Titelaufnahme

Titel
Das bedingungslose Grundeinkommen und die Soziale Arbeit. Impulse für das professionelle Denken und Handeln.
Weitere Titel
The unconditional basic income and social work. Impulses for the professional thinking and acting.
VerfasserFleischer, Christoph Bernhard
GutachterKlawatsch-Treitl, Eva
Erschienen2015
Datum der AbgabeApril 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Soziale Arbeit / Bedingungsloses Grundeinkommen / Sozialpolitik / Arbeit / Gerechtigkeit / Grundsicherung / Erwerbsarbeit / Soziale Sicherung / Sozialversicherung / Arbeitslosigkeit
Schlagwörter (EN)Social work / Unconditional basic income / Social policy / Labour / Justice / Basic security / Paid labour / Social security / Social insurance / Unemployment
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In der gegenwärtigen Wahrnehmung und Betrachtung der österreichischen Gesellschaft wird oft von einer Krise der Arbeitsgesellschaft gesprochen. Diese Krise zeigt sich einerseits durch die steigende Arbeitslosigkeit und die hohe Zahl an prekären Arbeitsbedingungen in der Bevölkerung. Andererseits funktioniert das System der sozialen Sicherung gekoppelt an die Erwerbsarbeit nicht mehr, was in den steigenden Zahlen der von Armutsgefährdung und Benachteiligung betroffenen Personen sichtbar wird.

Diese Entwicklung bringt eine große Herausforderung für die Soziale Arbeit in ihrem professionellen Handeln mit sich und fordert von ihr zugleich die Suche nach und Auseinandersetzung mit alternativen Ansätzen der sozialen Sicherung ein. Dieser Auftrag führt zur Beschäftigung mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, welches für die Soziale Arbeit in zweierlei Hinsicht relevant und bedeutsam ist. Einerseits verändert das bedingungslose Grundeinkommen die menschlichen Lebenssituationen und somit die professionellen Handlungsfelder, andererseits kann sich die Soziale Arbeit Impulse für ihre Theorie und Praxis aus den grundlegenden Prinzipien und Intentionen des bedingungslosen Grundeinkommens suchen und in ihre eigene Sprache übersetzen.

Diese Suche ist Anliegen der folgenden Bachelorarbeit. Als Grundlage werden die Idee und Entwicklung eines bedingungslosen Grundeinkommens vorgestellt und erklärt sowie die rahmengebende Sozialpolitik und die Funktion und Gestalt der Sozialen Arbeit skizziert. Die zentralen Unterschiede der beiden sozialpolitischen Ansätze, das gegenwärtige Sozialsystem und ein bedingungsloses Grundeinkommen werden anhand der Themenschwerpunkte Arbeit und Gerechtigkeit herausgearbeitet. Diese beiden sind aufgrund ihrer wichtigen Stellung als leitendes Prinzip (Gerechtigkeit) und zentraler Bestandteil (Arbeit) in den verschiedenen Ansätzen ausgewählt. Aus einer finalen Zusammenschau der Prinzipien des bedingungslosen Grundeinkommens, der notwendigen Veränderungsaspekte der aktuellen Arbeitsgesellschaft und der Neuakzentuierung von Arbeit und Gerechtigkeit im bedingungslosen Grundeinkommen ergeben sich Impulse für die Soziale Arbeit in ihrem professionellen Denken und Handeln. Diese Impulse reichen von der Aktivierung und Integration im Kontext alternativer Lebensentwürfe über die Differenzierung und Neupositionierung der Begriffe Leistung und Tätigkeit bis hin zur Diskussion der Handlungsprinzipien Gleichheit, Autonomie und Universalität.

Zusammenfassung (Englisch)

The unconditional basic income and social work. Impulses for the professional thinking and acting.

Current studies of Austrian society argue that its working society faces a crisis. This crisis manifests itself, firstly, in an increase of unemployment and in a high number of people facing a precarious job situation. Secondly, the traditional system of social security, since based on gainful employment, is no longer working. We therefore find an increasing number of disadvantaged people living at the poverty line.

This development is a big challenge for social work urging it to find alternatives to the current system of social security. In this process, the concept of an unconditional basic income is highly relevant for two main reasons: Firstly, it clearly affects people’s living situations and therefore the professional field of action. Secondly, the underlying principles and intentions of an unconditional basic income can be inspirational for social work in many ways, helping to develop and improve both its theory and practice.

Contributing to this discussion, the following bachelor thesis is structured as follows: As an introduction, the idea and development of an unconditional basic income are explained, and the underlying social policy as well as the function and character of social work are outlined. Then, the current social system is contrasted with the concept of an unconditional basic income, differences being highlighted with a focus on the aspects of work and justice. These two aspects are used because of their crucial role as leading principle (justice) and central component (work) in both approaches. On the basis of the principles of an unconditional basic income, the necessary changes of the current working society, and the reinterpretation of work and justice in the context of an unconditional basic income, many impulses can be found for social work. These include the activation and integration in the context of alternative lifestyles, the differentiation and repositioning of the terms achievement and activity and the discussion of the principles of action: equality, autonomy and universality.