Titelaufnahme

Titel
Sagittales Alignment im Stand in den Wirbelsäulenabschnitten Lendenwirbelsäule und Becken bei gesunden Kindern im Alter von 9 Jahren
Weitere Titel
Sagittal Alignment of the pelvis and lumbar spine in a symmetric stand in healthy 9 year old children
VerfasserMelchior, Christina
Betreuer / BetreuerinWidhalm, Klaus
Erschienen2015
Datum der AbgabeMärz 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Obwohl Schmerzen im Bereich Lendenwirbelsäule und Becken der häufigste Grund für den Krankenstand bei Personen im erwerbstätigen Alter ist, wird zu wenig über den Zustand der Wirbelsäule bei jüngeren Personen geforscht um herauszufinden, ob es schon im Kindesalter Fehldispositionen der Wirbelsäule gibt.

Laut einer repräsentativen Gesundheitsbefragung sind „Kreuzschmerzen“, Dorsalgie, in Österreich die häufigste Krankheitssymptomatik. Circa 75% der Österreicherinnen und Österreichern geben an Wirbelsäulenbeschwerden zu haben. Der Bereich der Lendenwirbelsäule und des Beckens sind dabei mit circa 80% der am häufigsten betroffene Schmerzort. Die Studie hat überdies ergeben, dass schon Kinder ab 15 Jahren Schmerzen im Bereich Lendenwirbelsäule und Becken haben.

Die Alltags- und Freizeitgewohnheiten von Kindern sind wesentliche Faktoren die auch zu Gesundheitsproblemen führen. So können dadurch auch chronische Erkrankungen entstehen. Dazu gehören auch Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Beckens.

Bewiesen ist, dass sich das sagittale Alignement der Wirbelsäule von Kindern mit dem Wachstum verändert. Die Position des Sacrums und die dreidimensionale Ausrichtung als auch die globale Größe und Ausrichtung der Brustkyphose und Lendenlordose verändern sich mit dem Wachstum.

Es zeigt sich allerdings ein Problem bei der Bestimmung der physiologischen Norm der Wirbelsäule in der sagittalen Ebene bei Kindern. Es gibt einige Studien, welche die Wirbelsäule in der sagittalen Ebene versuchen zu klassifizieren und normieren. Allerdings zeigt sich beim Vergleich dieser Studien eine große Variabilität der Probandinnen, eine große Normbreite der Ergebnisse zu lumbaler Lordose und dem Zusammenhang zwischen Lendenwirbelsäule und Becken und eine breite Variabilität der untersuchten Parameter. Verantwortlich für das breite Ergebnisspektrum sind Geschlechts- und Altersunterschiede, das individuelle sagittale Alignment der Probandinnen und Probanden und unterschiedliche Messmethoden die einen direkten Vergleich der erhobenen Parameter erschweren.

Es gibt einige publizierte Techniken um das sagittale Alignment der Wirbelsäule zu messen. Allerdings gibt es bis jetzt keine Publikation eines umfassenden Klassifikationssystems von Variationen der physiologischen Wirbelsäule in der sagittalen Ebene im Zusammenhang mit der Ausrichtung des Beckens. Es wurden bereits einige Studien publiziert, welche die physiologische Form der Wirbelsäule bei Kindern klassifizieren und zu einer Norm zusammenfassen. Allerdings ist im Gegensatz zum frontalen Alignment der Wirbelsäule das sagittale Alignment, auch bei Kindern, noch nicht gut erforscht und verstanden und daher der derzeitige wissenschaftliche Stand noch sehr gering.

In den Arbeiten zum Themenbereich der normativen Wirbelsäule bei Kindern in der sagittalen Ebene wurde der Focus, bis jetzt vermehrt auf eine Einteilung basierend auf Daten die mittels Röntgen erhoben wurde, gerichtet. Allerdings gibt es auch wenige die mit anderen Testverfahren, wie Debrunners Kyphometer, erhoben wurden.

Bei der durchzuführenden Arbeit handelt es sich um eine cross-sectional Study, eine experimentelle Querschnittstudie. Dabei soll das sagittale Alignment der Wirbelsäulenabschnitte Lendenwirbelsäule und Becken bei gesunden, neun jährigen Kindern im freien, symmetrischen Stand ermittelt werden.

Die Erhebung der Daten wird mit 10 gesunden Kindern im normierten Alter von 9 Jahren an einer Wiener Volksschule durchgeführt. Bei der Auswahl der Probandinnen und Probanden wird darauf geachtet, dass die körperliche Konstitution dem Normbereich entspricht um etwaige Verfälschungen bei den Messergebnissen zu minimieren. Voraussetzung für die Studie ist die freiwillige Teilnahme der Kinder unter der Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Bei den Kindern dürfen keine muskuloskelettalen Symptome, keine neurologischen oder psychiatrischen Symptome vorliegen oder im früheren Alter vorgelegen haben.

Die Erhebung der kinematischen Daten erfolgt mit Video. Ermittelt werden die Winkel Sprunggelenk, Knie, Hüfte, untere LWS, obere LWS, der thorakolumbale Winkel, untere BWS und obere BWS im symmetrischen Stand.