Bibliographic Metadata

Title
Berufsbedingte Beschwerden: Zahnärztinnen und -ärzte versus Studierende der Zahnmedizin: Eine Erhebung an der Universitätszahnklinik Wien
Additional Titles
Musculoskeletal Disorders – Dentists versus Dental Students: An Inquiry at the University Dental Clinic of Vienna
AuthorWimmer, Sarah Elisabeth
Thesis advisorKundegraber, Manuela
Published2014
Date of SubmissionMay 2014
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Kurzzusammenfassung des aktuellen Status der BA1:

Nach einer einleitenden Einführung in das Problemfeld wurden in der vorliegenden BA1 die physiotherapeutische Relevanz und Ziel der Arbeit, zentrale Fragestellungen, Hypothesen und Methodik der BA1 herausgearbeitet. Abschließend wurden die zentralen Begriffe definiert, der aktuelle Wissensstand zusammengefasst und die geplante Methodik für den empirischen Teil (=BA2) beschrieben.

Einführung in das Problemfeld:

Berufsbedingte muskuloskelettale Beschwerden sind weltweit im Zunehmen. Diese haben zahlreiche Konsequenzen, von ernsthaften gesundheitlichen Auswirkungen bis zu reduzierter Effektivität und Produktivität am Arbeitsplatz, und betreffen somit nicht nur die individuelle Lebensqualität, sondern auch die Wirtschaft.

Einer Veröffentlichung auf der Website der europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zufolge leiden über 100 Millionen EU-Bürger an Schmerzen des Bewegungsapparates, davon sind fast die Hälfte arbeitsbedingt und verursachen fast 50% aller Krankenstände in der EU, die mehr als drei Tage dauern sowie 60% der Fälle dauerhafter Arbeitsunfähigkeit. Die durch muskuloskelettale Erkrankungen verursachten direkten und indirekten Kosten werden auf 240 Milliarden Euro jährlich geschätzt – das sind bis zu 2% des Bruttoinlandproduktes EU-weit. Einem Bericht der europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von 2008 zufolge sind Muskel-Skelett-Erkrankungen insgesamt das am häufigsten angeführte arbeitsbedingte Gesundheitsproblem.

Bei Zahnärztinnen und -ärzten liegt die Ein-Jahres-Prävalenz von berufsbedingten Symptomen des Bewegungsapparates laut internationalen Studien bei bis zu 100%, aber nur relativ wenige Studien haben sich bisher auf diese Berufsgruppe fokussiert.

Die Notwendigkeit der Erforschung von Risikofaktoren für berufsbedingte muskuloskelettale Beschwerden im Bereich der Zahnmedizin wird vor allem betont, um einen konkreten Ansatz für deren Prävention entwickeln zu können. Symptome des Bewegungsapparates gelten als komplexes und multifaktoriell bedingtes Problem, deren ätiologische Mechanismen zwar noch unzureichend bekannt sind, vom United States National Institute of Occupational Safety and Health wurden aber drei Kategorien von Risikofaktoren identifiziert: Individuelle, psychosoziale und arbeitsbedingte körperliche Faktoren, wobei ein beständiger Zusammenhang von Muskel-Skelett-Erkrankungen des Nackens, Rückens und der oberen Extremitäten mit bestimmten physischen Parametern vor allem auf einem hohen Belastungsniveau bzw. bei Kombination mehrerer dieser Einflussfaktoren betont wird. Wie auch andere wissenschaftliche Arbeiten zeigen, handelt es sich bei den körperlichen Risikofaktoren vor allem um ungünstige und prolongierte statische Arbeitshaltung, häufige Wirbelsäulenflexion und –rotation, kraftvolle Anspannung, repetitive Bewegungen und Vibrationen. Ergonomische Studien deuten darauf hin, dass Vorbeugung und Behandlung früh zur Anwendung kommen sollten, um eine Chronifizierung von Symptomen zu vermeiden. Auf diese Erkenntnis beziehen sich unter anderem die Autoren einer Studie, deren Ergebnisse zeigen, dass bereits unter Studierenden der Zahnmedizin eine ähnlich hohe Prävalenz (85,6%) von körperlichen Beschwerden vorliegt wie bei berufstätigen Zahnärztinnen und –ärzten, weshalb dringend empfohlen wird, den Fokus auf die Prävention in einer möglichst frühen Phase der klinischen Karriere zu legen – idealerweise bereits während des Studiums.

Zentrale Fragestellung

Gibt es einen signifikanten Unterschied bezüglich der Prävalenz von Erkrankungen des Bewegungsapparates zwischen berufstätigen und noch auszubildenden österreichischen Zahnärztinnen und –ärzten?

Subfragen:

Können Unterschiede zwischen beiden Gruppen bezüglich der am häufigsten auftretenden Lokalisation einerseits und der Intensität von Beschwerden andererseits identifiziert werden? Wenn ja, welche?

Sind Parallelen zwischen den untersuchten Gruppen hinsichtlich Lokalisation und/oder Intensität von Beschwerden feststellbar? Wenn ja, welche?

Kann in den beiden Populationen ein signifikanter Zusammenhang zwischen vorhandenen Einflussfaktoren und der Entwicklung von Muskel-Skelett-Erkrankungen hergestellt werden? Wenn ja, für welche Faktoren ist dies der Fall?

Methodik

Nachdem im Rahmen der BA1 eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt wurde, ist im Zuge der BA2 eine empirische Forschungsarbeit geplant: eine quantitative, fragebogenbasierte Erhebung und eine mittels nach speziellen Beobachtungskriterien strukturierter Analyse der Arbeitsbelastungen an der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik (BGU) in Wien sollen durchgeführt werden. Probandinnen und Probanden sind Zahnärztinnen und –ärzte sowie Studierende der BGU. Die Zustimmung zu diesem Projekt wird von der Ethikkommission der Medizinischen Universität Wien eingeholt.