Titelaufnahme

Titel
Alle für einen und einer für alle - Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Berufsgruppen Physiotherapie und Pflege bei Mobilisation in der Geriatrie
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Alle für einen und einer für alle - Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Berufsgruppen Physiotherapie und Pflege bei Mobilisation in der Geriatrie
AutorInnenGanzbiller, Nicole
GutachterPilsl, Elisabeth
Erschienen2015
Datum der AbgabeMärz 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

1. Einführung

1.1. Die zentrale Fragestellung

1.2. Physiotherapeutische Relevanz

1.3. Zielsetzung

1.4. Methodik

2. Zentrale Begriffe

2.1. Geriatrie

2.2. Mobilität

3. Einteilung von Mobilität nach ICF

3.1.Funktionsfähigkeit und Behinderung – Körperfunktionen und –strukturen

3.2. Funktionsfähigkeit und Behinderung – Aktivität und Partizipation

3.3. Kontextfaktoren – Umweltfaktoren

3.4. Kontextfaktoren – Personenbezogene Faktoren

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

1. Einführung

Wie eine Statistik von Statistik Austria zeigt, gibt es einen deutlichen demographischen Wandel in Österreich. Im Jahr 2002 waren es noch 1.249.218 Menschen über 65 Jahren. Diese Zahl ist bis 2014 bereits auf 1.556.658 Menschen angestiegen.7

Auf Grund dieser deutlich steigenden Zahlen wird der Fokus jetzt und in Zukunft immer mehr auf die Bewahrung der Mobilität geriatrischer PatientInnen gelegt, um einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes frühzeitig entgegen zu wirken.8

Um geriatrische PatientInnen ideal betreuen zu können, benötigt man ein gesamtes Team verschiedener Berufsgruppen. Lorimer et al. meinen, dass: „a team is a small number of consistent people committed to a relevant shared purpose, with common performance goals, complementary and overlapping skills, and a common approach to their work. Team members hold themselves mutually accountable, team results are outcomes“10(p.22). Diese Definition impliziert interdisziplinäre Interaktionen, in welchen alle Teammitglieder an den Teamaktivitäten teilnehmen und sich auf die anderen verlassen um gesetzte Ziele zu erreichen. Im Gegensatz dazu hat das Modell des multidisziplinären Teams den Ansatz die PatientInnen zwar von mehreren Berufsgruppen betreuen zu lassen, jedoch unabhängig von einander. Das Interdisziplinäre Team hingegen strebt nach einer tieferen Ebene der Zusammenarbeit, bei welcher das berufsspezifische Hintergrundwissen der verschiedenen Professionen kombiniert wird, um die ideale Betreuung für die PatientInnen planen zu können.10

Sowohl die Pflege als auch die Physiotherapie können, durch regelmäßiges einfordern physischer Aktivität des Patienten, der Patientin, Einfluss auf den körperlichen Abbau nehmen.11

1.1 Die zentrale Fragestellung

Daraus kann die zentrale Fragestellung abgeleitet werden: Worin definieren sich die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Herangehensweise an das Ziel der gesteigerten Mobilität von stationär betreuten PatientInnen in der Geriatrie bei Pflegepersonen und PhysiotherapeutInnen?

1.2 Physiotherapeutische Relevanz

Die gesteigerte Mobilität ist vor allem im Bereich der Geriatrie für PhysiotherapeutInnen ein primäres Ziel, da das Altern mit zahlreichen morphologischen und funktionellen Veränderungen einher geht, welche sich über den gesamten Organismus erstrecken. Dazu zählen unter anderem Veränderungen des Herzkreislaufsystems, des Atmungs-, Verdauungs- und Ausscheidungstraktes, des zentralvenösen Systems und der Knochen, Muskulatur und Haut.3

All diese Veränderungen können zu Immobilität führen, welche sich durch den Verlust oder die Einschränkung der Fähigkeit, eigenständig seine Körperposition im Raum zu verändern, definiert.4

Immobilität hat ebenfalls mehrere negative Auswirkung, wie zum Beispiel das vermehrte Auftreten von Dekubiti und ein erhöhtes Sturzrisiko auf Grund von geschwächten Strukturen. Mangelnde Mobilität fördert jedoch nicht nur die somatischen Gesundheitsstörungen, sondern hat auch Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen. Autonomieverlust, die starke Abhängigkeit von personeller Unterstützung, sowie das Einbußen von persönlicher Gestaltungsfreiheit und der Verlust von Intimität wirken sich sehr belastend auf immobile, hilfsbedürftige Personen aus.1

Die Aufgabenbereiche der Physiotherapie und Pflege decken sich hinsichtlich der Zielsetzung, nämlich dass die Patienten so schnell wie möglich Autonomie erlangen sollen. Das Pflegepersonal unterstützt und fördert die Patienten in ihren Alltagsaktivitäten durch aktivierende Pflege.5

Es steht das Ziel der Re- und Mobilisierung vor der Pflege an sich, um vermehrte Pflegebedürftigkeit zu verhindern.9

Um Aktivität im Alltag zeigen zu können, müssen Patienten einzelne Teilkomponenten wie, Kräftigung der Muskulatur, Gleichgewicht und Sturzprophylaxe erlernen, welche Mobilität erst ermöglichen. Dies umschreibt den Aufgabenbereich der PhysiotherapeutInnen.6