der physiotherapeutischen Befundung eines Schulterimpingements können verschiedene Tests herangezogen werden, die durch Stress auf verschiedene Strukturen Schmerzen reproduzieren. Hierzu werden oft Schmerz-Provokations-Tests verwendet, die ursprünglich aus dem Bereich der Medizin kommen, aber zum Teil auch von Physiotherapeuten/Inen genutzt werden und eine physiotherapeutische (PT)-Diagnosestellung ermöglichen sollen. Auch wenn Schmerzprovokationstests einfach auszuführen sind und wenig Zeit beanspruchen, ist die Notwendigkeit für einen/eine Physiotherapeuten/In durchaus zu hinterfragen, denn in der Regel geht ein Schulterimpingement als klinische Diagnose mit einer Funktionsbeeinträchtigung der Gelenksbeweglichkeit einher. Die Patienten/Inen klagen über Probleme in der Ausübung ihrer Hobbys, ihres Berufs oder den Aktivitäten des täglichen Lebens. Wird von einem/einer Physiotherapeuten/In die PT-Hypothese "Schulterimpingement" erstellt, beginnt das Clinical Reasoning, um diese Hypothese zu verifizieren. Dies geschieht meist in folgender Abfolge: Anamnese, Fragebögen, Inspektion, Palpation, physische Untersuchung (aktiv/passive Range of motion (ROM)), manuelle Techniken und zum Schluss Schmerz-Provokationstests. Physiotherapeuten/Inen sind Experten auf dem Gebiet der qualitativen Befundung in Form des Anamnese-Gesprächs und könnten in der Lage sein, nach diesen qualitativen Aspekten mit wenigen Tests die richtige PT-Schlussfolgerung zu ziehen und die nötigen Interventionen zu setzen. Aus diesem Kontext ergibt sich die zentrale Fragestellung dieser Arbeit.

1.2. Zentrale Fragestellung:

Welchen Mehrwert an Information leistet ein Schmerzprovokationstest in der physiotherapeutischen Befundung eines Schulterimpingements im Rahmen des PT-Prozesses im Vergleich zu qualitativen Assessments in Form von Anamnese-Gesprächen oder auch von Fragebögen?

1.4. Relevanz des Themas für die Physiotherapie

Die Möglichkeit, das physiotherapeutische Handeln kritisch in Bezug auf die Auswahl und Abfolge von Assessments im physiotherapeutischen Prozess aufzuarbeiten und zu hinterfragen, ist natürlich von hoher Relevanz. Für die Berufsgruppe Physiotherapie ist professionelles Handeln im interdisziplinären Kontext essenziell, um den ständig steigenden Anforderungen im Berufsfeld gewachsen zu sein und als Berufsgruppe selbstreflektiert und eigenständig zu arbeiten. Der Unterschied zwischen Fachleuten und Experten/Innen ist, dass Fachleute viele Tests brauchen, um zu einer Schlussfolgerung zu gelangen, hingegen Experten/Innen mit wenigen Tests zu einem identischen Ergebnis kommen. Physiotherapeuten/Innen sind Experten/Innen und sollten durch eine fundierte Anamnese und wenige aussagekräftige Tests zu einer PT-Diagnose kommen, um anschließend die richtigen Interventionen zu setzten. Der Anspruch besteht darin, durch den minimalen Input den maximalen Output in Bezug auf die Ressourcen aller Beteiligten gemäß dem ökonomischen Prinzip zu gewährleisten, was nicht weniger bedeutet, als dass qualitativ hochwertig und dem aktuellen Wissensstand entsprechend gearbeitet wird.

In Summe werden 32 Studien in der Metaanalyse und zirka 26 zusätzliche Studien für die Beantwortung der zentralen Fragestellung herangezogen. Zusätzlich werden diverse Fachbücher und ein Artikel aus dem Journal of Physiotherapy verwendet. Für die Beantwortung der zentralen Fragestellung und den allgemeinen Teil der Arbeit werden insgesamt 60 Quellen in diese Bachelor Arbeit integriert.

Statistik
Das PDF-Dokument wurde 0 mal heruntergeladen.