Titelaufnahme

Titel
Vererbte Wunden - Über die intergenerationale Transmission von häuslicher Gewalt
Weitere Titel
Inherited wounds - About the intergenerational transmission of domestic violence
VerfasserHolzer, Cilia
GutachterFrauscher, Silvia
Erschienen2015
Datum der AbgabeApril 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Häusliche Gewalt / Intergenerationale Transmission / Auswirkungen auf Kinder / Kindeswohl
Schlagwörter (EN)domestic violence / intergenerational Transmission / impact on children / child-well-being
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Bachelorarbeit behandelt die Thematik „Kinder als ZeugInnen von Gewalt in der Partnerschaft“ und beschäftigt sich demgemäß mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen häuslicher Gewalt in Österreich und einer sehr sozialschädlichen Langzeitauswirkung – der intergenerationalen Transmission.

In sämtlichen Gesetzen wird das Wohl des Kindes als Maßstab herangezogen, jedoch ist dies nicht deutlich definiert und somit ist nicht eindeutig ersichtlich, inwieweit ZeugInnenschaft von Gewalt in der Partnerschaft als Kindeswohlgefährdung zu erachten ist. Eine gewaltfreie Erziehung ist gesetzlich verankert, wobei das Miterleben von Partnerschaftsgewalt dabei nicht ausdrücklich mit einbezogen ist, außer die ZeugInnenschaft von Gewalt in der Partnerschaft wird als psychische Gewalt angesehen. Letztendlich ist es immer Auslegungssache, ob indirekte Gewalterfahrungen als Kindeswohlgefährdung gesehen werden.

Das Risiko ist laut empirischer Forschung sehr hoch, dass Kinder, die in ihrer Familie Gewalt erleiden oder zwischen den Eltern miterleben, in ihrem Leben als Erwachsenen selbst zu Gewalt greifen oder in die Opferrolle fallen. Diese Weitergabe von Gewalt über Generationen hinweg, lässt sich durch theoretische Ansätze nachvollziehen. Die Theorie des sozialen Lernens veranschaulicht sehr gut, wie wir bereits in unserer Frühzeit durch unsere Familie geprägt werden und wie stark sich vorgelebte Verhaltensmuster in der Persönlichkeit verankern. Der systemtheoretische Ansatz zeigt hingegen, dass familiäre Gewalt nicht nur als Tat einer einzelnen Person, sondern als ein Produkt der Prozesse innerhalb eines Systems angesehen werden kann und wie Reaktionen, die von innen und außen auf die Familie einwirken, Einfluss auf die Lösung schwieriger Lebenslagen laben können.

Diese Theorien zeigen zwar, wie eine Entstehung und Verbreitung von Gewalt erklärbar ist, jedoch zeigen die Ergebnisse der empirischen Studien auch, dass der Großteil der Menschen trotz Gewalterfahrung in der Kindheit auf Gewalt in ihrer Familie verzichtet. Andere wiederum, die in einer gewaltfeien Umgebung groß werden durften, erheben die Hand gegen ihre Lieben. Es gibt bis heute noch keine Theorie, die das Phänomen der häuslichen Gewalt in unserer Gesellschaft in seiner ganzen Tragweite zu erklären vermag.

Zusammenfassung (Englisch)

This Bachelor Thesis focuses on children as witnesses of domestic violence and therefore discusses the legal provisions in Austria regarding domestic violence and a socially very harmful time dependent effect of it – the intergenerational Transmission.

Several laws are orientated on the child’s well-being but actually the term of a child’s best interest is not precisely defined and therefore it is not evident if the welfare of a child is endangered by witnessing domestic violence. Moreover, raising children without applying violence is given by law, whereas witnessing domestic violence is not seen as such, except exposure to family violence would be considered as mental violence.

According to empirical studies, the risk is pretty high, that children, who suffer from domestic violence or witness it in the relationship of their parents, also use violence in their adolescence against their own family. The transmission of domestic violence across generations is comprehensible through theoretical approaches. The Social Learning Theory assumes that behavior is reinforced by others and that it is a product of a social learning process during our childhood. On the other side the General System Theory shows that violence is a result of a social system. It assumes that domestic violence is a result of the family system which is influenced from outside and inside. These theories explain the origin and the dissemination of domestic violence, but they cannot give us an explanation why some abused humans become victims or perpetrators later on in adult life and others not.

Today no theory is able to explain the phenomenon of domestic violence in our society in a full manner.