Titelaufnahme

Titel
Die Rolle von Autoantikörpern bei der Entstehung vielfältiger Symptome in Hinblick auf paraneoplastische und non-paraneoplastische Syndrome des ZNS
Weitere Titel
The role of autoantibodies with the origin of varied symptoms in relation to paraneoplastic and non-paraneoplastic syndromes of the CNS
VerfasserFrench, Maria
Erschienen2015
Datum der AbgabeJuni 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Paraneoplastisches neurologisches Syndrom / Paraneoplastische Enzephalitis / Non-paraneoplastische Enzephalitis / Mikroglia
Schlagwörter (EN)Paraneoplastic syndromes of the nervous system / Paraneoplastic encephalitis / Non-paraneoplatic encephalitis / Microglia
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Paraneoplastische und Autoimmun-Enzephalitis müssen von der viralen Enzephalitis sowie von anderen infektiösen, entzündlichen und vaskulären Störungen, die das Gehirn betreffen, unterschieden werden. Paraneoplastische Enzephalitis (PNE) beschreibt ein heterogenes Krankheitsbild und ist durch akute und subakute Stimmungs- und Verhaltensänderungen, kurzzeitige Gedächtnisprobleme, partial-komplexe Anfälle und kognitive Dysfunktion gekennzeichnet. Im Zusammenhang damit stellen sich folgende Fragen: Wie kann ein bestimmter Antikörper (AK) unterschiedliche klinische Symptomatik auslösen? Welche Mechanismen rekrutieren Onko-Antikörper, um die Blut-Hirn-Schranke (BHS) zu überwinden und welche Rolle spielt das adaptive Immunsystem dabei?

Schlussfolgerung: Ein breites Spektrum der oben beschriebenen Symptome kann durch unterschiedliche pathophysiologische Prozesse, welche durch AK verursacht werden, erklärt werden. Die AK gegen intrazelluläre Antigene haben keine pathologische Auswirkung auf die Neuronen des ZNS, da sie nicht nur die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren können, sondern selbst keine Kapazität haben, ins Zellinnere zu gelangen. Es wird primär ein zytotoxischer T-Zell-Effektormechanismus in direkter Assoziation mit neuronaler Schädigung vermutet. Bei einer anderen Gruppe von AK, die gegen neuronale Oberflächenstrukturen, vor allem Rezeptoren, gerichtet sind, existieren auch unterschiedliche Pathomechanismen und Auswirkungen. Die Internalisierung von NMDA-Rezeptoren (N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor) als Folge einer Kreuzvernetzung durch Antikörper führt zu einer funktionellen Schädigung von Nervenzellen. Dabei hängt das Ausmaß dieses Effekts vom Antikörper-Titer ab. Die Auswirkungen können reversibel sein, wenn sich der Antikörper-Titer verringert. Anti-LGI1 (Leucin-reiches, gliom-inaktiviertes sezerniertes neuronales Protein 1)-AK weisen eine Komplement-mediierte strukturelle Schädigung von Neuronen auf, dadurch enstehen teilweise nicht reversible Effekte. Es wird nach wie vor versucht, wissenschaftlich nachzuweisen, welche Prozesse bei der Bildung von Antikörpern eine Rolle spielen. Auch die Mechanismen, die es Antikörpern ermöglichen, die Blut-Hirn- und Blut-Liquor-Schranke zu passieren, sind noch nicht ausreichend belegt

Zusammenfassung (Englisch)

Paraneoplastic and autoimmune encephalitis can be distinguished from viral encephalitis and other infectious, inflammatory and vascular disorders that affect the brain. Paraneoplastic encephalitis (PNE) describes a heterogeneous disease pattern characterized by acute and subacute mood or behavior changes, short-term memory problems, partial complex seizures and cognitive dysfunction. In this context, the following questions arise: How can certain antibodies trigger different clinical symptoms? What mechanisms recruit onco- antibodies to cross the blood–brain barrier and what is the role of the adaptive immune system in these pocesses?

Conclusions: A wide range of symptoms described above can be explained by different pathophysiological processes, which are caused by AK. The antibodies against intracellular antigens have no pathological effect on the neurons of the CNS, as they can neither pass the blood-brain barrier, nor do they have the capacity to enter into the cell.

It is assumed that a T cell effector mechanism is directly associated with neuronal damage. Different pathogenetic mechanisms and effects can be found in another group of antibodies, which are directed against neuronal surface structures, in particular against receptors. The internalization of NMDA receptors (N-methyl-D-aspartate-receptor) as a result of cross-linking by antibodies leads to a functional nerve cell damage. The extent of this effect depends on the antibody titer. The effects may be reversible when the antibody titers decline. Anti-LGI1 (Leucine-rich glioma inactivated 1 protein) antibodies lead to complement-mediated structural damage to neurons and the effects are partially irreversible. It has not been scientifically proven yet, which processes are responsible for the formation of antibodies. Also, the mechanisms that allow antibodies to cross the blood–brain barrier and the blood-liquor barrier, have not yet been adequately documented.