Titelaufnahme

Titel
Prävalenz atherosklerotischer Veränderungen der Halsschlagader - Ergebnisse einer systematischen Analyse von ScreeningpatientInnen
Weitere Titel
Prevalence of atherosclerotic changes in the carotid artery - results of a systematic analysis of screening patients
VerfasserKulnig, Marie-Sophie
GutachterFritz, Maria
Erschienen2015
Datum der AbgabeNovember 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Carotisstenose / Risikofaktoren / Farbkodierte Duplexsonographie
Schlagwörter (EN)carotid stenosis / risk factors / color duplex ultrasonography
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund. Jedes Jahr erleiden in Österreich etwa 20.000 Menschen einen Schlaganfall, davon versterben 3000 Menschen unmittelbar an den Auswirkungen. Die 5 Jahres Überlebensrate liegt trotz verbessertem Management an spezialisierten Stroke Units nur bei 50%. Nach den koronaren Herzerkrankungen und den malignen Tumorerkrankungen liegt der zerebrale Insult an dritter Stelle der Todesursachenstatistik in Österreich und stellt des Weiteren die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter dar.

Für ein Viertel aller zerebralen Insulte liegt die Ursache in einer arteriosklerotisch bedingten Stenose der extrakraniellen Arteria carotis. Ein Großteil der Stenosen bleibt asymptomatisch und wird meist nur als Nebenbefund diagnostiziert. Symptomatische Stenosen jedoch können zur Drosselung der Hirndurchblutung mit neurologischen Ausfällen und lokaler Thrombenbildung führen.

Ziel. Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist in einem Kollektiv von 50 TeilnehmerInnen zu evaluieren, ob die Trefferquote bei erstmalig untersuchten PatientInnen mit Verdacht auf eine Verengung der Arteria carotis dem Vorhersagewert von 30% entspricht.

PatientInnen und Methode. Es handelt sich um eine prospektive Beobachtungsstudie mit 50 TeilnehmerInnen. Davon sind 29 Männer und 21 Frauen. Alle TeilnehmerInnen sind über 18 Jahre alt. Sie haben keine bereits diagnostizierte Carotisstenose und waren zum ersten Mal zur Untersuchung der Karotis im Allgemeinen Krankenhaus. Der Überweisungsgrund war die Verdachtsdiagnose einer Carotisstenose.

Die Standarduntersuchung der bildgebenden Diagnostik der Carotisstenose ist die farbkodierte Duplexsonographie, sie ermöglicht ein nicht invasives Auffinden der Gefäße und eine Differenzierung der Stenose anhand der Strömungsverhältnisse.

Ergebnisse. Auf Grund meines Datenmaterials konnte keiner der Risikofaktoren, Geschlecht, Raucherstatus und Diabetes mellitus, bestätigt oder ausgeschlossen werden. Allerdings konnte bestätigt werden, dass der Anteil von 28% sich nicht signifikant von der Vorgabe von 30% unterscheidet. Deswegen wird die Alternativhypothese verworfen und die Nullhypothese beibehalten: „Der Anteil der PatientInnen, die mit Verdacht auf eine Carotisstenose überwiesen werden, bestätigt sich in 30% der Fälle.“

Conclusio. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass in 28% der Fälle eine Carotisstenose diagnostiziert wurde. Bei einer so geringen Prävalenz wird von allgemeinen Screeningverfahren abgeraten.

Zusammenfassung (Englisch)

Background. Every year about 20,000 people suffer a stroke in Austria. 25% of all cerebral insults are caused by arteriosclerotic stenosis of the extra cranial carotid artery. Stroke is at third place of death statistics in Austria after coronary artery disease and malignant disease. Further it is the leading cause of disability in adults.

On the one hand carotid stenosis can remain completely asymptomatic, but on the other hand it can lead to reduction of the cerebral perfusion with neurological deficits and local abruption of a thrombus.

Aim. Aim of this thesis is to evaluate, if the hit rate in patients with suspected stenosis of the carotid artery, corresponds to the predictive value of 30%.

Patients and method. This is a prospective observational investigation with 50 participants. 29 men and 21 women are included. The patients do not have diagnosed carotid stenosis. They were for the first time at the General Hospital. The gold standard for diagnosis is the color-coded duplex sonography, it is a non-invasive method to find the vessels and distinguish the stenosis on the basis of significant angulation, the accelerated flow conditions and flow turbulence.

Results. None of the risk factors, gender, smoking and diabetes mellitus, could be confirmed. It could be approved that the result does not differ from the default of 30%. Therefore, the null hypothesis is accepted: "The number of patients who are referred with suspected carotid stenosis, confirmed in 30% of cases."

Conclusion. Carotid artery stenosis was diagnosed in 28% of all cases. A general screening is not recommended at such low prevalence.