Titelaufnahme

Titel
Diagnostik von durch Stechmücken übertragenen parasitären Krankheiten mit Hauptaugenmerk auf Dirofilarien
Weitere Titel
Diagnosis of mosquito-borne parasitic diseases with focus on dirofilaria
VerfasserButter, Julia
Erschienen2015
Datum der AbgabeJuni 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Culicidae / Dirofilaria repens / Dirofilaria immitis / Humane Dirofilariose / Pulmonale Dirofilariose / Subkutane Dirofilariose / Epidemiologie / Diagnostik
Schlagwörter (EN)Culicidae / Dirofilaria repens / Dirofilaria immitis / human dirofilariasis / pulmonary dirofilariasis / subcutaneous dirofilariasis / epidemiology / diagnosis
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Durch steigenden Tourismus, globalen Handel und Klimaveränderungen kam es in den letzten Jahren zur Ausbreitung invasiver Erreger und zu ersten Funden von Dirofilaria repens, in Stechmücken (Culicidae) in Österreich. Durch die zu erwartende Etablierung dieses Erregers, welcher eine Gefahr für Mensch und Tier darstellt, ist das Gesundheitssystem nun mit der Thematik Dirofilarien konfrontiert. Diese Arbeit basiert rein auf Literaturrecherche und beschäftigt sich mit den Vektoren, Haupt- und Fehlwirten und der geografischen Verbreitung dieser Erreger, da die Kenntnis dieser Faktoren von großer Bedeutung für eine sichere Diagnosestellung ist. Desweiteren werden die in der Diagnostik angewandten Methoden zur Identifzierung der Parasiten behandelt. Während Infektionen durch D. immitis beinahe weltweit vertreten sind findet sich D. repens vorwiegend in Süd- und Osteuropa sowie weiten Teilen Asiens. Seit 2000 konnte in Europa ein starker Anstieg der Fälle an subkutaner Dirofilariose beim Menschen - verursacht durch D. repens - festgestellt werden. Besteht der Verdacht auf eine kanine Dirofilariose (Hund = Endwirt) können die Mikrofilarien aus dem Blut mikroskopisch, meist nach einem Anreicherungsverfahren, befundet werden. Die anschließende Differenzierung erfolgt mittels histochemischer Färbung oder der Polymerase Kettenreaktion (PCR). Bei Verdacht auf eine pulmonale Dirofilariose - verursacht durch D. immitis - können Antigene (AG) der weiblichen adulten Würmer mittels Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA) nachgewiesen werden. Da es jedoch zu falsch negativen Ergebnissen kommen kann, darf bei entsprechender Symptomatik eine Dirofilariose nicht ausgeschlossen werden. Die PCR stellt hinsichtlich ihrer Spezifität und Sensitivität eine verlässliche Methode zur Diagnostik dar, jedoch ist der technische und zeitliche Aufwand größer als bei mikroskopischen und serologischen Methoden und wird deshalb meist nur zur Ergänzung oder Bestätigung herangezogen. Da beim Menschen die Infektion mit Dirofilarien meist asymptomatisch bzw. mit unspezifischen Symptomen auftritt wird diese oftmals fehldiagnostiziert. D. repens kann über eine Biopsie, anhand der Morphologie, identifiziert werden. Besonders bei D. immitis wird, aufgrund der Lokalisation der Würmer, versucht eine Biopsie zu vermeiden. Deswegen werden immer mehr Dirofilarien serologisch, anhand der vom Wirten gebildeten Antikörper (AK) identifiziert. Jedoch hängt hierbei die Spezifität und Sensitivität der Methodik unmittelbar von den eingesetzten AG ab. Auch bei der humanen Dirofilariose dient die PCR nur als Bestätigungs- bzw. Ergänzungsmethode. Besonders in Österreich ist die Dirofilariose noch weitgehend unbekannt. Durch das vermehrte Aufkommen dieser Infektion ist es deshalb umso wichtiger Mediziner und Medizinerinnen darauf aufmerksam zu machen, um Fehldiagnosen zu vermeiden. Denn nur durch die richtige Diagnose und Behandlung kann die Verbreitung der Dirofilarien aufgehalten bzw. eingegrenzt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Increasing tourism, global trade and the ongoing climate change are reasons for the spreading of invasive agents in the last years and the detection of Dirofilaria repens in mosquitoes (Culicidae) in Austria. Because of the expected establishment of this agent the health care system is now confronted with Dirofilaria, which can cause infections in animals and humans. This thesis is based on a literature review and deals with vectors, hosts and the geographical distribution which are important factors for a correct diagnosis. Furthermore, methods which are used to identify the parasites are discussed. While D. immitis occurs worldwide, D. repens is located in South- and East Europe and Asia. Since 2000 a distinct increase in cases of subcutaneous human dirofilariasis in Europe has been documented. If canine dirofilariasis is suspected, microfilaria can be detected by using microscopy (usually after an accumulation procedure) and differentiated by histochemical staining or Polymerase Chain Reaction (PCR). If pulmonary dirofilariasis is suspected, Antigens (AG) of the female worms can be detected by Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA). But results could be false negative, so dirofilariasis should not be excluded by the corresponding clinical symptoms. PCR is a method with high sensitivity and specificity but needs more technical effort and time than microscopic or serological methods. Thus PCR is only used in addition or for confirmation. Many cases of human dirofilariasis are asymptomatic or with unspecific symptoms and often misdiagnosed. D. repens is mostly identified by a biopsy based on the morphology. Because of the worms localization a biopsy for the identification of D. immitis should be avoided. Serological methods which prove dirofilariasis by means of antibodies (secreted by the host) represents an adequate alternative procedure. Specificity and sensitivity depends on the used AGs. Especially in Austria dirofilariasis is still unknown to most physicians. Due to the rapid spread within central Europe it is important to call attention to the increase of such infections and to train physicians properly so that dirofilariasis won’t be misdiagnosed. Only with a correct diagnosis and treatment the spread of Dirofilaria can be stopped.