Titelaufnahme

Titel
Optimierung der mikrobiologischen Diagnostik bei Harnwegsinfektionen – Vergleich des Bakterienwachstums auf chromogenen Nährmedien mit Universalmedien
Weitere Titel
Optimization of the microbiological diagnostics of UTI - comparison of the bacterial growth on chromogenic media with general purpose media
VerfasserRohrböck, Victoria
GutachterEnzinger, Sabine
Erschienen2015
Datum der AbgabeJuni 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Harnwegsinfektionen / ESBL / Mikrobiologische Diagnostik / Chromogene Nährmedien
Schlagwörter (EN)Urinary tract infection / ESBL / Microbiological diagnostics / Chromogenic media
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Optimierung der mikrobiologischen Diagnostik bei Harnwegsinfektionen. Hierfür wurden zwei Strategien verfolgt. Zum einen sollte herausgefunden werden, ob nur mit chromogenen Nährmedien allein alle relevanten pathogenen Keime einer Harnwegsinfektion angezüchtet und identifiziert werden können, wodurch auf das Mitführen eines zweiten Agarmediums verzichtet werden kann. Zum anderen sollte die Auftretenshäufigkeit ESBL-produzierender Bakterien bei einem routinemäßigen Screening von Harnproben auf ESBL ermittelt werden, um eine Grundlage für die Frage zu haben, ob ein routinemäßiges Screening von Harnproben auf ESBL sinnvoll wäre.

Methodik: Es wurde sowohl auf dem chromogenen Nährmedium UriSelect 4 als auch auf einem Blutagar eine Harnkultur derselben Harnprobe angelegt. Nach der Inkubation wurden alle Erreger identifiziert und das Bakterienwachstum auf beiden Nährmedien verglichen. Um ESBL-produzierende Bakterien zu detektieren wurde jede Harnprobe auf einem Achtel der chromID ESBL-Platte von bioMérieux ausgestrichen. Alle Platten wurden über Nacht im Brutschrank bei 37°C inkubiert. Im Anschluss wurden eventuell vorhandene Erreger identifiziert.

Ergebnisse: Bei der Durchführung dieser Studie wurden 326 Harnproben verwendet, von denen insgesamt 652 Bakterien verschiedenster Arten angezüchtet wurden. In 110 Fällen konnte eine bestimmte Bakterienart einzig auf dem chromogenen Nährmedium nachgewiesen werden. 27 aller angezüchteten Bakterienspezies wuchsen nur auf dem Blutagar. In jenen 27 Fällen war die Keimzahl der Erreger auf dem Blutagar <10^3 Bakterien pro ml Harn, was auf eine Kontamination hindeutet. Ein ESBL-Screening wurde von insgesamt 638 Proben durchgeführt. 26 jener Proben wurden positiv auf ESBL getestet. Daraus ergibt sich bei n=638 eine Auftretenshäufigkeit von 4,075%.

Zusammenfassung: Diese Studie zeigt, dass mit dem chromogenen Nährmedium UriSelect 4 durchaus alle relevanten Uropathogene angezüchtet werden können und dieses Nährmedium ohne Mitführen eines zweiten Agars für die mikrobiologische Diagnostik von Harnwegsinfektionen verwendet werden kann. Bei jenen Bakterien, welche einzig auf dem Blutagar gewachsen waren, handelte es sich um Kontaminationskeime, welche keine Infektion verursacht hatten. Das Ergebnis des ESBL- Screenings zeigt eine Auftretenshäufigkeit ESBL-produzierender Bakterien im Harn von 4,075%. Ob es sinnvoll ist, ein routinemäßiges Screening von Harnproben auf ESBL einzuführen, kann alleine aufgrund dieser Studie nicht gesagt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis discusses the optimization of the microbiological diagnostics of urinary tract infections. For this purpose two strategies were pursued. On the one hand, this study intends to clarify whether all relevant pathogens of urinary tract infections can be cultured and identified using chromogenic culture media only, thus eliminating the need of using a second agar medium. On the other hand, the incidence of ESBL-producing bacteria in a routine screening of urine samples should be determined in order to have a basis for the question whether a routine screening of urine samples on ESBL would be useful.

Methods: Each urine sample was inoculated on the chromogenic medium UriSelect 4 and a blood agar. After the culture media were incubated, the bacteria were identified and the bacterial growth on the different media was compared. In order to detect ESBL-producing bacteria, each urine sample was inoculated on an eighth of the chromID ESBL-plate of bioMérieux. All plates were incubated overnight at 37°C. Afterwards all existing pathogens were identified.

Results: In the course of this study 326 urine samples were used, out of these a total of 652 bacteria of various species have been cultured. 110 of these bacteria only grew on the chromogenic medium and 27 bacteria could only be detected on the blood agar. In those 27 cases, the bacterial count of the pathogen on the blood agar was without exception <10^3 bacteria per ml urine, which indicates contamination. A total of 638 urine samples were tested on ESBL. 26 of those samples tested positive for ESBL, which shows a frequency of occurrence of 4.075%.

Conclusions: This study shows that the chromogenic medium UriSelect 4 can be used as a single medium for the isolation of uropathogens. The bacteria, which only had grown on the blood agar, were due to contamination, which means they did not cause any infection. The results of the ESBL screening show a frequency of occurrence of ESBL-producing bacteria in the urine of 4.075%. In order to decide whether it is useful to introduce a routine screening of urine samples on ESBL, more research must be conducted.