Titelaufnahme

Titel
Die Rolle des Komplementsystems in der Pathogenese der Autoimmunthrombozytopenie
Weitere Titel
The role of the complement system in the pathogenesis of autoimmune thrombocytopenia
VerfasserUlz, Anja Laura
GutachterRieß, Christine
Erschienen2015
Datum der AbgabeJuni 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Autoimmunthrombozytopenie / Komplementsystem / Thrombozytäre Antikörper / SASPA
Schlagwörter (EN)autoimmune thrombocytopenia / complement system / platelet specific antibodies / SASPA
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Auf der Oberfläche von Thrombozyten befinden sich antigene Determinanten, die die Bildung von thrombozytären Antikörpern induzieren und somit eine Autoimmunthrombozytopenie (AITP) verursachen können. Diese Autoantikörper sind in den meisten Fällen gegen Epitope der Glykoproteinkomplexe IIb/IIIa, Ib/IX und/oder V gerichtet. Der spezifische Nachweis der relevanten Antikörper ist für die Diagnose und Therapie unerlässlich. Ein Beispiel, wie Autoantikörper direkt zum Untergang einer Zielzelle führen können, ist die Aktivierung des Komplementsystems auf dem klassischen Weg durch Antigen-Antikörper-Komplexe auf der Zelloberfläche. Eine weitere Möglichkeit, wie Autoantikörper direkt zum Untergang einer Zielzelle führen können - zumindest bei einigen Patientinnen/Patienten - ist ein Angreifen von Autoantikörpern an regulatorischen Proteinen auf der Plasmamembran, die unter physiologischen Bedingungen eine ungerichtete Aktivierung des Komplementsystems auf körpereigenen Zellen verhindern. Dazu gehören unter anderem CD55 oder decay accelerating factor (DAF) und CD59 oder membrane inhibitor of reactive lysis (MIRL). Diese Faktoren kommen auch auf der Thrombozytenmembran vor und sind daher neben den plättchenspezifischen Antigenen mögliche Zielmoleküle für Autoantikörper. Bisher wurde das Auftreten derartiger Antikörper noch nicht gezielt in Studien untersucht. Die Beteiligung des Komplements an der Thrombozytenschädigung wäre insbesondere im Hinblick auf rezent entwickelte Therapieformen interessant. In der vorliegenden Studie wurden Autoantikörper gegen die komplementregulierenden Faktoren CD55 und CD59 sowohl im Serum, als auch auf autologen Thrombozyten von Patientinnen/Patienten mit AITP nachgewiesen.

Zusammenfassung (Englisch)

Blood platelets have antigenic determinants on their surface, which can induce the formation of antibodies causing autoimmune thrombocytopenia (AITP). These autoantibodies are in most cases directed against epitopes on the glycoprotein complexes IIb/IIIa, Ib/IX and/or V. The determination of the relevant antibodies is necessary for the diagnosis of AITP. An example, how autoantibodies can directly cause death of target cells, is by activation of the complement system via the classical pathway, where immune complex formation on the cell surface ultimately leads to cell lysis. Another possibility - at least in some patients - might be the direct targeting of complement regulatory proteins of the cell membrane by specific autoantibodies. Two prominent examples of such regulatory factors are CD55 or decay accelerating factor (DAF) and CD59 or membrane inhibitor of reactive lysis (MIRL). They are also present on the surface of blood platelets and are therefore potential targets for autoantibodies in AITP. However, the presence of such antibodies has not been systematically investigated to date. An involvement of the complement system in AITP pathogenesis is of specific interest particularly with respect to recently developed therapeutic strategies. In the present study, we investigated the presence of autoantibodies against complement regulatory factors CD55 and CD59 in serum, as well as autologous platelets, of patients with AITP.