Titelaufnahme

Titel
Frühkindlicher Torticollis oder KISS-Syndrom als Prädisposition einer skoliotischen Fehlhaltung
Weitere Titel
Infantile Torticollis and KISS Syndrome as a cause of a scoliotic malposition
VerfasserHocke, Margareta
GutachterSchume, Claudia
Erschienen2015
Datum der AbgabeMärz 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kopfgelenksinduzierte Symmetriestörungen, kurz gesagt das Kiss – Syndrom, sind laut Heiner Biedermann die häufigste Ursache des kindlichen Schiefhalses und daher auch der funktionellen Asymmetrien im Säuglingsalter. Unter die Hauptsymptome fällt unter anderem auch der KMT, aber auch Gesichtsasymmetrien und motorische Asymmetrien. Eine opisthone Körperhaltung und eine C-Skoliose zählen ebenfalls zu den Hauptsymptomen.

Säuglinge mit KISS–Syndrom entwickeln sich unbehandelt zu Kindern mit KISS-Syndrom, mit evtl. stärker ausgeprägten Syndromen. Darunter fallen beispielsweise Haltungsbeschwerden des Kopf- und Nackenbereichs, aber auch Rückenschmerzen.

Anhand von Beobachtungen und Überlegungen stellte Heiner Biedermann die These auf, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen einer „Kopfgelenk- Relationsstörung“ und Körperhaltungs- oder Bewegungsasymmetrien gibt. Der Grund dafür ist, dass der Kopf, die HWS sowie der gesamte Schultergürtel mit der WS in enger Verbindung stehen. In der weiteren Entwicklung des Kindes kann es auch zum Auftreten von „Rest-auffälligkeiten“ kommen, auch wenn keine klinisch bedeutsamen Haltungsasymmetrien mehr bestehen. Wie beispielsweise eine eingeschränkte Kopfseitneigung, die im funktio-nellen Zusammenhang mit einer Störungen der Wirbelsäule stehen kann. In späterer Folge sind asymmetrische Symptome auch bei älteren Kindern oft weiterhin erkennbar.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die herangezogenen Studien beschreiben, dass funktionelle Asymmetrien, wie beispielsweise der KMT oder das KISS–Syndrom, im späteren Alter zu Haltungs- und Bewegungsbeschwerden führen können. Es besteht ein erhöhtes Risiko spätfolgend skoliotische Fehlhaltungen zu erlangen, wenn eine frühkindliche Asymmetrie im Bereich der HWS vorliegt. Dabei spielt die Wachstumsphase eine große Rolle, da sie in dieser Zeit eine Skoliose verstärken kann. Daher ist es von großer Bedeutung, die jeweilige Wachstumsphase in die Behandlung mit einzubeziehen.

Diese mögliche Korrelation wurde anhand von Beobachtungen aufgezeigt, letztendlich gibt es nur Vermutungen zu den Ursachen. In einigen Studien wird dieses Thema kurz angeschnitten, es besteht jedoch unzureichend Evidenz. Es herrscht ein Mangel an qualitativ hochwertigen Studien, um detaillierter auf diese Thematik einzugehen. Auch in der Praxis, im Rahmen von Fachgesprächen, wird dieser Korrelation der genannten Krank-heitsbilder viel Aufmerksamkeit geschenkt. Häufige Beobachtungen bestätigen diesen engen Zusammenhang, daher ist es wichtig bzw. notwendig, sich diesem Thema mehr zuzuwenden und im Rahmen von Studien weitergehend zu forschen