Bibliographic Metadata

Title
Entstehung von Hirnaneurysmen durch aktive Mitarbeit der Gebärenden in der Austreibungsphase : Vom angeleiteten Pressen zum Hirnaneurysma?
Additional Titles
Development of Cerebral Aneurysms Induced by the Active Participation of the Birthing Mother during the Expulsion Stage
AuthorLarcher, Katharina
Thesis advisorVacek, Teresa
Published2016
Date of SubmissionJune 2016
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Hirnaneurysma / Valsalva-Manöver / Pressen / Austreibungsphase
Keywords (EN)Cerebral Aneurysm / Valsalva-Maneuver / Pushing / Expulsion Stage
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Problemstellung

„In der nächsten Wehe holen Sie tief Luft, machen die Augen und den Mund zu und pressen mit aller Kraft nach unten.“ Diesen Rat hat die Autorin selbst schon oft im Kreißsaal gegeben. Die aktive Mitarbeit der Gebärenden wird in der Austreibungsphase häufig von Hebammen forciert. Das Manöver, welches dabei angewendet wird, nennt sich Valsalva-Manöver. Auch die Mutter der Autorin wurde bei ihren drei Geburten zum „Pressen“ angeleitet. 20 Jahre nach ihrer letzten Geburt entdeckte man durch Zufall drei intrakranielle Aneurysmen bei ihr. Die Autorin stellt sich die Frage, ob es zwischen der aktiven Mitarbeit der Gebärenden in der Austreibungsphase und der Entstehung von Hirnaneurysmen einen Zusammenhang gibt. Die Forschungsfrage lautet:

„Inwieweit kann die aktive Mitarbeit der Gebärenden in der Austreibungsphase die Entstehung von Hirnaneurysmen begünstigen?“

Ziele

Das Hauptziel dieser Arbeit liegt in der Beantwortung der Forschungsfrage. Dazu müssen zwei Themen getrennt voneinander betrachtet werden. Am Beginn dieser Arbeit wird das Hirnaneurysma mit seinen Risikofaktoren untersucht. Anschließend soll die aktive Mitarbeit der Gebärenden in der Austreibungsphase und deren Auswirkungen auf das maternale Gefäßsystem analysiert werden. Ziel ist es, etwaige Schnittstellen zwischen den beiden Hauptthemen zu erkennen und zu bewerten.

Methode

Die Forschungsmethode umfasst eine ausgedehnte Literaturrecherche im Bereich Neurologie und Geburtshilfe. Zu erwähnen gilt es, dass es keine bzw. kaum Literatur zur ausgewählten Fragestellung gibt, daher werden beide Themenbereiche einzeln aufgearbeitet und zusammengeführt. Die Autorin verwendet folgende Datenbanken: PubMed, MIDIRS, CINAHL und Cochrane. Außerdem erfolgten Recherchen in den Online- und Bestandsbibliotheken der Fachhochschule Campus Wien, der medizinischen Fachbibliothek des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien, der Medizinisch-Biologischen Fachbibliothek Innsbruck sowie der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.

Ergebnisse und Conclusio

Intrakranielle Aneurysmen stellen die Wissenschaft und die Medizin bis heute vor große Herausforderungen. Die Entstehung ist bis heute nicht restlos geklärt. Folgende Risikofaktoren werden im Zusammenhang mit der Entstehung von Hirnaneurysmen beschrieben: Gefäßwandschwächen, arterielle Hypertonie, Arteriosklerose, Rauchen und sonstige Ursachen. Dem gegenüber stehen die Auswirkungen des Valsalva-Manövers: Erhöhung des intrathorakalen, des intraabdominellen und des intrakraniellen Druckes, kurzzeitige Hypertonie mit folgender Hypotonie und Anstieg der Herzfrequenz.

Es lässt sich anhand der aktuellen Literatur derzeit kein direkter Zusammenhang zwischen der aktiven Mitarbeit der Gebärenden in der Austreibungsperiode und der Entstehung von Hirnaneurysmen feststellen. Allerdings haben die hämodynamischen Veränderungen die beim angeleiteten Pressen während der Geburt entstehen, durchaus Auswirkungen auf das Gefäßsystem. Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass in Bezug auf die Entstehung und Entwicklung von intrakraniellen Aneurysmen noch viel Forschungsarbeit geleistet werden muss.

Abstract (English)

Background

“During the next contraction take a deep breath, close your eyes and your mouth and push downward with all your strength.” This advice was even given by the author in the delivery room. The active participation of the birthing mother during the expulsion stage is often enforced by midwives. The maneuver which is used is called the Valsalva-maneuver. Even the mother of the author was encouraged to push during her three births. 20 years after the author’s mother last birth three cerebral aneurysms were detected by chance. The author found herself asking if there is a link between the active participation of the birthing mother and the development of cerebral aneurysms. The research question is:

“To what extent may the active participation of the birthing mother during the expulsion stage cause the development of cerebral aneurysms?”

Purpose

The main objective of this paper is to answer the research question. To achieve this the two topics have to be analysed seperately. This paper will first consider the cerebral aneurysm and its associated risk factors. Subsequently the active participation of the birthing mother during the expulsion stage and its effects on maternal vascular system needs to be analyzed. The aim is to recognize and evaluate any interdependencies between the two main topics.

Method

The research method is an extended literature search in the area of neurology and obstetrics. What must also be mentioned is that there is hardly any literature for the chosen research question that is why the two topics have to be processed individually. The following databases were utilised in the literature search: PubMed, MIDIRS, CINAHL und Cochrane. The research was done in the online and stock library of University of Applied Sciences Campus Vienna, Medical Library of the General Hospital of Vienna, Medical-Biological Library of Innsbruck and University and State Library of Tyrol.

Results and Conclusion

Cerebral aneurysms confront medical science with a daunting problem. The causes related to the development of aneurysms have not yet been fully understood. The following risk factors are associated with development of aneurysms: weakness of the vessel wall, arterial hypertonia, arteriosclerosis, smoking and other causes. This compares with the effects of the Valsalva-maneuver on the maternal vascular system: increase of intrathoracic, intraabdominal and intracranial pressure, short-term hypertonia with following hypotension and increase of the heart rate.

Therefore, on the basis of the actual literature, there is no link between the active participation of the birthing mother during expulsion stage and the development of cerebral aneurysms. However the hemodynamic changes during Valsalva-maneuver, has effects on the maternal vascular system. This paper concludes that more research in the development and growth of cerebral aneurysms is necessary.