Bibliographic Metadata

Title
Öffentlichkeitsbeteiligung - Gemeinsam entwickeln
Additional Titles
Public Participation - Together We Develop
AuthorLechner, Michel
Thesis advisorSedlacko, Michal
Published2015
Date of SubmissionMarch 2015
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Beteiligungsverfahren / Mariahilfer Straße / Öffentlichkeitsbeteiligung / Partizipation
Keywords (EN)Participation processes / Mariahilfer Straße / Public Participation / Participation
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Die vorliegende Arbeit, geht anhand des 2014 in Wien realisierten Projekts „Mariahilfer Straße Neu“ der Frage nach, ob Öffentlichkeitsbeteiligung, im Speziellen qualitative Partizipation, einen weiteren Entwicklungsschritt in der demokratisch geprägten österreichischen Gesellschaft darstellt. Dabei werden die Kontroversen, die auf Grund verschiedener Interessen zwischen allen Beteiligten bestanden, beleuchtet. Die Betrachtungsweise aus dem Blickwinkel der Entwicklungsphasen, der Öffentlichkeitsbeteiligung und der politischen Aktivitäten sollen die Frage beantworten, inwieweit österreichische BürgerInnen Einfluss auf den Entscheidungsprozess des Projektes Mariahilfer Straße hatten. Außer Frage steht die Abhängigkeit von der Bereitschaft der Politik bei der Implementierung einer Öffentlichkeitsbeteiligung. Der Einfluss auf den Entscheidungsprozess des öffentlichen Projektes der Mariahilfer Straße Neu war grundsätzlich vorhanden, jedoch lag es in der Hand der Bürgerinnen und Bürger diesen Einfluss zu gebrauchen. Partizipation setzt den Willen voraus, Verantwortung übernehmen zu wollen. Das Projekt Mariahilfer Straße Neu hat allerdings gezeigt, wie Öffentlichkeitbeteiligung ausgelegt werden kann, um ein Projekt zu legitimieren und durchzusetzen. Es wurde Partizipation vermittelt aber kaum ernsthaft betrieben. Diese Kenntnis stützt sich auf die fehlende Transparenz im gesamten Beteiligungsverfahren und die weitgehend nicht relevanten Mitgestaltungsmöglichkeiten der BürgerInnen. Es gab nur eine ernstzunehmende Befragung der BürgerInnen, die tatsächlich einen Einfluss auf das Projekt hatte. Diese entscheidende Befragung wurde 2014 durchgeführt und entschied über das Fortbestehen oder vorzeitige Ende des Projektes. Dass eine qualitative Öffentlichkeitsbeteiligung möglich ist, zeigt die Aahrus-Konvention, eine Konvention, die den BürgerInnen Rechte zugestehen, welche das Machtgefüge nahezu in die Mitte führen. Das Projekt „Mariahilfer Straße Neu“ ist grundsätzlich nicht als Vorzeigemodel für Öffentlichkeitsbeteiligung zu betrachten, ist jedoch ein Schritt in die richtige Richtung.

Abstract (English)

Based on the project „Mariahilfer Straße Neu“, which was implemented in Vienna in 2014, this thesis examines whether public participation, especially qualitative public participation, constitutes a new stage of development in the democratically minded Austrian society. It sheds light on the controversies between the participating parties, which arose as a result of diverging interests. By examining the different phases of development, public participation and political action, this thesis aims at determining to which extend the Austrian citizens did have an influence on the decision-making process concerning the project. The implementation of public participation unarguably depends on the willingness on the part of the politicians. In principle, the citizens did have the possibility to influence the decision-making process concerning the „Mariahilfer Straße Neu“ project, but it was up to them to make use of their influence. Public participation requires the willingness to take responsibility. However, the Mariahilfer Straße project showed that the concept of public participation can be instrumentalised to facilitate and legitimise the intended implementation of a certain project. Due to the lack of transparency during the whole participation process and the fact, that the possibilities for the citizens to contribute to this process were limited and concerned only minor issues, it became evident that the concept of public participation had been publicly heralded, but was not seriously put into action. There was only one noteworthy survey among the citizens, which actually had an impact on the project. Said survey was conducted in 2014 and decided on the continuance or premature termination of the project. Still, the Aahrus convention, which by conceding rights to the citizens creates a balanced power structure, shows that qualitative public participation is indeed feasible. The „Mariahilfer Straße Neu“ project is not to be considered a successful showcase for public participation, but it is a first step in the right direction.